Wien (OTS) – Die beliebten „Gemma-Zukunft-Touren“, die 2022 von der
MA 18
Stadtplanung ins Leben gerufen wurden, erfreuen sich jedes Jahr noch
größerer Beliebtheit. Das Interesse die eigene Stadt zu entdecken und
zu verstehen steigt. Wie plant man eine Stadt, die laufend wächst,
sich ständig verändert und auf die Herausforderungen des globalen
Klimawandels reagieren muss?
Auf diese Fragen hat die MA 18 Interessierten mit 150
unterschiedlichen Touren Antworten gegeben. Von Spaziergängen entlang
neuer Straßenbahntrassen über Fahrradtouren durch
Stadtentwicklungsgebiete, Baustellentouren oder einer Führung durch
das Otto Wagner-Areal bot das Programm der Wiener Stadtplanung 2026
ein buntes Potpourri. Dabei waren auch spezielle Orte, die besucht
wurden, wie der Hafen, der Zentralfriedhof, der Liesingbach, der 48er
-Tandler oder auch Wiens erstes Supergrätzl in Favoriten.
Eine Besonderheit 2026 waren Schwerpunkte zum Eurovision Song
Contest, bei denen das Thema Musik im Mittelpunkt stand und zum
Tanzen einlud, wie etwa bei der Silent Walking Disco oder dem
Baulückenkonzert mit Naked Lunch auf dem Gelände des
Nordwestbahnhofs. Eine der begehrtesten Touren betraf das Thema Hitze
und die Herausforderungen für die Stadtplanung mit den sogenannten
„Einbautenspaziergängen“, bei denen die Komplexität einer
Baumpflanzung im Straßenraum erklärt wurde.
Neu im Programm 2026 waren u.a. Spaziergänge mit der Baupolizei
sowie Touren durch die Häuser zum Leben, Österreichs größtem Anbieter
an Senior*innen-Betreuung. Den Abschluss der Saison bildete
traditionell eine rund 10-stündige Tour durch alle 23 Bezirke mit dem
Start am Grässlplatz im 11. Bezirk und dem Ziel am Naschmarkt im 4.
Bezirk.
„Es gibt großes Interesse an der Zukunft unserer Stadt und wie
sie gestaltet wird. Umso wichtiger ist es, dass wir den Menschen auf
unterschiedliche Weise zeigen, was wir konkret vorhaben, planen und
schon umgesetzt haben. Der große Zuspruch über die kostenlosen Gemma
Zukunft-Touren 2026 mit dem neuen Teilnehmerrekord von 3000 Personen
ist echt erfreulich. Für die erfolgreiche Saison möchte ich mich bei
der MA 18 ganz besonders für das tolle Engagement und das Herzblut
bedanken, das in diesem Projekt steckt“, so Planungsstadträtin Ulli
Sima.
Zu-Fuß-Gehen Bestandteil der Stadtplanung
Das Zu-Fuß-Gehen hat einen Effekt auf die Wahrnehmung der Stadt
hat und soll zugleich Bewusstsein für die Form der Mobilität in der
Stadt schaffen und schärfen. Schon der dänische Star-Architekt und
Stadtplaner Jan Gehl setzte mit seinem Konzept des menschlichen
Maßstabs (engl. human scale) auf die Bedürfnisse, Sinneswahrnehmungen
und Geschwindigkeit von Fußgänger*innen. Damit revolutionierte er
Ende des 20. Jahrhunderts nicht nur die internationale Planungswelt,
sondern sorgte auch in seiner Heimat Kopenhagen für wegweisende
Umgestaltungen im öffentlichen Raum. Ein Ansatz, der auch in Wien
nicht fremd ist, wie Clemens Horak verrät, seines Zeichens Leiter der
Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung: „Die Förderung
aktiver Mobilität ist ein dezidiertes Ziel der Wiener Stadtplanung.
