Wien (OTS) – In einer Dringlichen Anfrage an NEOS-Bildungsminister
Wiederkehr
betreffend „Lehrermangel und Überlastung des Lehrpersonals, Gender-
Ideologie und fehlende Sicherheit an Schulen – Es ist Zeit zum
Handeln, Herr Minister!“ im Bundesrat thematisierte die FPÖ den
akuten Lehrermangel, der vor allem in den Ballungsräumen dramatische
Ausmaße angenommen habe. Trotz zahlreicher Neueinstellungen blieben
Lücken, die nur notdürftig mit Quereinsteigern, Studenten oder
Pensionisten gefüllt werden könnten. In Wien seien zu Beginn des
Schuljahres 2023/24 etwa 100 Klassen nur mit nicht voll ausgebildeten
Aushilfskräften dagestanden. Mit dem Lehrermangel gehe eine
überproportionale Arbeitsbelastung der vorhandenen Pädagogen einher;
Überstunden und Mehrdienstleistungen seien vielerorts nötig, um den
Unterricht überhaupt aufrechtzuerhalten. Ein großer Teil der
Arbeitszeit des Lehrpersonals würde in Verwaltung, Bürokratie und
Dokumentationspflichten fließen, statt in die Unterrichtsvorbereitung
oder pädagogische Arbeit.
Im Zuge der Debatte sagte dann die freiheitliche Kärntner
Bundesrätin Isabella Theuermann, dass das österreichische
Bildungssystem nicht nur vor normalen Herausforderungen steht. Es
steckt in einer massiven Krise – vor allem dort, wo Wiederkehr zuvor
jahrelang die Verantwortung getragen hat, nämlich in Wien. „Aber Sie
bleiben uns die Lösungen schuldig, Herr Bildungsminister. Genauso wie
Sie in Wien die Lösungen schuldig geblieben sind. Österreichs
Schulsystem steht vor einer Mehrfachkrise, die nicht länger ignoriert
werden darf. Die Leidtragenden dieser Entwicklungen sind die Schüler
und Lehrer“, so Theuermann in Richtung Wiederkehr.
Die Tiroler Bundesrätin Irene Partl bekräftigt in ihrem
Debattenbeitrag: „Auch in Tirol fehlen Lehrkräfte, der Notbetrieb ist
Alltag; Elternflucht ist ein trauriger Beweis für dieses Versagen,
Eltern – auch in Tirol – versuchen verzweifelt ihre Kinder in
Privatschulen oder ländlichere Schulen unterzubringen, verlegen zum
Teil sogar ihren Wohnsitz dafür, damit ihre Kinder nicht in Klassen
sitzen, in denen derartige Verständnisschwierigkeiten aufgrund
mangelnder Deutschkenntnisse herrschen, dass ein Regelunterricht
nicht mehr möglich ist.“
„Unsere Schulen brauchen qualifizierte Lehrkräfte statt
Notlösungen, klare Regeln statt Beschwichtigung, verpflichtende
Sprachförderung vor der Regelklasse und kulturelle Leitplanken, die
nicht verhandelbar sind. Ein Land, das seine Kinder nicht schützt,
schützt seine Zukunft nicht. Ein Land, das seine Werte nicht
verteidigt, verliert sie“, sagte Partl.