Wien (OTS) – EU-Projekte in Österreich sichtbar machen und das
Engagement von
Personen und Organisationen vor den Vorhang holen: Dieses Ziel
verfolgt der Europa-Staatspreis bereits seit 2015. Im Rahmen einer
feierlichen Preisverleihung am 6. Mai 2026 im Bundeskanzleramt
zeichnete Europaministerin Claudia Bauer drei Initiativen mit dem
diesjährigen Europa-Staatspreis aus. Eine unabhängig agierende
Fachjury wählte aus insgesamt 67 eingereichten Projekten drei
Siegerprojekte in den Kategorien „Europa erklären“, „Europa
gestalten“ und „Europa verändern“ aus.
Bauer: „Europa muss selbstbewusst auftreten und handlungsfähig
sein“
In ihrer Rede betonte Europaministerin Bauer die zentrale Rolle
eines starken und handlungsfähigen Europas in einer sich rasch
verändernden Welt: „Gerade jetzt braucht es ein Europa, das
selbstbewusst auftritt, klar sagt, wofür es steht, und seine
Interessen auch durchsetzt. Europa muss wieder stärker auf der
internationalen Bühne präsent sein und bei geopolitischen
Entscheidungen mit am Tisch sitzen. Unser Ziel ist es, den Kurs
selbst zu bestimmen und nicht nur Beifahrer zu sein.“
Ein starkes Europa sei auch Voraussetzung für wirtschaftliche
Stabilität und Sicherheit: Österreich setze sich daher für mehr
Wettbewerbsfähigkeit, einen resilienten Standort und weniger
Bürokratie ein.
„Europa ist kein Selbstläufer“
Zugleich unterstrich Bauer, dass die Europäische Union im Alltag
der Menschen verankert bleiben müsse: „Europa ist kein Selbstläufer.
Die Errungenschaften, die für viele heute selbstverständlich sind –
vom Reisen ohne Grenzen bis zu Chancen durch Bildung und Arbeit in
ganz Europa – wurden hart erarbeitet. Umso wichtiger ist es, Europa
täglich zu erklären, zu gestalten und zu verteidigen.“
Die ausgezeichneten Projekte würden genau dazu beitragen, den
europäischen Gedanken greifbar zu machen und neue Zielgruppen zu
erreichen. „Mit dem Europa-Staatspreis holen wir jene vor den
Vorhang, die Europa im Alltag sichtbar machen – mit Engagement,
Kreativität und großer Begeisterung. Dieses oft ehrenamtliche
Engagement ist ein unverzichtbarer Beitrag für ein starkes und
bürgernahes Europa. In allen Initiativen stecken viel Herzblut,
Leidenschaft und Begeisterung für Europa, dafür möchte ich mich bei
allen Projektträgern herzlich bedanken!“, so Bauer.
Preisträgerinnen und Preisträger 2026
Die Siegerprojekte des Europa-Staatspreises 2026 wurden anhand
von Kriterien wie Wirksamkeit der Projekte mit Blick auf das
Erreichen neuer Zielgruppen, ihrer Nachhaltigkeit, Innovationskraft
und Kreativität sowie Multiplikatoreneffekte ausgewählt.
· Kategorie „Europa erklären“
Projekt: Europakoffer
Projektverantwortliche: Paris Lodron Universität Salzburg
Der „Europakoffer“ bringt seit 2024 EU-Themen direkt in Schulen
und ermöglicht einen fächerübergreifenden Zugang zu Europa, auch in
entlegenen Regionen.
Der Europakoffer reist seit 2024 durch Schulen im Bundesland
Salzburg und bringt Europa, die EU und den europäischen Gedanken auch
in entlegenste Regionen. Drei Wochen bleibt der Europakoffer, der mit
maßgeschneiderten Materialien für 15 Unterrichtsfächer gefüllt ist,
an einem Schulstandort. Der Europakoffer unterstützt Lehrkräfte
dabei, Themen mit Europa-Bezug in ihrem jeweiligen Unterrichtsfach –
von Deutsch über Physik und Geschichte bis hin zu Fremdsprachen,
Sport oder Musik – greifbar zu machen. Der Europakoffer ist ein
Projekt der Arbeitsgemeinschaft Europäische Integration an der School
of Education der Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) in
Kooperation mit dem Salzburg Center für European Union Studies, dem
Fachbereich Erziehungswissenschaft sowie Didaktik-Expertinnen und –
Experten mehrerer Fachbereiche an der PLUS. Ab dem nächsten Schuljahr
soll der Europakoffer österreichweit ausgerollt werden.
