Eurovision Song Contest: Einsatzintensivwoche liegt hinter der Polizei

Wien (OTS) – In der vergangenen Woche führte der Eurovision Song
Contest zu einer
intensiven Arbeitswoche für die österreichische Polizei. Über 3.500
Polizistinnen und Polizisten aus Wien, Niederösterreich,
Oberösterreich, Burgenland, Salzburg, Kärnten und Tirol standen seit
dem 10. Mai 2026 im Einsatz und sorgten für einen sicheren Ablauf der
Veranstaltungen. Neben dem ESC forderte die große Anzahl an
Parallelveranstaltungen wie der „Wings for Life World Run“, das
Wiener Fußballderby zwischen Rapid Wien und Austria Wien, das
Bundesliga-Finale und verschiedene Gedenkfeiern umfassende
polizeiliche Maßnahmen.

Innenminister Gerhard Karner sagte: „Die vergangenen Tage waren
von viel Arbeit, intensiven Vorbereitungen, großen Herausforderungen
und enormer Verantwortung geprägt. Ein umfangreiches und konsequentes
Sicherheitskonzept und die hohe Professionalität der Polizistinnen
und Polizisten haben ein Musikfest der Superlative ermöglicht“.

Jörg Leichtfried, Staatssekretär im Innenministerium, ergänzte:
„Der Eurovision Song Contest hat gezeigt, was ein starker
öffentlicher Dienst leisten kann: Unsere Sicherheitsbehörden haben
mit Professionalität, Augenmaß und großem Engagement dafür gesorgt,
dass ein internationales Großereignis sicher und friedlich
stattfinden konnte. Zentral dafür ist das Zusammenspiel zwischen
Prävention, Früherkennung von Gefahren und eine konsequente Abwehr
dieser. Dabei fungiert der Verfassungsschutz als erste dünne rote
Linie, die unser Land schützt. Dafür möchte ich allen beteiligten
Einsatzkräften meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen.“

Eurovision Song Contest – polizeiliche Bilanz

Die Großveranstaltung „Eurovision Song Contest“ in der Wiener
Stadthalle wurde seit vielen Monaten basierend auf einem
detaillierten Sicherheitskonzept von der Polizei und den
Spezialeinheiten des Bundesministeriums für Inneres begleitet. Vor
und während der Veranstaltung sorgten verschiedene Einheiten wie die
Polizeidiensthundeeinheit, der Entschärfungsdienst, die
Verkehrsleitung, der Raumschutz, der Objektschutz, der Personenschutz
oder Drohnenpilotinnen- und Drohnenpiloten für einen reibungslosen
Ablauf. Seit 10. Mai 2026 standen über 3.500 Polizistinnen und
Polizisten in Uniform und Zivil im Einsatz. Wertvolle Unterstützung
gab es außerdem von Spezialkräften der bayerischen Polizei. Insgesamt
hat die Polizei vom 10. bis 16. Mai neben den offiziellen ESC-Shows
auch Veranstaltungen wie das Eurovision Village am Rathausplatz, aber
auch 29 Kundgebungen mit ESC-Bezug, gesichert und überwacht. Mehr als
130.000 Besucherinnen und Besucher nahmen an den Veranstaltungen
teil. Die Kundgebungen verliefen ohne größere Zwischenfälle, im Zuge
einer unangemeldeten Kundgebung wurden 14 Verwaltungsfestnahmen
aufgrund der anhaltenden Missachtung des Vermummungsverbots bei
Versammlungen durchgeführt.

Weiters wurden zahlreiche Maßnahmen im Bereich der Cyberabwehr
und des Verfassungsschutzes getroffen. Cybersicherheit war ein
zentraler Teil der Sicherheitsarchitektur des Song Contest, auch wenn
die vielen beteiligten Akteure immer nur im Hintergrund gearbeitet
haben. Die seit Oktober 2023 erhöhte Terrorwarnstufe 4 (von 5) und
die Internationalität der Veranstaltung erforderten intensive Arbeit
der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst und des Landesamts
Staatschutz und Extremismusbekämpfung Wien, um terroristische
Angriffe oder Cyberattacken abzuwehren. Aufgrund der hohen
Angriffswahrscheinlichkeit wurde eine Arbeitsgruppe „Cybersecurity
Coordination Group“ unter Leitung des Innenministeriums eingerichtet,
die die Cyberlage engmaschig beobachtete und rasch auf Cyberangriffe
reagieren konnte. Diese multidisziplinäre Gruppe bestand aus vielen
verschiedenen Spezialistinnen und Spezialisten aus dem
Innenministerium wie der Direktion Staatsschutz und
Nachrichtendienst, dem Bundeskriminalamt, dem Lagezentrum
Cybersicherheit, Akteuren vom ORF und der Stadt Wien sowie
Expertinnen und Experten aus der Privatwirtschaft.

