„Europa und Österreich haben Putin durch Trump ersetzt“

Wien (OTS) – Die Europäische Union – und damit auch Österreich –
laufen nach
jahrzehntelanger Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen zunehmend
Gefahr, „fliegend“ zum nächsten Gas-Hegemon, den USA, zu wechseln.
Aktuelle Zahlen zur Importstatistik bereiten Sorge. Auch der EU-
Energiekommissar spricht von einem Weckruf. Aus fremden Fesseln wird
man sich nur mit heimischer Energieerzeugung befreien können. Die
beste Waffe gegen Öltanker? Erneuerbare Energien.

XX.01.2026 : „Seit dem russischen Angriffskrieg 2022 haben wir
zaghaft begonnen, Gas als Problem zu sehen. Jetzt ersetzen wir das
Gas des einen Despoten durch das eines Politikers, der zunehmend so
agiert. Und ausdrücklich gewillt ist, es als Waffe einzusetzen.
Europa und Österreich ersetzen Putin durch Trump. Das ist sehr, sehr
teuer. Wir haben eines noch immer nicht gelernt: Solange wir vom Gas
abhängig bleiben, treiben wir nur den Teufel mit dem Beelzebub aus.“,
so IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer.

Europa importiert schon heute über ein Viertel seines Gases ( 27
Prozent ) aus den USA (insb. Flüssiggas, also tiefgekühltes,
transportfähiges Erdgas). Bis 2030 könnte Europa fast die Hälfte
seines Gases aus den Vereinigten Staaten beziehen – eine teure und
gefährliche Abhängigkeit, in Zeiten einer höchst angespannten
Beziehung zum ehemaligen Partner. „Wir riskieren, die eine
Abhängigkeit durch eine andere zu ersetzen“, warnt auch EU-
Energiekommissar Dan Jörgensen. 2021, also vor dem Überfall Russlands
auf die Ukraine, kamen erst 5 Prozent der europäischen Gaslieferungen
aus den USA. Europa gab im Jahr 2024 knapp 400 Milliarden Euro für
fossile Importe aus, Österreich 14 Milliarden Euro . (Quellen: ENTSO-
E/Bruegel/Statistik Austria).

„Geld, das in andere Länder abfließt und sozusagen verschenkt
wird – für verbrannten Rohstoff“, so Christoph Zipf vom europäischen
Branchenverband WindEurope in Brüssel. Gleichzeitig hat die
Windenergie im Jahr 2024 100 Milliarden Kubikmeter Gas – umgerechnet
500 große Öltanker – an fossilen Importen verhindert. Bis 2030
könnten bei weiterem Ausbau 200 Milliarden Kubikmeter Gas – also 1000
große Öltanker an fossilen Importen – durch unsere eigene Energie
ersetzt werden (Quelle: Rystad Energy)

Wind und Solar haben sich in Europa in den letzten 25 Jahren von
weniger als 1 Prozent auf rund 30 Prozent an der europäischen
Stromerzeugung gesteigert. (Quelle: Eurostat) „Dass es Ländern, die
Windenergie haben, vermeintlich schlechter gehen soll, sagt Donald
Trump natürlich nicht ohne Grund. Jede Kilowattstunde Windstrom ist
eine Kilowattstunde Gas oder Öl weniger , die er gerne nach Europa
exportieren und dafür kassieren möchte.“ Windenergie ist Garant für
echte Unabhängigkeit und Souveränität über die Stromrechnung. „Nur so
wird man unabhängiger von Despoten und unzuverlässigen
Handelspartnern“, so Maringer.

Zwtl.: Über die IG Windkraft

Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der
österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon
heute rund 2,75 Millionen Haushalte im Land mit sauberem,
unabhängigem und günstigem Strom. Nach einer aktuellen,
repräsentativen Umfrage befürworten 83 Prozent der Österreicher:
innen den Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft repräsentiert rund
180 in den Regionen verankerte, meist mittelständische Unternehmen
entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energieform – von der
Herstellung über die Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und
Wartung. Die österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000
Menschen und hat in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2
Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. Durch Milliarden-
Investitionen stärkt sie den heimischen Wirtschaftsstandort.