Wien (OTS) – Der freiheitliche Gesundheitssprecher NAbg. Mag. Gerhard
Kaniak
begrüßte den gemeinsamen Beschluss zur Fortführung des Projekts
„Gesund aus der Krise“, betonte jedoch klar die Versäumnisse der
schwarz-rot-pinken Bundesregierung: „Auch wenn man in anderen
Bereichen – wie bei der Novelle des Gesundheitstelematikgesetzes –
keinen gemeinsamen Nenner gefunden hat und die berechtigten Sorgen
der Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt wurden, ist es
positiv, dass dieses Projekt einstimmig im parlamentarischen
Gesundheitsausschuss und im Nationalrat verlängert wird“, erklärte
Kaniak.
Er verwies auf die zunehmende psychische Not bei Jugendlichen:
„Dieses gemeinsame Commitment ist wichtig, weil die Kinder und
Jugendlichen in Österreich viele Sorgen mit sich tragen – vor allem
durch die Folgen der Corona-Zeit, aber auch durch internationale
Konflikte und die negative wirtschaftliche Entwicklung im Land.
Aufgrund des massiven Anstiegs psychischer Erkrankungen muss den
jungen Menschen bestmöglich und strukturiert geholfen werden. Dieser
Beschluss, zunächst 35 Millionen Euro für zwei Jahre bereitzustellen
und danach eine Fortführung der Finanzierung zu ermöglichen, ist sehr
positiv. Kritisch möchte ich jedoch anmerken, dass ich mir gewünscht
hätte, dieses Angebot als reguläre Leistung des öffentlichen
Gesundheitssystems zu verankern.“
Dieses Projekt mit Psychologen sowie Psychotherapeuten wurde
gegründet, weil man Kindern und Jugendlichen in diesem Land während
der Pandemie unglaublich viel zugemutet hat: Geschlossene Schulen,
Unterbrechung der Vereinstätigkeit, soziale Isolation. Das war eine
massive Belastung für die Heranwachsenden und hatte gravierende
Folgen, die wir auch an den Zahlen sehen: „Depressionen, Essstörungen
– sowohl Anorexie als auch Adipositas – sowie Selbstmordversuche und
leider auch Suizide sind massiv angestiegen. In den zwei Jahren von
2020 bis 2022 gab es Anstiege von über 50 Prozent. Und leider haben
sich diese Zahlen bis heute nicht verbessert, sondern weiter negativ
entwickelt“, so Kaniak.
„Das Projekt ‚Gesund aus der Krise‘ ist ein wichtiger, aber nur
ein Baustein der notwendigen Hilfestellung. Im stationären Bereich
gibt es nach wie vor viel zu wenige Plätze für psychisch erkrankte
Jugendliche. Ich hoffe, dass wir – nachdem wir nun diese
niederschwellige Versorgung gemeinsam beschlossen haben – rasch auch
bei der stationären Betreuung eine gemeinsame Lösung und echte
Verbesserungen für die Betroffenen erreichen werden“, so Kaniak.