Wien (OTS) – „Bibelzitate auf Wahlplakate zu drucken, macht noch
keine christlich-
integre Politik. Es ist beschämend, dass nun sogar FPÖ-Chef Kickl
ausreitet, um die mehr als unangemessenen Zwischenrufe des FPÖ-
Abgeordneten Steiner während der Predigt im Rahmen der Messe des
Tiroler Gauder Fests zu verteidigen. Schlimm genug, dass ein
Politiker einem Geistlichen das freie Wort aus politischen Gründen
verbieten will – dass sich jetzt sogar dessen Klubobmann dazu
bemüßigt fühlt, seinem Abgeordneten bei einer derartig bedenklichen
Verfehlung die Mauer zu machen, gibt tiefe Einblicke in den
Wertekanon der FPÖ. Kickl wird ja nicht müde, den Heimatbegriff für
seine schäbigen politischen Zwecke zu missbrauchen: Er sollte daher
wissen, dass die freie Meinungsäußerung als Grundpfeiler unserer
Demokratie ebenso wie das Christentum als Fundament unserer Kultur
dazugehören. Herbert Kickl kann noch so oft aus der Bibel zitieren,
wie er will: Mit diesem gesellschaftspolitisch höchst bedenklichen
Akt hat die FPÖ einmal mehr gezeigt, welchen Wert sie demokratischen
Grundprinzipien beimisst“, betont ÖVP-Abgeordneter Wolfgang Gerstl.
„Zudem stellt der freiheitliche Angriff auf die Kirche wieder
einmal beispielhaft die Doppelmoral und Widersprüchlichkeit von
Kickls Politik unter Beweis. Denn einerseits trachtet die FPÖ danach,
die Kirche in ihrer Freiheit einzuschränken, andererseits prangert
sie den Umstand an, dass immer mehr Menschen in Österreich dem Islam
angehören. Wie passt das zusammen?“, fragt Gerstl, der abschließend
betont: „Wer Verantwortung für die Menschen übernimmt und das
Richtige für Österreich tut, rückt nicht Probleme in den Vordergrund,
sondern findet Lösungen – dafür stehen Bundeskanzler Christian
Stocker und die Volkspartei.“ (Schluss)