Wien (OTS) – „Eine sachliche Pensionsdebatte braucht transparente
Zahlen und eine
klare Darstellung dessen, wofür öffentliche Mittel tatsächlich
eingesetzt werden“, erklärt PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer
anlässlich des immer wiederkehrenden Pensions-Bashings in der
Öffentlichkeit. „Genau dafür setzen sich die größten
Seniorenorganisationen im Seniorenrat gemeinsam und konsequent ein.
Dass wir dieses Thema dort seit Jahren geschlossen verfolgen, zeigt,
wie wichtig Kostenwahrheit und eine verlässliche Absicherung unseres
Pensionssystems für alle Generationen sind.“ ****
Der Seniorenrat veröffentlicht bereits seit Jahren gemeinsame
Kostenanalysen zu den Pensionen und tritt geschlossen dafür ein, die
verschiedenen Budgetpositionen differenziert zu betrachten und die
Pensionskosten transparent darzustellen. „Die Menschen sollen wissen,
wie das System tatsächlich finanziert wird, und sich auf belastbare
Fakten verlassen können“, so Gerstorfer.
34 Milliarden Euro sind nicht gleich Pensionsversicherung
Besonders wichtig sei, unterschiedliche Ausgaben nicht pauschal
unter einer einzigen Pensionssumme zusammenzufassen. Für 2026 werden
für Pensionsversicherung sowie Beamtenpensionen und Pflegegeld
insgesamt rund 34,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Davon entfallen rund
20,3 Milliarden Euro auf die Pensionsversicherung und rund 13,9
Milliarden Euro auf Beamtenpensionen einschließlich Pflegegeld,
Ausgleichszulagen und diverse sozialpolitische Leistungen.
„Wer Vertrauen schaffen will, muss diese Zahlen sauber
auseinanderhalten. Nur mit echten, nachvollziehbaren Zahlen kann eine
faire und seriöse Diskussion über die Zukunft der Pensionen geführt
werden“, so Gerstorfer.
Die langfristigen Zahlen sprechen gegen Alarmismus
Auch die langfristigen Prognosen zeigen ein differenziertes Bild.
Laut dem aktuellen Ageing Report der Europäischen Kommission steigen
die öffentlichen Pensionsausgaben in Österreich zunächst von 13,7
Prozent des BIP im Jahr 2022 auf einen Höchststand von rund 15,1
Prozent im Jahr 2032. Danach sinkt die Quote wieder und liegt 2070
bei rund 14 Prozent. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pensionistinnen
und Pensionisten bis 2070 um mehr als eine halbe Million.
„Das zeigt: Österreich steht vor einer großen demografischen
Aufgabe – aber nicht vor einem Kollaps des Pensionssystems“, betont
Gerstorfer. „Trotz deutlich mehr Pensionistinnen und Pensionisten
bleibt der langfristige Anstieg der Pensionsausgaben gemessen an der
Wirtschaftsleistung überschaubar.“
Wirtschaft, Beschäftigung und Pensionen zusammendenken
Auch der Fiskalrat spricht trotz der demografischen Entwicklung
von einem vergleichsweise moderaten langfristigen Anstieg der
Pensionsausgaben. Zudem zeigt er, dass eine schwache
Wirtschaftsleistung die Pensionsausgabenquote deutlich nach oben
treiben kann.
„Deshalb müssen wir über das ganze Bild sprechen: über
Beschäftigung, Wirtschaftswachstum, die Erwerbschancen älterer
Menschen und eine faire Finanzierung unseres Sozialstaates“, sagt
Gerstorfer.
Gemeinsamer Einsatz im Seniorenrat gibt dem Thema Gewicht
„Gerade bei diesem Thema ist die Zusammenarbeit im Seniorenrat
besonders wichtig. Wenn wir dort gemeinsam für Transparenz,
Kostenwahrheit und die langfristige Absicherung der Pensionen
eintreten, hat das Gewicht. Unser gemeinsames Ziel im Seniorenrat ist
klar: Das öffentliche Pensionssystem muss auch für kommende
Generationen stark, verlässlich und existenzsichernd bleiben.“
Informationsoffensive in allen Bundesländern
Für das kommende Jahr kündigt Gerstorfer eine Tour durch alle
Bundesländer an, um alle interessierten und betroffenen Menschen über
das österreichische Pensionssystem zu informieren und
„Pensionsmythen“ zu entlarven.