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Gewerkschaft PRO-GE: Erfolgreiche Industriepolitik muss Wirtschaft, Beschäftigung und soziale Sicherheit gemeinsam denken

Wien (OTS) – Die Gewerkschaft PRO-GE sieht in den vom Fachverband der
Elektro- und
Elektronikindustrie (FEEI) präsentierten Zahlen zu Erholung der
Branche ein sehr positives Signal für Beschäftigte und Unternehmen.
Gleichzeitig stehe der Industriestandort aber weiterhin vor großen
Herausforderungen.

„Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren mit großem
Engagement dazu beigetragen, dass Unternehmen schwierige Zeiten
bewältigen konnten. Jetzt braucht es entschlossene Maßnahmen, um den
Industriestandort nachhaltig zu stärken und Arbeitsplätze langfristig
abzusichern“, betont PRO-GE-Bundesvorsitzender Reinhold Binder.

Die PRO-GE unterstützt die Forderung nach einer raschen Umsetzung
der Industriestrategie 2035. Diese müsse jedoch nicht nur die
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken, sondern gleichzeitig
gute Arbeitsplätze, Qualifizierung und Wertschöpfung in Österreich
sichern.

„Eine erfolgreiche Industriepolitik muss Wirtschaft,
Beschäftigung und soziale Sicherheit gemeinsam denken. Investitionen
in Schlüsseltechnologien sind entscheidend, damit Österreich auch
künftig zu den führenden Industriestandorten Europas gehört“, so
Binder.

Besonders wichtig sei eine strategische öffentliche Beschaffung.
Die PRO-GE spricht sich dafür aus, dass öffentliche Aufträge stärker
zur Sicherung von Beschäftigung, Innovation und Wertschöpfung in
Europa genutzt werden.

„Wenn mit Steuergeld eingekauft wird, müssen faire
Wettbewerbsbedingungen gelten. Qualität, Nachhaltigkeit, soziale
Standards und regionale Wertschöpfung müssen bei Vergaben stärker
berücksichtigt werden. Das stärkt Arbeitsplätze in Österreich und
Europa und macht uns gleichzeitig unabhängiger von geopolitischen
Risiken“, sagt Binder.

Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie wichtig resiliente
Lieferketten und eine starke industrielle Basis sind. Die
Gewerkschaft PRO-GE warnt aber davor, Standortherausforderungen auf
dem Rücken der Arbeitnehmer:innen lösen zu wollen. „Eine starke
Industrie ist die Grundlage für gute Arbeitsplätze, Wohlstand und
soziale Sicherheit. Wer das will, muss auch in die Menschen
investieren“, betont Binder.

Bildung und Berufsausbildung seien die Basis für berufliche
Chancen und die Voraussetzungen für Innovation und
Wettbewerbsfähigkeit. Binder rief in Erinnerung, dass sich die
Sozialpartner der Elektro- und Elektronikindustrie, der
Metallindustrie und des Metallgewerbes aus diesem Grund auch auf eine
Qualifizierungsoffensive geeinigt haben, die jene an- und ungelernte
Arbeitnehmer:innen adressieren soll, die bereits in den Betrieben
beschäftigt sind. Diese Qualifizierungsoffensive sei ein Element der
Industriestrategie und müsse nun auch in der gerade entstehenden
Fachkräftestrategie ihren Niederschlag finden.