Wien (OTS) – In Österreich leben rund 1,4 Millionen Menschen – etwa
16 Prozent der
Bevölkerung – mit einer Behinderung. Laut einer Studie ist ihr Risiko
für häufige psychische Belastung fast fünfmal so hoch wie in der
Allgemeinbevölkerung ( https://doi.org/10.15585/mmwr.mm6936a2 ).
Hinzu kommen strukturelle Hürden beim Zugang zu Gesellschaft oder
Gesundheitssystem und oft auch begrenzte finanzielle Ressourcen der
Betroffenen. Die Klinik Hietzing setzt hier mit einem österreichweit
einzigartigen Angebot an: Der einzigen stationären Sozialpsychiatrie
für Menschen mit Behinderung in Österreich. Sie richtet sich speziell
an Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen und zusätzlichen
psychischen Erkrankungen.
Zwtl.: Ganzheitlicher Ansatz in der Klinik Hietzing
Die Behandlung an der Klinik Hietzing von Menschen mit einer
Störung der Intelligenzentwicklung und zusätzlichen psychischen
Erkrankungen verfolgt einen entwicklungsbasierten, ganzheitlichen
Ansatz. Verhalten wird als Ausdruck von Bedürfnissen verstanden.
Herausfordernde Verhaltensweisen gelten nicht als „Störung“, sondern
als Hinweis auf Überforderung, Unterforderung oder unerfüllte
emotionale Bedürfnisse. „Menschen, die sich richtig verhalten können,
tun dies auch“, betont Matthäus Fellinger, Vorstand der 2. Abteilung
für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin mit
Sozialpsychiatrie für Menschen mit Behinderung an der Klinik
Hietzing. „Unser Auftrag ist es, zu verstehen, welches Bedürfnis
hinter einem Verhalten steht. Dafür braucht es Zeit, Fachwissen und
eine respektvolle Haltung.“ Das Angebot umfasst individuell
angepasste Therapiepläne, Einzel- und Gruppensettings sowie eine
sorgfältige medikamentöse Einstellung unter enger Beobachtung. Ein
besonderer Fokus liegt auf Kommunikation: einfache Sprache, direkte
Ansprache und ausreichend Zeit sind zentrale Elemente der Behandlung.
„Menschen mit Behinderung müssen ernst genommen und direkt
angesprochen werden – nicht über ihre Begleitpersonen hinweg“, betont
Fellinger.
Zwtl.: Europäischer Inklusionstag: Klinik Hietzing hilft bei Barriere
-Abbau
Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit
Behinderung am 5. Mai steht seit über 30 Jahren für die Forderung
nach echter Gleichstellung und Teilhabe von Menschen mit
Behinderungen in Europa. Trotz rechtlicher Fortschritte – etwa durch
die UN-Behindertenrechtskonvention, die Österreich 2008 ratifiziert
hat – bestehen weiterhin erhebliche Barrieren im Alltag, insbesondere
im Zugang zu Gesundheitsversorgung. „Die Klinik Hietzing zeigt mit
ihrem spezialisierten Angebot, wie eine bedürfnisgerechte,
psychiatrische Versorgung von Menschen mit Behinderung aussehen kann
und ist somit ein elementarer Teil in der Gesundheitsversorgung
dieser Personengruppe. Dieses Spezialangebot hilft uns dabei ein
besseres Verständnis für ihre Bedürfnisse zu entwickeln und Barrieren
im Gesundheitssystem abzubauen.“, so Fellinger.