Bundespolizeidirektor Michael Takàcs sagte: „Es gab im Zuge des
Eurovision Song Contests rund 500 ernstzunehmende Cyberangriffe, die
darauf angelegt waren, die Strukturen zu zerstören und zu
verlangsamen – dies ist nicht gelungen. Unsere Sicherheitsstruktur
hat niemand durchdringen lassen. Das hat gezeigt, dass die
Vorbereitungsmaßnahmen sinnvoll waren und der Schutz zu jedem
Zeitpunkt gewährleistet war.“

Sichtbarkeit und Bürgernähe als zentraler Fokus

Ein Schwerpunkt der Polizei lag auf sichtbarer, bürgernaher
Polizeiarbeit. Die eingesetzten Kräfte führten während der gesamten
Veranstaltungswoche unzählige Gespräche mit Besucherinnen und
Besuchern aus aller Welt. Die Rückmeldungen zur offenen und
professionellen Polizeipräsenz waren überwiegend positiv. Auch viele
Delegationen, Entscheidungsträger und Ehrengäste beim ESC äußerten
sich positiv über den umfassenden Einsatz der österreichischen
Sicherheitsbehörden bei dieser Großveranstaltung.

Behördenübergreifende und internationale Zusammenarbeit

Sicherheit konnte auch durch die behördenübergreifende und
internationale Zusammenarbeit garantiert werden. Im Zuge der
Veranstaltung zeichnete sich zum einen die bewährte Zusammenarbeit
mit den Rettungs- und Einsatzorganisationen, zum anderen mit den
Sicherheitsbehörden der teilnehmenden Länder sowie der Europol aus.
Diese intensive Zusammenarbeit im Vorfeld und während der
Veranstaltung war essenziell für die Planung, Vorbereitung und
erfolgreiche Bewältigung des Einsatzes.

Dieter Csefan, Landespolizeivizepräsident, ergänzte: „Mit dem
Ende des Eurovision Song Contests 2026 geht auch für die Wiener
Polizei einer der größten und komplexesten Einsätze der vergangenen
Jahre zu Ende. In den frühen Morgenstunden des Finaltags konnte eine
Person, die unbefugt über den Außenzaun in den abgesperrten Bereich
der Stadthalle eingedrungen war, durch den gezielten Einsatz von
Polizeidrohnen rasch lokalisiert und anschließend auch festgenommen
werden. Ebenso konnte eine Person, die zwar über ein gültiges Ticket
verfügte, jedoch mit gefälschter Akkreditierung in den Backstage-
Bereich in die Stadthalle gelangen wollte, konnte rasch angehalten,
der Örtlichkeit verwiesen und zur Anzeige gebracht werden.“

„Alleine im ESC-Village am Rathausplatz wurden an einzelnen Tagen
mehr als 15.000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Die
Tagesfrequenzen lagen bei rund 30.000 Besucherinnen und Besuchern.
Auch die Wiener Stadthalle verzeichnete an mehreren Tagen
Spitzenwerte von über 10.000 Gästen“, führte Dieter Csefan weiter
aus.

Auch die umfassende Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und dem ORF
konnte einen flüssigen Ablauf der Veranstaltung garantieren – sei es
Durchsuchungen der Wiener Stadthalle durch Polizeidiensthunde,
Absprachen im Bereich des Raum-, Objekt- oder Personenschutzes,
Garantie der Sicherheit bei Einlasskontrollen oder Koordination der
gemeinsamen Cyberabwehrtruppe.

Die Generaldirektorin des ORF, Ingrid Thurnher, betonte
abschließend: „Der Eurovision Song Contest 2026 hat beim Publikum
große Resonanz gefunden: 1,68 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer
verfolgten das Finale, insgesamt sahen rund 3,3 Millionen Menschen
den Finaltag in ORF 1. Maßgeblich zum erfolgreichen Verlauf
beigetragen hat die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Mein besonderer Dank gilt der Polizei, den eingesetzten privaten
Sicherheitskräften, den Blaulichtorganisationen sowie den rund 600
Volunteers, die mit ihrem Einsatz und ihrer Präsenz wesentlich zu
einer sicheren und positiven Atmosphäre beigetragen haben.“