Wien (OTS) – Scharfe Kritik an der ORF-Berichterstattung über den
Migrantenansturm
auf die spanische Exklave Ceuta übte heute FPÖ-Generalsekretär und
Mediensprecher NAbg. Christian Hafenecker, MA: „Während an der EU-
Außengrenze das Chaos regiert, verkauft uns der ORF ‚erschöpft und
erfreut angekommene‘ Migranten und eine ‚euphorische‘ Stimmung. Aus
einem illegalen Sturm auf die EU-Grenze wird beim Gebührenfunk eine
rührselige Willkommensgeschichte. Das ist keine objektive
Berichterstattung mehr, das ist Weichzeichnerei auf Kosten der
Beitragszahler!“
Hafenecker belegte seinen Vorwurf mit den ORF-Sendungen selbst:
In der ZIB 2 sei von einer „euphorischen“ Stimmung und von Migranten
die Rede, die „Es lebe Spanien“ rufen, betont würden „ganze Familien
mit kleinen Kindern“. „Nur: In den Videobildern erkennt jeder Zuseher
auf den ersten Blick, dass hier eben nicht Familien kommen, sondern
zum ganz überwiegenden Teil junge Männer im wehrfähigen Alter. Sogar
die ORF-Reporterin räumt ein, dass es ‚vorwiegend junge Menschen, die
meisten aus Marokko‘ sind – also klassische Wirtschaftsmigration. Das
Familienbild muss trotzdem her, damit die Erzählung stimmt. Wenn Text
und Bild derart auseinanderklaffen, ist das gezielte Irreführung des
Publikums“, kritisiert Hafenecker.
Besonders auffällig sei das Zahlenspiel: „Am 31. Juli spricht der
ORF plötzlich von ‚mehreren hundert‘ Menschen, während spanische
Behörden von zehntausenden an einem einzigen Tag berichten. Wer einen
historischen Grenzkollaps zum Zwischenfall herunterrechnet, betreibt
Realitätsverweigerung mit System“, so der FPÖ-Generalsekretär. Auch
die vermeintliche Entschlossenheit Spaniens werde vom ORF unkritisch
übernommen: „Der ORF meldet brav, Spanien ‚verstärke die
Militärpräsenz‘ und schicke ‚sogar Soldaten‘ – das klingt nach
entschlossenem Handeln. Verschwiegen wird, dass es zunächst gerade
einmal 60 Soldaten waren, die gegen zehntausende Grenzstürmer
aufgeboten wurden. 60 Mann gegen einen Massenansturm – das ist kein
Grenzschutz, das ist ein Feigenblatt. Aber der Gebührenfunk verkauft
es als Lösung“, so Hafenecker.
Bezeichnend sei zudem, was der ORF gar nicht erst thematisiere:
„Über soziale Medien und lokale Berichte kursieren Meldungen über
Plünderungen und Einbrüche in Ceuta – der ORF geht darauf mit keinem
Wort ein, weder aufklärend noch dementierend. Die Sicherheitslage und
die Sorgen der Bevölkerung vor Ort werden schlicht ausgeblendet, als
gäbe es sie nicht. Berichterstattung, die nur eine Seite kennt, ist
keine.“
Ebenso fehle jede Einordnung in die ohnehin angespannte
Sicherheitslage in ganz Europa: „Der ORF erzählt Ceuta als isolierte
Hoffnungsgeschichte und blendet völlig aus, dass unkontrollierte
Massenmigration über die EU-Außengrenze auch die Debatte über
islamistischen Extremismus und Terror in Europa unmittelbar berührt.
Wenn zehntausende ungeprüft EU-Boden stürmen, weiß niemand, wer da
wirklich kommt. Diese sicherheitspolitische Dimension kommt beim
Gebührenfunk nicht einmal am Rande vor – das ist grob fahrlässig
gegenüber den Zusehern.“
Hafenecker stellt klar, dass es ihm nicht um den Vorwurf des
reinen Verschweigens gehe: „Der ORF hat sehr wohl von ‚Chaos‘,
‚Ausnahmezustand‘ und einer ‚zusammengebrochenen Grenzsicherung‘
gesprochen. Genau das macht die Sache so perfide: Man nennt einzelne
Fakten, verpackt sie aber in ein Framing, das den illegalen
Massenansturm zur menschlichen Hoffnungsgeschichte umdeutet, die
Sicherheitslage ausblendet und die Schuldigen aus dem Bild nimmt. Das
ist Haltungsjournalismus in Reinkultur.“
Abschließend erneuert Hafenecker die freiheitliche Forderung nach
einer grundlegenden ORF-Reform: „Die Menschen in diesem Land zahlen
Zwangsgebühren für einen objektiven, ausgewogenen Rundfunk und
bekommen bei einem der wichtigsten Themen unserer Zeit eine geschönte
Willkommenserzählung. Wir Freiheitliche werden nicht lockerlassen: Es
braucht endlich einen ORF, der die ganze Realität abbildet, statt sie
schönzufärben und es braucht das Ende der Zwangsgebühren.“