FCIO zu gescheitertem UN-Kunststoffabkommen: Rückschlag im Kampf gegen Umweltverschmutzung

Wien (OTS) – Der Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO) bedauert
das
Scheitern der Verhandlungen zum globalen Kunststoffabkommen. Nach
zehn Tagen intensiver Gespräche konnten sich die Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen nicht auf ein rechtsverbindliches Abkommen
einigen.

„D as Scheitern ist eine verpasste historische Chance, die
weltweite Kreislaufwirtschaft entscheidend voranzubringen und die
Umweltverschmutzung wirksam einzudämmen “, sagt Helmut Schwarzl,
Obmann der Kunststoffindustrie. Kunststoffe bleiben in vielen
Bereichen unverzichtbar, etwa in der Medizin, bei erneuerbaren
Energien, in der Lebensmittelversorgung oder Mobilität. Aus diesem
Grund sind Reduktionsziele für die Produktion von Kunststoffen nicht
praktikabel, vielmehr müssen alle Anstrengungen daraufgelegt werden,
dass keine Kunststoffabfälle in die Umwelt gelangen. „ Aktuell steht
2,7 Milliarden Menschen keine funktionierende Abfallentsorgung zur
Verfügung. Deshalb muss neben der kreislauffähigen Produktgestaltung
die korrekte Behandlung von Kunststoffabfällen oberste Priorität
haben. Es ist bedauerlich, dass die Möglichkeit eines globalen
Rahmens für den Umgang mit Kunststoffabfällen vertan wurde “, so
Schwarzl.

Der FCIO hatte sich im Vorfeld klar für ein ambitioniertes,
rechtlich verbindliches Abkommen eingesetzt, das konkrete Maßnahmen
vorsieht – von nationalen Recyclingquoten über verpflichtende
Rezyklatanteile bis hin zu wissenschaftlich fundierten Strategien für
besonders problematische Kunststoffanwendungen.

„ Die Bekämpfung von Kunststoffabfall ist eine gemeinsame
Verantwortung, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie,
Politik, Wissenschaft und Gesellschaft erfordert “, so Schwarzl
weiter. „ Ohne eine globale Koordinierung werden Fortschritte
langsamer und weniger wirksam sein. Das ist sehr schade. “

„Wir werden unsere Bemühungen nicht aufgeben“, betont Schwarzl. „
Die heutige Enttäuschung darf keinen Stillstand bedeuten – im
Gegenteil: Sie muss ein Ansporn sein, auf allen Ebenen Lösungen
voranzutreiben. “

Über den FCIO

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist
die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in
Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen produzieren in
unterschiedlichen Sektoren zB Pharmazeutika, Kunststoffe und
Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel oder auch organische und
anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000 Beschäftigten der
Branche stellten 2024 Waren im Wert von 19,3 Milliarden Euro her.
www.fcio.at