Evolution der Intelligenz oder Intelligenz der Evolution?

Wien (OTS) – Anmeldung zum Vortrag

Kaum ein Begriff wird so oft als Metapher für menschliche
Überlegenheit verwendet – sei es innerhalb der menschlichen
Gesellschaft oder gegenüber anderen Lebewesen – als Intelligenz. Die
vermeintlich mathematische Genauigkeit, mit der diese Größe angeblich
bestimmt werden kann, wird bei Betrachtungen im Kontext
unterschiedlicher Anwendungen sehr rasch fragwürdig. Besonders
deutlich zeigt sich dies bei der Suche nach Hinweisen auf Intelligenz
bei anderen Lebewesen. Hier stellt sich die Frage, warum biologische
Evolution über rund viereinhalb Milliarden Jahre ohne intelligente
Organismen funktionieren konnte? Die Suche nach Antworten zu dieser
Frage liefert nicht nur Ansätze für das Verständnis von
Evolutionsprozessen, sondern auch für die Bewertung der Tragfähigkeit
menschlicher kognitiver Leistungen für die Sicherung langfristiger
Entwicklungen in der Gegenwart.

Dr. Markus Knoflacher hat Zoologie und Botanik an der Universität
Wien studiert, wo er auch promoviert hat. Bis zu seiner Pensionierung
war er an außeruniversitären Forschungseinrichtungen tätig wie der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften, dem Joanneum Research
sowie dem Austrian Institute of Technology (AIT), wo er sich intensiv
mit interdisziplinären Fragestellungen aus einer Systemperspektive
beschäftigt hat. Er ist Gründungsmitglied des Club of Vienna sowie
Verfasser und Herausgeber mehrerer Bücher. Zuletzt erschienen sind
„Relativität der Evolution“ (2022) sowie „Wechselwirkungen und Zufall
der Evolution“ (2024).