Wien (OTS) – Angesichts der aktuellen Debatte rund um die Aufführung
des
„Standschützenmarsches“ durch zwei Tiroler Musikkapellen in Kufstein
warnte der freiheitliche Kultursprecher NAbg. Wendelin Mölzer vor
einer Vorverurteilung traditioneller Vereine.
„Die linkswoke Cancel-Culture darf in unserem Land nicht völlig
überbordend werden und unsere traditionsreiche Volkskultur und die
heimische Blasmusik ins Visier nehmen! Es ist völlig unbestritten,
dass die Entstehungsgeschichte des Stücks sowie die historische Rolle
des Komponisten problematisch sind. Das muss man benennen, aber man
darf daraus keinen Gesinnungsterror gegen unsere heutigen,
ehrenamtlichen Musikanten ableiten, die mit viel Herzblut das
kulturelle Leben in unseren Gemeinden aufrechterhalten. Unter dem
Strich ist und bleibt es für die Zuhörer und Musiker heute dennoch
‚nur‘ ein schöner, schwungvoller Marsch ohne jeglichen
extremistischen Hintergedanken“, stellte der FPÖ-Kultursprecher klar.
Mölzer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass das Stück
jahrzehntelang völlig unaufgeregt fester Bestandteil des Repertoires
gewesen sei. Selbst renommierte Aushängeschilder der österreichischen
Musiktradition wie etwa Volksmusik-Legende Franz Posch mit seinen
Innbrügglern oder auch die Militärmusik Tirol gemeinsam mit dem
Soldatenchor hätten den „Standschützenmarsch“ in den 2000er-Jahren
ganz offiziell auf ihren Alben veröffentlicht. „Niemand wäre damals
auf die absurde Idee gekommen, diesen hochangesehenen Institutionen
und Musikern deshalb eine bedenkliche Gesinnung zu unterstellen“, so
Mölzer.
Für den freiheitlichen Abgeordneten zeige sich in der aktuellen
Aufregung einmal mehr eine ideologisch getriebene Doppelmoral im
Kunst- und Kulturbereich. Abschließend forderte Mölzer ein sofortiges
Ende der medialen und politischen Skandalisierung: „Es gibt zurecht
kein Aufführungsverbot, sondern lediglich eine unverbindliche
Empfehlung des Blasmusikverbandes. Die Entscheidung über das
Repertoire muss weiterhin einzig und allein bei den einzelnen
Musikkapellen liegen. Wir Freiheitliche stehen jedenfalls felsenfest
hinter unseren Traditionsverbänden und lassen nicht zu, dass
selbsternannte Tugendwächter unsere Blasmusikkapellen durch völlig
überzogene Moralkeulen in ein schiefes Licht rücken!“