Wien (OTS) – Die Bundesregierung hat einen „Österreich-Tarif“ des
Verbund von
unter 10 Cent pro Kilowattstunde angekündigt und diesen als großen
Erfolg verkauft. Die Realität sieht nun anders aus, denn der
tatsächliche Tarif beträgt 12,50 Cent netto pro Kilowattstunde. Der
Preis unter 10 Cent ist lediglich das Ergebnis eines befristeten
Einmalrabatts im ersten Vertragsjahr – danach zahlen die Kunden den
deutlich höheren Energiepreis.
Für die beiden FPÖ-Energiesprecher und Nationalratsabgeordneten
Axel Kassegger und Paul Hammerl ist klar: „Diese Bundesregierung ist
zum reinen Ankündigungsmeister verkommen, denn schon wieder wurden
sie dabei erwischt, wie sie bewusst die Bürger täuschen. Versprochen
wurde ein „Österreich Tarif“ zum Sensationspreis, gekommen ist ein
Einmalrabatt im ersten Vertragsjahr und ein durchschnittlicher
Energiepreis, wie ihn ohnehin viele anderen Versorger anbieten.“
Besonders kritisch sehen die Abgeordneten die Täuschung mittels
Einmalrabatten. Diese Art der Preisverschleierung wurde schon
mehrfach kritisiert, so auch von der Taskforce Strom- und Gasmärkte
der Bundeswettbewerbsbehörde und der E-Control. Wie diese Taskforce
bekanntlich in ihrem Bericht feststellte, sehen sich Kunden damit
einer hohen Intransparenz ausgesetzt. Mit den Einmalrabatten werden
oft hohe Energiepreise verschleiert, die erst im zweiten Vertragsjahr
zur Anwendung kommen. Oft haben die Kunden dabei schon lange
vergessen, dass sie tunlichst wieder wechseln müssten. Die böse
Überraschung erfahren sie aber erst nach der Abrechnung des zweiten
Vertragsjahres.
Besonders problematisch ist dabei die geringe
Wechselbereitschaft: Nur 4,7 Prozent der Stromkunden wechseln
jährlich ihren Anbieter. Viele Kunden bleiben nach dem ersten Jahr
beim Anbieter und zahlen dann unbemerkt deutlich höhere Preise.
„Einmalrabatte sind keine echte Entlastung, sondern eine
Mogelpackung. Genau dieses System wird nun von der Bundesregierung
auch noch als Erfolg verkauft. Statt echter, nachhaltiger Entlastung
gibt es wieder einmal nur Überschriften und PR. Die Bundesregierung
muss endlich aufhören, den Menschen Sand in die Augen zu streuen“, so
Kassegger und Hammerl abschließend.