FPÖ – Brückl: „Streichung von Latein ist bildungspolitischer Irrweg – Wiederkehr wiederholt alte Fehler“

Wien (OTS) – „Die angekündigte Kürzung des Lateinunterrichts
zugunsten neuer
Fächer wie ‚Informatik und Künstliche Intelligenz‘ sowie ‚Medien und
Demokratie‘ ist kein Aufbruch, sondern ein bildungspolitischer
Rückschritt. NEOS-Bildungsminister Wiederkehr zeigt damit einmal
mehr, dass er aus fünf Jahren Wiener Regierungsverantwortung nichts
gelernt hat: Er bleibt bei den echten Problemen säumig, greift aber
bereitwillig zu symbolischen Eingriffen, die grundlegende
Bildungsstandards untergraben“, so heute der freiheitliche
Bildungssprecher NAbg. Hermann Brückl in einer Reaktion auf die
jüngsten Äußerungen des Bildungsministers.

„Latein ist keine ‚tote Sprache‘, sondern eine zentrale Grundlage
für Sprachverständnis, Logik, Systemdenken und regelbasierte
Strukturen. Genau diese Kompetenzen sind es, die heute für
Programmieren, Algorithmen und den kritischen Umgang mit KI
unverzichtbar sind. Wer ernsthaft glaubt, man könne Künstliche
Intelligenz verstehen, ohne solide sprachliche und analytische
Grundlagen zu vermitteln, verkennt das Wesen moderner Technologie –
oder betreibt bewusst Nivellierung nach unten“, erklärte Brückl.

„Dass Wiederkehr für diesen Schritt Applaus aus der SPÖ und
Teilen der Volkspartei erhält, überrascht nicht. Seit Jahren fordern
diese politischen Ränder eine Absenkung des Anspruchsniveaus im
Bildungssystem. Die Streichung von Latein passt exakt in dieses
Muster: weniger Tiefe, weniger Anspruch, mehr wohlklingende
Schlagworte“, so Brückl und weiter: „Eine solche Kürzung würde auch
nicht den Aufnahmekriterien bestimmter Studienrichtungen wie zum
Beispiel Medizin, Rechtswissenschaften, Archäologie, Theologie,
Pharmazie, Veterinärmedizin, Geschichte und Philosophie an den
Universitäten entsprechen.“

„Statt strukturelle Defizite anzugehen – von mangelnden
Grundkompetenzen über Lehrermangel bis hin zu Leistungsproblemen –
wird an einem der wenigen Fächer gesägt, die systematisches Denken,
Sprachdisziplin und intellektuelle Durchdringung fördern. Die
Bildungspolitik von Wiederkehr bleibt damit dort verortet, wo sie
sich zunehmend einrichtet: nicht auf der Höhe der Herausforderungen,
sondern im politischen Souterrain. Wer KI ernst nimmt, muss Bildung
ernst nehmen. Und wer Bildung ernst nimmt, darf Latein nicht opfern“,
stellte Brückl klar.