Wien (OTS) – „Wenn eine symbolträchtige Verbindung wie der direkte
ÖBB-Railjet von
Wien nach Bozen wegen permanenter Verspätungen und Ausfällen
eingestellt wird, ist das nicht nur ein verkehrspolitisches
Armutszeugnis, sondern auch ein herber Rückschlag für die
gesamttiroler Idee in diesem vermeintlich grenzenlosen Europa“,
erklärte Christofer Ranzmaier, FPÖ-Südtirolsprecher und Mitglied des
Verkehrsausschusses im Nationalrat, zur Entscheidung der Südtiroler
Landesregierung, den Vertrag mit den ÖBB nicht über 2026 hinaus zu
verlängern.
„Während Sonntagsreden über grenzüberschreitende Zusammenarbeit,
Europaregion und Verkehrswende gehalten werden, scheitert man nun in
der Praxis an der Pünktlichkeit eines Zuges. Dass sich nun Südtirol
von dieser Verbindung verabschiedet, spricht Bände über die Qualität,
die auf österreichischer Seite abgeliefert wurde. Leider passt diese
Verfrachtung Südtirols aufs Abstellgleis aber auch ins generelle Bild
darüber, wie die Republik Österreich mit ihrem vermeintlichen
Herzensanliegen Südtirol umgeht“, so Ranzmaier.
Der freiheitliche Abgeordnete übte scharfe Kritik am
Verkehrsministerium: „Die Verbindung zwischen Nord- und Südtirol wäre
nicht nur eine infrastrukturelle Brücke gewesen, sondern ein
politisches Signal – mit dem Railjet hat man wortwörtlich das
Verbindende aufs Gleis gesetzt und in dieser Frage die Unrechtsgrenze
am Brenner auch aktiv beseitigt.“
FPÖ-Südtirolsprecher Ranzmaier kündigte abschließend eine
parlamentarische Anfrage an SPÖ-Verkehrsminister Hanke an, um die
Gründe der buchstäblichen Entgleisung dieser Direktverbindung
zwischen Bozen und Wien zu dokumentieren und dabei zu ergründen, wie
oft es zu Verspätungen und Ausfällen kam, welche Ursachen dafür
zugrunde lagen, welche Maßnahmen ergriffen wurden – und warum all das
offenbar nicht genügte, um das Vertrauen der Partner südlich der
Unrechtsgrenze zu sichern, um diese Verbindung zu erhalten.