Wir wollen Anreize schaffen, damit die Menschen sich gerne und häufig
bewegen – mit dem Fahrrad und auch zu Fuß. Gemma Zukunft ist
dahingehend ein Alleskönner: Hier können wir nicht nur unsere
Projekte vorstellen und mit den Menschen ins Gespräch kommen, sondern
auch noch Impulse für mehr Bewegung setzen. Die Zahlen aus 2026
zeigen eindrücklich, dass es eine Sehnsucht nach solchen analogen
Formaten gibt.“
Großes Interesse an der Verwandlung der Stadt
Die Gemma-Zukunft-Saison startet traditionell zu Ostern jeden
Jahres und geht bis in den Oktober. Damit finden viele der Touren
auch während den heißen Sommermonaten statt und machen so aktiv die
Stadtplanung in Zeiten des Klimawandels zum Thema. Dabei werden „Raus
aus dem Asphalt“ Projekte mit Entsiegeln, Begrünen und Kühlen des
Straßenraums genauso thematisiert wie Gebäudesanierungen, sowie
nachhaltige Wärme-, Kälte- und Stromversorgung. Geführt werden die
Touren von Mitarbeiter*innen der Stadt und ausgewählten externen
Guides. Im Schnitt dauert eine Tour zwei Stunden.
Wiens erstes Supergrätzl in Favoriten ist ein Besucher*
innenmagnet. Internationale Delegationen lassen sich durch das
verkehrsberuhigte und begrünte Grätzl führen und auch Wienerinnen und
Wiener sind neugierig wie das Pilotprojekt Supergrätzl funktioniert.
Welche Ziele wurden mit dem Projekt verfolgt? Was ist umgesetzt
worden? Hautnah erklären Expert*innen welche Verkehrslösungen
umgesetzt wurden, wo und warum Diagonalfilter zum Einsatz kommen,
worauf es bei Begrünungs-, und Kühlungsmaßnahmen ankommt und am Ende
können die Touren-Teilnehmer*innen selbst erfahren welchen positiven
Effekt die Maßnahmen auf die Aufenthaltsqualität haben.
Besonders beliebt unter den über hundertfünfzig Touren ist die
Führung in den Wiener Untergrund im Straßenraum. Dabei wird erklärt,
was an Begrünung im Straßenraum überhaupt möglich ist, wenn unter der
Asphaltoberfläche Rohre, Wurzeln und Schotter zu finden sind. An
einer Straßenbaustelle werden die „Innereien“ der Stadt unter die
Lupe genommen und von zwei Planern erläutert, wie Leitungen,
Wurzelraum und Baumstandorte mit den Planungen für zukünftige
Umgestaltungen zusammenhängen. Zum Abschluss wird ein jüngst
umgesetztes Projekt besucht und gemeinsam diskutiert, wie
zukunftsfähige Straßenräume aussehen können und welche Hürden noch zu
überwinden sind.
Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Touren entlang des
Erlebnispfades zur Liesingbach-Renaturierung. Entlang des bereits
renaturierten, über neun Kilometer langen Abschnitts hat sich der
Liesingbach in den vergangenen 20 Jahren zu einem ökologisch intakten
Gewässer und echten Naturjuwel entwickelt. Bis 2027 wird das
Renaturierungsprojekt vollständig umgesetzt: Unter dem Motto „Zurück
zur Natur“ werden auch die verbleibenden, bislang noch verbauten 9,2
Kilometer naturnah gestaltet. Bei einem Spaziergang entlang des
Liesingbachufers erhalten die TeilnehmerInnen unmittelbare Einblicke
in die laufenden Bauarbeiten.
Die Saison 2027 ist bereits in Planung
Mit dem nahenden Winter endet auch die heurige Saison von Gemma
Zukunft. Eine letzte große Tour am 25. Oktober durch alle Wiener
Bezirke hat selbst die größten Gemma Zukunft-Ultras in die
Winterpause geschickt – Muskelkater inklusive. Die kommenden Monate
nutzt die Programmleitung der Stadtplanung für eine Evaluierung der
vergangenen Saison und für die Planung der künftigen Saison.
Ab voraussichtlich März 2027 wird das neue Programm von Gemma
Zukunft schrittweise online gestellt. Anfang April beginnt die Saison
2027. Im Jänner und Februar wird es wieder ein kleines Off-Season
Angebot geben, ein Blick in den Gemma Zukunft Kalender lohnt sich.
Mehr Infos auf: https://www.wien.gv.at/veranstaltungen/gemma-
zukunft
rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/