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· Kategorie „Europa gestalten“
Projekt: Radioshow „EU, was geht? – Was uns durch Europa verbindet“
Projektverantwortliche: Timna Maria Moser, Radio-Host und Initiatorin
Die Radiosendung vermittelt EU-Politik verständlich und
alltagsnah und schafft einen niederschwelligen Zugang zu europäischen
Themen.
Alle zwei Monate beleuchten Timna Maria Moser und Hannes Böck in
ihrer Radio-Show „EU, was geht? – Was uns durch Europa verbindet“
einen aktuellen europapolitischen Themenschwerpunkt und „übersetzen“
EU-Politik in verständliche, alltagsnahe Geschichten – von „EU-Mythen
aufgeklärt“ über „EU in Tirol“ bis „Neues aus der EU“. Wie
beeinflusst die EU unseren Alltag – und das oft, ohne dass wir es
merken? Welche Entscheidungen werden in Brüssel getroffen und wie
kommen diese zustande? In ihrer einstündigen Sendung auf FREIRAD –
Freies Radio Innsbruck schaffen die beiden Radio-Hosts, aufgelockert
durch Musik und mit Gästen, einen niederschwelligen Zugang zu EU-
Themen. Das Projekt nimmt damit eine kreative Vermittlungsrolle ein
und macht die EU für die Bürgerinnen und Bürger greifbar, alltagsnah
und spannend.
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· Kategorie „Europa verändern“
Projekt: “CEFoodCycle”
Projektverantwortliche: Fachhochschule Salzburg GmbH
Das Projekt entwickelt innovative Lösungen zur Reduktion von
Lebensmittelabfällen und stärkt die Kreislaufwirtschaft entlang der
gesamten Wertschöpfungskette.
Mit dem interdisziplinären Projekt “Circular Economy: Mapping
Food Streams and Identifying Potentials to Close the Food Cycle”,
kurz “CEFoodCycle”, wurden praxisnahe Kreislauflösungen getestet, um
Lebensmittelabfall zu verringern und zirkuläre
Wertschöpfungspotenziale zu erschließen. Das Konzept der
Kreislaufwirtschaft wurde dabei auf den gesamten Lebensmittelstrom –
von der Produktion über die Verwendung bis hin zur Entsorgung –
angewandt. Mit FoodCycle.ai wurde zudem ein digitales Tool
entwickelt, das Unternehmen entlang der
Lebensmittelwertschöpfungskette bei der Reduktion von
Lebensmittelabfällen und der Wiederverwendung von Ressourcen
unterstützt. Das EU-geförderte Interreg Alpine Space-Projekt
vernetzte dabei Akteurinnen und Akteure im Rahmen von fünf regionalen
„Circular Food Hubs“ in Österreich, Slowenien, Italien, Frankreich
und Deutschland: Landwirtinnen und Landwirte, den Einzelhandel,
Energieerzeuger sowie Konsumentinnen und Konsumenten.
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Über den Europa-Staatspreis:
Der Europa-Staatspreis wurde 2015 anlässlich der 20-jährigen EU-
Mitgliedschaft Österreichs ins Leben gerufen und wird 2026 zum
zehnten Mal vergeben. Ziel ist die Würdigung von engagierten Menschen
und spannenden Projekten, die in Österreich zu einer offenen
Auseinandersetzung über das gemeinsame Europa anregen und Bewusstsein
für den europäischen Gedanken schaffen. Als eine wichtige Anerkennung
für all jene, die zum Verständnis der EU in Österreich und zum
Zusammenhalt in Europa beitragen, holt der Europa-Staatspreis die
Personen, Organisationen und Institutionen hinter den Projekten vor
den Vorhang.
Weitere Informationen zum Auswahlprozess der Projekte (nominierte
Finalistinnen und Finalisten in den drei Preis-Kategorien; Mitglieder
der Fachjury) sowie allgemeine Informationen finden Sie auf der
Europa-Staatspreis-Website .
Bilder von dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.