Wien (OTS) – Anlässlich des Weltapothekertages forderte der
freiheitliche
Gesundheitssprecher und Vorsitzende des parlamentarischen
Gesundheitsausschusses NAbg. Mag. Gerhard Kaniak die schwarz-rot-
pinke Regierung auf, die österreichischen Apotheken endlich stärker
in die Gesundheitsversorgung einzubinden. „Unsere Apotheken sind für
hunderttausende Menschen täglich eine der ersten und am einfachsten
erreichbaren Anlaufstellen bei Gesundheitsfragen. Wer Ärzte und
Ambulanzen entlasten und die wohnortnahe Versorgung stärken will,
muss dieses bestehende Potenzial wesentlich besser nutzen“, erklärte
Kaniak, der selbst in Laakirchen Apotheker ist.
Ein zentraler Schritt müsse die Medikationsanalyse als
Kassenleistung sein. Kaniak hatte diese bereits 2024 eingefordert:
„Gerade bei älteren Menschen, die mehrere Arzneimittel gleichzeitig
einnehmen, können Apotheker mit ihrer pharmazeutischen Expertise
Wechselwirkungen erkennen, die Arzneimitteltherapiesicherheit
verbessern und damit einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit
leisten. Eine solche Leistung muss aber auch entsprechend abgegolten
werden.“
Handlungsbedarf sieht Kaniak auch beim Impfen. Bereits 2021
brachte er einen parlamentarischen Antrag ein, mit dem
Auffrischungsimpfungen bei komplikationsfreien Impfungen durch
entsprechend geschultes Personal in Apotheken ermöglicht werden
sollten. „Die Bundesregierung kündigt seit Monaten an, die
rechtlichen Voraussetzungen für das Impfen in Apotheken schaffen zu
wollen. Geschehen ist bisher zu wenig. Gerade bei
Auffrischungsimpfungen können Apotheken einen niederschwelligen
zusätzlichen Zugang schaffen. Dafür braucht es klare
Qualitätsstandards, entsprechende Schulungen und endlich eine
tragfähige gesetzliche Grundlage.“
Generell sollten Apotheken stärker bei Prävention, Impfberatung,
Medikationsmanagement und weiteren pharmazeutischen Dienstleistungen
eingesetzt werden. „Wir brauchen keine ständig neuen
Parallelstrukturen. Wir haben mit den öffentlichen Apotheken bereits
ein flächendeckendes Netz hochqualifizierter
Gesundheitsdienstleister. Dieses müssen wir sinnvoll
weiterentwickeln“, betonte der FPÖ-Gesundheitssprecher.
Neue Aufgaben dürften jedoch nicht einfach auf die Apotheken
abgewälzt werden. „Wer mehr Leistungen erwartet, muss auch für eine
faire Honorierung und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen
sorgen. Das gilt insbesondere für Apotheken im ländlichen Raum, deren
Erhalt für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung unverzichtbar ist“,
so Kaniak.
Gleichzeitig müsse die Bundesregierung endlich entschlossener
gegen Arzneimittelengpässe vorgehen. Kaniak hatte dazu erst im Juni
einen umfassenden parlamentarischen Antrag zur Sicherstellung der
Medikamentenversorgung und zur Stärkung des Pharmastandorts
Österreich eingebracht. „Die Versorgungssicherheit muss wieder
stärker berücksichtigt werden – bei Beschaffung, Preisgestaltung und
heimischer Produktion. Es kann nicht sein, dass Patienten vor der
Apotheke stehen und notwendige Medikamente nicht verfügbar sind.
Gleichzeitig wenden die Apotheken enorm viel Zeit dafür auf,
Lieferengpässe zu managen, Ersatzpräparate zu beschaffen und durch
entsprechende Bevorratung die Versorgung aufrechtzuerhalten. Auch
diese zusätzliche Leistung muss entsprechend berücksichtigt und
honoriert werden“, so Kaniak.