Wien (OTS) – Bezugnehmend auf Medienberichte zum Markteintritt von
neuen
Unternehmen im Schienenpersonenverkehr in Österreich, stellt Gerhard
Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft
vida, heute, Dienstag, fest: „Die Eisenbahn ist eben eine boomende
Branche mit mittlerweile 93 Unternehmen, Fahrgastrekorden und
zunehmender Beschäftigung. Angesichts dieses positiven Trends in der
Eisenbahnbranche mit zusätzlichen Angeboten für die Fahrgäste muss
auch umso mehr darauf geachtet werden, dass bei einem fairen
Wettbewerb nicht auf die Arbeitsbedingungen und die gute Entlohnung
der hart arbeitenden Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern vergessen
wird.“
So bedürfe es für mehr Eisenbahnsicherheit Ausbildungen auf hohem
Niveau und guter Arbeitsbedingungen. „Ein sicherer Eisenbahnsektor
ist nur möglich, wenn dieser auch sozial nachhaltig gestaltet ist –
und zwar europaweit“, betont der vida-Gewerkschafter die
Notwendigkeit von europaweit einheitlichen und hohen Standards für
Ausbildung und Sicherheit. Konkret fordert die Gewerkschaft vida
dringend die Einführung einer fälschungssicheren, digitalen
Arbeitszeiterfassung für das Personal auf Zügen sowie die
Beibehaltung des Mindestsprachniveaus für Triebfahrzeugführer:innen
auf EU-Ebene. „Die bestehende Sprachanforderung ist eine Frage der
Sicherheit und ist in Notfällen eine lebensrettende Voraussetzung“,
bekräftigt Tauchner.
„Wenn die Eisenbahnen für Beschäftigte attraktiv bleiben sollen,
muss sich Mehrleistung auch lohnen“, fordert Tauchner. Ohne gleiche
Regelungen sowie sichere Arbeitsbedingungen, kann ein fairer
Wettbewerb nicht stattfinden. Wettbewerb einzig und allein auf Kosten
der Beschäftigten auszutragen, wäre kontraproduktiv. Damit drohe nur
der Verlust dringend benötigter Fachkräfte, was ein Risiko für die
gesamte expandierende Branche darstelle, so Tauchner.
Der neue Rekord bei den Fahrgastzahlen zeigt das Potenzial der
Bahnen – aber auch ihre Abhängigkeit von den Beschäftigten. „Ohne
bessere Arbeitsbedingungen, gute Entlohnung, Sicherheit und
langfristige Strategien droht der Erfolg auf Verschleiß zu fahren.
Die Bahnen können nur so stark sein wie die Menschen, die sie täglich
am Laufen halten“, so Tauchner abschließend.