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FPÖ – Hammerl: „Günstigere Netzfinanzierung ist richtig – jetzt muss auch die teure Eigenkapitalquote auf den Prüfstand“

Wien (OTS) – „Positiv“ bewertete heute FPÖ-Energiesprecher NAbg. Paul
Hammerl die
Ausweitung der günstigeren OeKB-Finanzierung für Stromnetze und
Speicher: „Wenn Milliarden Euro in unsere Netze investiert werden
müssen, sind niedrigere Finanzierungskosten grundsätzlich gut, denn
am Ende zahlen ja die Netzkunden diese Investitionen über ihre
Netzentgelte mit. Nun muss sich zeigen, ob dieser Vorteil auch
tatsächlich bei den Endkunden ankommt – wir werden jedenfalls genau
darauf achten.“

Der FPÖ-Energiesprecher sieht aber noch einen weiteren Hebel: Die
E-Control rechnet bei Netzbetreibern regulatorisch mit 40 Prozent
Eigenkapital und 60 Prozent Fremdkapital. Für Neuinvestitionen 2026
wird das Eigenkapital mit 9,70 Prozent, das Fremdkapital hingegen mit
3,72 Prozent angesetzt. Daraus ergibt sich ein
Finanzierungskostensatz von insgesamt 6,11 Prozent. „Wenn der Staat
jetzt gezielt günstigeres Fremdkapital ermöglicht, dann muss auch die
Frage erlaubt sein, ob weiterhin 40 Prozent deutlich teureres
Eigenkapital angesetzt werden müssen. Auch hier liegt Potenzial, die
Netzkosten für Haushalte und Betriebe zu senken. Die E-Control sollte
daher prüfen, ob diese Kapitalstruktur noch zeitgemäß ist“, forderte
Hammerl.

Wie groß die Entlastung durch das neue OeKB-Programm tatsächlich
ausfällt, sei derzeit allerdings noch offen. Einen konkreten Zinssatz
nennt die Regierung nicht. Beim bestehenden OeKB-Programm für
Energieversorger wird der Zinssatz individuell nach Bonität und
Finanzierungsstruktur berechnet. „Günstigere Finanzierung ist ein
richtiger Schritt, aber eben nur ein kleines Rad im großen Uhrwerk.
Wer die Netzkosten wirklich bremsen will, muss auch die Ursachen
angehen. So muss das EAG dringend reformiert werden. Speicher,
steuerbare Einspeisung und Spitzenkappung müssen stärker
berücksichtigt werden, statt immer neue Netzkosten zu produzieren.
Dazu müssen aber auch die CO2-Kosten bei der Stromerzeugung (ETS)
abgeschafft sowie die hohe Steuer- und Abgabenbelastung sinken“,
erklärte Hammerl.

„Man muss jede Stellschraube nutzen, damit die Stromrechnung
wieder günstiger wird. Billiger finanzieren ist gut, aber noch besser
ist es, Kosten gar nicht erst entstehen zu lassen“, betonte Hammerl.