Wien (OTS) – „Eine bundesweite Sonntagsöffnung im Handel wäre ein
direkter Angriff
auf die Lebensqualität tausender Beschäftigter und ihrer Familien.
Wer Sonntagsarbeit zur Regel machen will, ignoriert die Realität in
den Filialen und an den Kassen“, sagt Barbara Teiber, Vorsitzende der
Gewerkschaft GPA. „97% der Handelsangestellten sprechen sich klar
gegen Sonntagsarbeit aus. Dieses deutliche Votum darf die Politik
nicht überhören“, so Teiber weiter.
„Der Sonntag ist für viele der einzige verlässlich freie Tag –
für Erholung, Familie und soziale Teilhabe. Gerade in einer Branche,
in der rund 70% Frauen arbeiten und Betreuungsangebote am Sonntag
fehlen, ist der NEOS-Vorstoß besonders realitätsfern“, betont Teiber.
„Schon jetzt leiden die Beschäftigten unter Personalmangel, hoher
Arbeitsdichte und Einspringen auf Zuruf. Eine Ausweitung der
Öffnungszeiten würde diese Probleme ohne nachweislichen Nutzen
verschärfen. Am Ende droht nur eine Umsatzverschiebung zulasten
kleinerer Betriebe“, führt die Gewerkschafterin aus.
Auch das von NEOS attestierte Unverständnis der Konsument:innen
könne man schwer nachvollziehen: „Wer hier vom Wunsch der Bevölkerung
spricht, ignoriert bewusst die Fakten: Über alle Bundesländer und
Altersgruppen hinweg spricht sich die Mehrheit der Österreicher:innen
klar gegen eine Sonntagsöffnung aus“, führt Teiber in Bezug auf eine
IFES-Umfrage im Auftrag der Gewerkschaft GPA aus.
„Ein Fleckerlteppich aus Ausnahmen ist nicht gut – aber eine
flächendeckende Sonntagsöffnung ist schlechter. Wer wirklich die
Nahversorgung sichern will, stärkt Kaufkraft, schafft planbare
Arbeitszeiten und attraktive Beschäftigungsbedingungen – statt den
letzten gemeinsamen freien Tag zu opfern“, so Teiber abschließend.