Wien (OTS) – „Die Partei, die Kinderbetreuung nicht als Arbeit sieht,
setzt sich
erneut die Krone der Naivität auf“, kommentiert der Wiener FPÖ-
Landesparteiobmann Dominik Nepp die Aussagen von Familien- und
Integrationsministerin Claudia Bauer zu Zwangsehen in Österreich.
„Wenn Experten von bis zu 200 Zwangsehen pro Jahr ausgehen und
gleichzeitig nur ein Bruchteil der Fälle überhaupt bei den Behörden
landet, dann haben wir es mit einem massiven Problem zu tun. Und Frau
Bauer antwortet darauf mit Broschüren, Wertekursen und guten
Ratschlägen an die bedrohten Mädchen. Damit zeigt die
Familienministerin, dass sie das Konzept der Zwangsehe offenbar nicht
verstanden hat“, so Nepp.
Denn wer als junges Mädchen von der eigenen Familie unter Druck
gesetzt, bedroht und gegen seinen Willen verheiratet werde, habe
jedenfalls kein Informationsproblem: „Diese Mädchen müssen nicht
darüber aufgeklärt werden, dass diese Art der Ehe schlecht ist. Sie
brauchen einen Staat, der sie konsequent schützt und mit aller Härte
gegen jene vorgeht, die ihnen ihre Freiheit und ihre Zukunft rauben“,
betont Nepp.
Für den Wiener FPÖ-Chef brauche es daher einen grundlegenden
Kurswechsel: „Zwangsehen bekämpft man nicht mit Hochglanzbroschüren
und dem hundertsten Wertekurs. Wer Mädchen zur Ehe zwingt, muss die
volle Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen. Es braucht strenge
Strafen und bei ausländischen Tätern konsequente Abschiebungen. Wer
unsere Gesetze und die Freiheit junger Frauen derart mit Füßen tritt,
hat kein Recht, hier zu sein. So einfach ist das“, schließt Nepp.