Gewerkschaft GPA sieht Forderung nach Teuerungsausgleich durch OeNB bestätigt

Wien (OTS) – Anlässlich des heute präsentierten Financial Stability
Report der
Österreichischen Nationalbank sieht sich die Gewerkschaft GPA in
ihrer Forderung nach einem Inflationsausgleich für die rund 68.000
Beschäftigten des Finanzsektors bestätigt. Im Zuge der aktuellen
Kollektivvertragsverhandlungen wird eine Abgeltung der Teuerungsrate
seitens der Arbeitgeber bisher vehement abgelehnt.

„Die heutige Präsentation der Nationalbank bestätigt, dass gerade
der Finanzsektor in der Lage ist, den Beschäftigten die Teuerung
auszugleichen und damit einen wichtigen Beitrag zur
Kaufkraftsicherung zu leisten“, betont Wolfgang Pischinger,
Chefverhandler der Gewerkschaft GPA und Zentralbetriebsrat der
OBERBANK. „Über elf Milliarden Euro Gewinn fallen nicht einfach vom
Himmel. Dahinter steht der tägliche Einsatz und die Leistung aller
Kolleginnen und Kollegen“, so Pischinger weiter. „Folglich erwarten
wir uns ganz klar aus sozialen, aber auch wirtschaftlichen Erwägungen
den Beschäftigten die Teuerungsrate abzugelten“, argumentiert der
Gewerkschafter.

„Wenn Milliarden fließen und der Erfolg der Branche medial und
bei jeder Hauptversammlung gefeiert wird, während bei den
Beschäftigten der Sparstift angesetzt wird, hat das nichts mehr mit
Vernunft zu tun. Das ist eine völlige Missachtung jener, die diesen
Erfolg überhaupt möglich machen“, betont Anita Palkovich,
Verhandlerin der Gewerkschaft GPA. „Die Arbeitgeber müssen endlich
aufhören, ihre Augen vor der Realität zu verschließen und entlang der
wirtschaftlichen Begebenheiten der eigenen Branche agieren“,
appelliert Palkovich. „Es ist inakzeptabel, dass Dividenden in
schwindelerregenden Höhen ausgezahlt werden, während die Kolleginnen
und Kollegen mit der Teuerung allein gelassen werden. Das wichtigste
Asset der Finanzbranche bleiben ihre Beschäftigten, das sollte auch
den Arbeitgebern bewusst sein“, so Palkovich abschließend.

Die sechste Verhandlungsrunde findet am 4. Mai statt. Morgen
starten österreichweit Betriebsversammlungen in der Branche. Sollte
es auch in der nächsten Verhandlungsrunde zu keiner Einigung kommen,
werden Kampfmaßnahmen bis hin zu ersten Warnstreiks seitens der
Gewerkschaft GPA nicht mehr ausgeschlossen.