Wien (OTS) – Der Equal Pension Day am 7. August 2025 macht erneut auf
ein seit
langem bekanntes strukturelles Problem aufmerksam: Frauen in
Österreich beziehen im Durchschnitt knapp 1.000 Euro weniger Pension
pro Monat als Männer, was einem Gender Pension Gap von 39,7 Prozent
entspricht. „Diese Differenz stellt eine erhebliche Lücke dar und
macht deutlich, dass gezielte Maßnahmen weiterhin notwendig sind, um
die bestehende Pensionsungleichheit für Frauen zu beseitigen“,
erklärt Mag.a Ursula Hafner, Bundesfrauenvorsitzende der Fraktion
Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter (FCG) im ÖGB.
Für Hafner ist klar: „Frauen, die jahrzehntelang gearbeitet,
Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben, dürfen im Alter nicht
finanziell im Stich gelassen werden.“ Sie kritisiert, dass die
unbezahlte Arbeit von Frauen im System weitgehend unsichtbar ist –
dabei wäre unsere Gesellschaft ohne sie gar nicht funktionsfähig.“
Auch zur aktuellen Debatte über Teilzeitarbeit, die häufig nicht
freiwillig, sondern strukturell erzwungen ist, nimmt Hafner klar
Stellung: „Wer sich für Teilzeit entscheidet, weil er Kinder betreut,
Angehörige pflegt, aus gesundheitlichen Gründen oder aus anderen
Verpflichtungen heraus, muss dafür Respekt erfahren und darf nicht
benachteiligt werden. Wahlfreiheit bedeutet für uns: Vollzeit muss
möglich sein, Teilzeit muss respektiert werden.“
Abschließend fordert sie konkrete Maßnahmen für mehr
Gerechtigkeit im Pensionssystem: „Wir brauchen endlich ein System,
das die Lebensrealitäten von Frauen abbildet – mit einem Recht auf
freiwillige Ausweitung der Arbeitszeit, qualitätsvollen
bedarfsorientierten Kinderbildungseinrichtungen und
existenzsichernden Pensionen. Dazu ist eine bessere Anrechnung von
Kindererziehungs- und Pflegezeiten für die Pension unbedingt
erforderlich.“