Wien (OTS) – Mit 28. Oktober startete das Winterpaket 2026/27 des
Fonds Soziales
Wien (FSW). Bis 28. April 2027 stehen zusätzliche 1.000 Plätze für
obdachlose Einzelpersonen und Paare sowie Plätze für 38 Familien zur
Verfügung. Dazu kommen 255 Plätze in Wärmestuben. Die zehn
Notquartiere im Winterpaket bieten auch heuer wieder einen
durchgehenden 24-Stunden-Betrieb.
„Niemand soll bei lebensgefährlichen Temperaturen in unserer
Stadt auf der Straße schlafen müssen und damit sein Leben riskieren.
Das ist seit über 15 Jahren die klare Haltung der Stadt Wien und wir
setzen sie in diesem Winter gemeinsam fort. Das Winterpaket ist ein
sozialpolitischer Leuchtturm: Gerade in wirtschaftlich
herausfordernden Zeiten ist es keine Selbstverständlichkeit, rund
1.000 zusätzliche Plätze bereitzustellen. Wien übernimmt hier
Verantwortung und hält an diesem Weg fest, weil der Schutz von
Menschenleben nicht verhandelbar ist“ , sagt Sozialstadtrat Peter
Hacker.
1.000 Plätze in zehn Notquartieren – Basisversorgung rund um die
Uhr
Zusätzlich zu den rund 1.000 Plätzen in Notquartieren stehen auch
wieder drei Wärmestuben zur Verfügung, die einen Tagesaufenthalt im
Warmen und Mittagessen ermöglichen. Das Winterpaket 2026/27 wird
zentral durch den FSW koordiniert und gemeinsam mit den FSW
Partnerorganisationen Arbeiter-Samariterbund Wien, Caritas der
Erzdiözese Wien, FSW Obdach, Johanniter Österreich, Volkshilfe Wien
und dem Wiener Roten Kreuz umgesetzt. „Rund 2.900 Menschen nutzten
das vergangene Winterpaket. Eine große Herausforderung im letzten
Winter waren anhaltende Kälteperioden, auf die wir rasch mit
Aufstockungen reagiert haben. Darum starten wir in diesem Winterpaket
bereits mit rund 60 Vorhaltekapazitäten im Notquartier Obdach
Siemensstraße. Ein funktionierendes Winterpaket braucht nicht nur die
entsprechenden Kapazitäten, sondern auch die verlässliche
Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen. Mein ausdrücklicher
Dank gilt daher den Mitarbeitenden im Winterpaket“ , betont Susanne
Winkler, FSW-Geschäftsführerin.
Neues Notquartier mit Reserven für Kälteperioden
Das Notquartier Obdach Siemensstraße in Floridsdorf ist heuer
erstmals Teil des Winterpakets und wird von der FSW-
Tochtergesellschaft FSW Obdach betrieben. Zum Start stehen dort 180
Plätze für Einzelpersonen und Paare zur Verfügung. Bei längeren
Kälteperioden oder Auslastungsspitzen können die Kapazitäten am
Standort rasch erweitert werden.
„Im Winter ist es noch entscheidender, dass die Hilfe bei den
Menschen ankommt, die sie brauchen. Dabei können uns alle Wienerinnen
und Wiener unterstützen. Mit der kostenlosen FSW KälteApp wird die
Straßensozialarbeit mit wenigen Klicks über obdachlose Menschen im
öffentlichen Raum informiert. Unsere Teams sind täglich im Einsatz.
So können wir gemeinsam Leben retten und dazu beitragen, dass niemand
in der Kälte übernachten muss“ , appelliert Roland Haller,
Geschäftsführer von FSW Obdach.
Rund 160 Plätze für obdachlose Frauen
Innerhalb der letzten fünf Jahr erhöhte sich der Anteil der
weiblichen Nutzerinnen des Winterpakets auf rund ein Sechstel.
Deshalb gibt es auch diesmal wieder gezielte Angebote für Frauen. Mit
dem Notquartier Obdach Gänsbachergasse steht ein Standort
ausschließlich Frauen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es in weiteren
Notquartieren eigene, räumlich getrennte Frauenbereiche. Damit
schafft das Winterpaket gezielt Schutzräume für Frauen, die von
Obdachlosigkeit betroffen sind.
Winterpaket ist gemeinsame soziale Verantwortung
Die Stadt Wien setzt mit dem Winterpaket auf ein abgestimmtes
Netz aus Notquartieren, Wärmestuben und Straßensozialarbeit. „Die
soziale Sicherheit einer Stadt zeigt sich dort, wo Menschen besonders
verletzlich sind. Niemand soll in einer kalten Winternacht ohne
Schutz bleiben, weil ein Platz fehlt. Deshalb braucht es verlässliche
Angebote wie das FSW-Winterpaket, die Zusammenarbeit von
Organisationen und Menschen, die nicht wegschauen, wenn sie
obdachlose Personen sehen“ , sagt Arabel Bernecker-Thiel,
Sozialsprecherin der NEOS Wien.
Ganzjähriges Regelangebot in Wien für wohnungs- oder obdachlose
Menschen
In Wien bekommen Menschen ohne Obdach oder Wohnung bestmögliche
Unterstützung und Betreuung. Die im FSW verankerte Obdach- und
Wohnungslosenhilfe bietet gemeinsam mit mehr als 30
Partnerorganisationen Beratung und Betreuung sowie passende
Aufenthalts-, Schlaf- und Wohnplätze an. Insgesamt finanziert der FSW
im Regelangebot ganzjährig rund 4.630 Plätze und 2.440
Betreuungseinheiten. Davon befinden sich knapp 700 Plätze in
Chancenhäusern. Sie bieten obdachlosen Menschen ganzjährig einen
besonders niederschwelligen Zugang zu Unterbringung, Beratung und
Perspektivenabklärung ab dem ersten Tag der Nutzung und wirken
maßgeblich der Verfestigung von Obdachlosigkeit entgegen. 2025
nutzten 13.260 Personen die vielfältigen Angebote der Obdach- und
Wohnungslosenhilfe. Die Stadt Wien hat dafür im Vorjahr rund 166
Millionen Euro aufgewendet.
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