FSG-younion: Gleichstellung im Sport ist keine Verhandlungsmasse

Wien (OTS) – Die FSG-younion, Fraktion Sozialdemokratischer
Gewerkschafter:innen
in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft, stellt sich mit Nachdruck
hinter die österreichischen Eishockey-Nationalspielerinnen und deren
berechtigte Forderungen nach Gleichbehandlung, Respekt und fairen
Rahmenbedingungen. Die aktuelle Eskalation im Konflikt mit dem
Österreichischen Eishockeyverband (ÖEHV) ist aus Sicht der FSG-
younion ein deutliches Zeichen dafür, dass die Anliegen der
Athletinnen über einen viel zu langen Zeitraum ignoriert wurden.
Grundlage unseres Handelns sind die sozialdemokratischen Werte von
Solidarität, Gleichstellung und sozialer Gerechtigkeit, die auch in
den Grundwerten der FSG-younion fest verankert sind. Öffentliche und
gesellschaftliche Institutionen tragen Verantwortung dafür,
Diskriminierung abzubauen und gleiche Chancen für Frauen und Männer
sicherzustellen.

„Wer Höchstleistungen für Österreich erbringt, verdient Respekt,
Anerkennung und faire Bedingungen. Es kann nicht sein, dass Frauen im
Spitzensport noch immer um Rechte kämpfen müssen, die andernorts
längst selbstverständlich sind. Die Forderungen der Spielerinnen sind
legitim und nachvollziehbar. Gleichstellung darf kein
Lippenbekenntnis sein, sondern muss sich auch in den Entscheidungen
eines Sportverbandes widerspiegeln“, betont Vorsitzender der FSG-
younion, Christian Meidlinger .

Besonders bemerkenswert ist, dass die betroffenen Spielerinnen
trotz ihres historischen sportlichen Erfolges den schwierigen Schritt
gewählt haben, öffentlich auf Missstände aufmerksam zu machen. Der
erstmalige Aufstieg des Frauen-Nationalteams in die Top Division des
internationalen Eishockeys hätte eigentlich Anlass sein müssen, den
Frauen im österreichischen Eishockey den Rücken zu stärken.
Stattdessen sehen sich die Athletinnen weiterhin mit
Benachteiligungen, mangelnder Wertschätzung und unzureichenden
Rahmenbedingungen konfrontiert.

„Gleichstellung ist keine Bitte, sie ist ein Recht! Frauen im
Sport sind Leistungsträgerinnen, dennoch kämpfen sie nach wie vor mit
strukturellen Hürden. Es ist inakzeptabel, dass Spielerinnen unter
anderem Urlaubstage, Freizeit und eigenes Geld investieren müssen,
während die Leistungen der Männer längst abgegolten werden.
Trotz unzureichender Rahmenbedingungen und systematischer
Benachteiligung erbringen Athletinnen Höchstleistungen. Den
Spielerinnen des österreichischen Eishockey Frauen-Nationalteams
gebührt höchster Respekt und volle Solidarität – der Verband muss im
Sinne der Athletinnen agieren. Gerechtigkeit bedeutet, gleiche
Leistung gleich zu behandeln. Gleichstellung ist kein Privileg,
sondern ein grundlegendes Recht“, stellt geschäftsführende
Bundesfrauenvorsitzende der FSG-younion , Sabine Slimar-Weißmann ,
klar.

Die FSG-younion spricht in diesem Zusammenhang auch der younion-
Sportgewerkschaft und insbesondere ihrem langjährigen Engagement für
die betroffenen Athletinnen Anerkennung aus. Über Monate hinweg
wurden Gespräche gesucht, Verbesserungsvorschläge eingebracht und
Lösungen angestrebt. Dass es dennoch zu dieser Eskalation kommen
musste, zeigt aus Sicht der FSG-younion den dringenden
Handlungsbedarf innerhalb des Verbandes.

„Die Spielerinnen haben unglaubliche Geduld bewiesen und immer
wieder konstruktiv nach Lösungen gesucht. Niemand verweigert aus Jux
und Tollerei die Teilnahme an einem Nationalteam-Camp. Wenn
Leistungsträgerinnen diesen Schritt gehen, dann deshalb, weil sie
sich über lange Zeit nicht ernst genommen gefühlt haben. Ich danke
jeder einzelnen Spielerin für ihren Mut und ihre Haltung. Ebenso
braucht es jetzt die Bereitschaft des Verbandes, endlich auf
Augenhöhe zu handeln und echte Verbesserungen umzusetzen“, so der
Vorsitzender der Eishockeyspieler:innen UNION innerhalb der younion-
Sportgewerkschaft, Sascha Tomanek abschließend.

Für die FSG-younion ist klar: Gleichbehandlung, Respekt und faire
Arbeits- und Leistungsbedingungen dürfen weder im Berufsleben noch im
Sport von Geschlecht oder Machtverhältnissen abhängig sein. Die
Verantwortlichen im ÖEHV sind nun gefordert, verlorenes Vertrauen
zurückzugewinnen und konkrete Schritte für eine gerechte Zukunft des
Frauen-Eishockeys in Österreich zu setzen. Solidarität bedeutet, an
der Seite jener zu stehen, die für Fairness kämpfen – und genau das
tun die Spielerinnen heute mit bemerkenswerter Courage.