Wien (OTS) – Deutliche Kritik übte der freiheitliche
Gesundheitssprecher NAbg.
Mag. Gerhard Kaniak im gestrigen parlamentarischen
Gesundheitsausschuss an den Plänen der schwarz-rot-pinken
Bundesregierung, die Gesundheitsnummer 1450 nicht nur zu einem
zentralen Steuerungsinstrument, sondern auch zu einem
telemedizinischen Gesundheitsdienstleister im heimischen
Gesundheitssystem auszubauen: „Telemedizin kann hilfreich sein, aber
sie darf ausschließlich subsidiär eingesetzt werden – als Ergänzung,
nicht als Ersatz für die ärztliche Versorgung vor Ort“, betonte
Kaniak. Zudem müsse gewährleistet sein, dass kein Patient durch
digitale Zuweisungssysteme in seiner freien Arztwahl eingeschränkt
werde.
„Wir fordern klare Regeln und volle Transparenz!“, so Kaniak
weiter. „Die Regierung muss sicherstellen, dass die freie Arztwahl
bei der digitalen Terminvergabe erhalten bleibt, dass alle
Zuweisungsoptionen offen dargelegt werden und die Kriterien der
Terminvergabe öffentlich zugänglich sind.“ Nur so könne verhindert
werden, dass die 1450-Hotline zu einem intransparenten
Zuteilungssystem verkommt und ein Zweiklassensystem betreffend
Wartezeiten entsteht. Deshalb brauche es laut Kaniak ein öffentlich
einsehbares Wartezeitenregister, das wesentliche medizinische
Leistungen – etwa Facharzttermine oder radiologische Untersuchungen –
als benutzerfreundliches Dashboard abbildet. „Das schafft
Transparenz, Vergleichbarkeit und Planbarkeit und zeigt, wo das
System versagt“, erklärte der freiheitliche Gesundheitssprecher.
Kaniak warnte abschließend vor der Schaffung von
Parallelstrukturen im Bereich der Telemedizin. „Anstatt neue
Bürokratie und zentrale Ärzte-Callcenter aufzubauen, muss die
Regierung die Versorgungssicherheit vor Ort stärken. Die Menschen
brauchen ihren Hausarzt, nicht eine Hotline oder einen Algorithmus.
Telemedizin kann unterstützen, aber den persönlichen Arzt-Patienten-
Kontakt in vielen Fällen nicht ersetzen, sonst steuern wir direkt in
eine Zwei-Klassen-Medizin“, betonte Kaniak.