Gewerkschaft vida: Rekordgewinne im Tourismus, aber Reallohnverlust für Beschäftigte? Nicht mit uns!

Wien (OTS) – Die heute von der Statistik Austria veröffentlichten
Zahlen sprechen
eine eindeutige Sprache: Der österreichische Tourismus eilt von einem
Rekord zum nächsten. Mit 9,6 Millionen Übernachtungen wurde der
höchste Mai-Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1973
verzeichnet – im bisherigen Kalenderjahr steht bereits ein sattes
Plus von 2,3 Prozent auf über 64 Millionen Nächtigungen zu Buche.
Doch während in den Chefetagen der Hotels und Gastronomiebetriebe die
Sektkorken knallen, herrscht bei den Beschäftigten, die diesen Erfolg
mit ihrer täglichen harten Arbeit überhaupt erst möglich machen,
bittere Ernüchterung, hält die Gewerkschaft vida zu den von der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) abgebrochenen
Kollektivvertragsverhandlungen für die Beschäftigten in der Branche
fest.

Preissprünge bei den Gästen, Reallohnverlust beim Personal

Es ist ein unhaltbarer Zustand: In den letzten Jahren haben die
Betriebe ihre Preise um über 60 Prozent in die Höhe geschraubt.
Gleichzeitig weigert sich die Arbeitgeberseite bei den aktuellen
Lohverhandlungen vehement, den Beschäftigten die Teuerung abzugelten.
„Die Betriebe verlangen von den Gästen Rekordsummen und verzeichnen
historische Buchungserfolge. Den eigenen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern dann beim Lohn den Ausgleich der Inflation zu
verweigern, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Das ist kein
Verhandeln auf Augenhöhe, das ist ein Schlag ins Gesicht für weit
über 200.000 Beschäftigte“, so die Gewerkschaft vida.

Das Märchen vom „Fachkräftemangel“ entzaubert

Seit Monaten jammert die Tourismusbranche lautstark über den
akuten Personalmangel. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch: Das
Problem ist nicht ein Mangel an Arbeitskräften, sondern ein
hausgemachter Mangel an attraktiven Arbeitsbedingungen und fairer
Entlohnung. Wer händeringend Beschäftigte sucht, darf sie nicht mit
Reallohnverlusten abspeisen, während die Kassen laut klingeln wie nie
zuvor.

Die vida fordert von den Arbeitgebern für die Beschäftigten:

– Voller Teuerungsausgleich: Eine echte Reallohnerhöhung für alle
Beschäftigten in der Hotellerie und Gastronomie.

– Faire Beteiligung am Rekord: Die Beschäftigten haben diesen
historischen Mai-Rekord erarbeitet – dieser Erfolg muss sich auch auf
dem Lohnzettel widerspiegeln.

– Schluss mit dem Jammern, her mit fairen Bedingungen: Attraktive
Löhne und bessere Arbeitsbedingungen sind das einzige wirksame Mittel
gegen den Arbeitskräftemangel.

Eva Eberhart, Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der
Gewerkschaft vida, bekräftigt dazu: „Wir werden nicht tatenlos
zusehen, wie die Beschäftigten trotz Rekordumsätzen im Regen
stehengelassen werden!“