Wien (OTS) – Der gestrige KURIER-Beitrag zur langfristigen
Pensionsfinanzierung
verweist auf eine internationale Vergleichsstudie des
Beratungsunternehmens Marsh (vormals Mercer), in der Österreich bei
der Nachhaltigkeit seines Pensionssystems am Ende des Rankings liegt.
Dies zeigt, wie dringend eine sachliche Debatte über die Zukunft
unseres Pensionssystems ist. Die Finanzierung der Pensionen muss
nachhaltig gesichert werden. Eine stärkere Kapitaldeckung ist dafür
jedoch kein automatischer Königsweg. Entscheidend ist nicht die Höhe
des veranlagten Kapitals, sondern die Pension, die Menschen im Alter
tatsächlich erhalten.
„Nachhaltigkeit muss sich daran messen lassen, ob Menschen auch
künftig eine ausreichende, verlässliche und kaufkraftgesicherte
Pension erhalten – nicht bloß daran, wie viel Kapital angesammelt
wird“, erklärt Willi Waldner, Bundesvorsitzender der FCG-
Pensionist:innen.
Chile und Deutschland zeigen die Grenzen der Kapitaldeckung
Chile musste sein weitgehend kapitalgedecktes Pensionssystem
reformieren, weil die Leistungen für viele Menschen nicht
ausreichten. Auch die deutsche Riester-Rente konnte die Probleme bei
Kosten, Verbreitung und sozialer Absicherung nicht überzeugend lösen.
Kapitaldeckung ist daher kein Selbstläufer.
Auch in Österreich müssen die tatsächlichen Ergebnisse der
Pensionskassen im Mittelpunkt stehen. Veranlagungsrisiken, Gebühren
und Inflation können die Leistungen und ihre Kaufkraft erheblich
beeinträchtigen.
Wer trägt die Risiken – und wer profitiert?
„Wer mehr kapitalgedeckte Vorsorge verlangt, muss offenlegen,
welche Nettorenditen nach sämtlichen Kosten und Inflation realistisch
sind, wer Verluste trägt und welche Pension tatsächlich zu erwarten
ist“, fordert Waldner. Zusätzliche Kapitalveranlagung garantiert
weder höhere Pensionen noch automatisch mehr heimische Investitionen
und Arbeitsplätze.
Gesetzliche Pension als tragende Säule sichern
Die FCG-Pensionist:innen halten an der gesetzlichen,
umlagefinanzierten Pension als Fundament der österreichischen
Alterssicherung fest. Demografische Herausforderungen und die
langfristige Finanzierung müssen sachlich diskutiert werden. Sie
dürfen aber nicht automatisch als Argument für eine Verlagerung auf
die Finanzmärkte dienen.
„Kapitaldeckung ist nicht automatisch nachhaltiger als Umlage –
sie verteilt die Risiken anders. Ein fairer Vergleich muss beide
Systeme vollständig betrachten. Für uns gilt: Sicherheit vor Rendite
und Transparenz vor Expansion“, betont Waldner abschließend.