Wien (OTS) – „Die Geschwindigkeit, das Ausmaß und die
Gleichzeitigkeit der
Eskalation im Iran und im Libanon sind in der jüngeren Vergangenheit
der Region beispiellos. Ihre Bewohner*innen leben seit vielen Jahren
in Unsicherheit und Gewalt. Die Frage nach dem Warum scheint
zunehmend in den Hintergrund zu treten“ , warnt Lukas Wank,
Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung.
In der Region droht ein Flächenbrand, die humanitäre Lage
verschärft sich dramatisch. Millionen Menschen erleben Gewalt, ihre
Versorgung ist durch die zerstörte Infrastruktur erschwert. Zuletzt
berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk von über 3,2 Millionen
Vertriebenen im Iran und von knapp einer Million Vertriebenen im
Libanon. Unter ihnen sind auch zahlreiche Geflüchtete aus
Afghanistan, Syrien und aus den palästinensischen Gebieten, die nun
erneut um ihr Überleben und das ihrer Familien kämpfen müssen.
Wank verweist auf das seit Jahren strukturell unterfinanzierte
internationale Hilfssystem, das mit den weltweiten Krisenherden immer
weniger Schritt halten könne und an seine Grenzen stoße. „Es häufen
sich die Fälle, in denen humanitäre Hilfsorganisationen nicht mehr
imstande sind, Menschen rechtzeitig zu erreichen, zu versorgen und zu
schützen. In dieser zugespitzten Weltlage braucht es Staaten, die
sich zu internationalen Regeln bekennen und für die der Schutz von
Zivilist*innen unverhandelbar ist.“
Zwtl.: Österreichs internationale Stärken gefragt, aber Kapazitäten,
um auf zugespitzte Weltlage zu reagieren, reichen nicht mehr aus
Der Geschäftsführer des humanitären und entwicklungspolitischen
Dachverbands in Österreich schildert, dass ein Land wie Österreich
hierbei eine wichtige Rolle einnehmen könne: „Unsere Stärke liegt in
partnerschaftlicher Zusammenarbeit, Vertrauen und Dialogbereitschaft.
Dazu gehört auch, in Krisenzeiten verlässlich an der Seite von
benachteiligten und gefährdeten Menschen zu stehen. Mit dem
Auslandskatastrophenfonds und den erfahrenen österreichischen
Hilfsorganisationen kann unser Land diese Menschen wirksam
unterstützen. Jedoch: Die derzeit vorgesehenen Mittel reichen bei
weitem nicht aus, um den tatsächlichen humanitären Bedarfen gerecht
zu werden. Wir appellieren daher an Außenministerin Beate Meinl-
Reisinger und Finanzminister Markus Marterbauer, den
Auslandskatastrophenfonds rasch deutlich zu erhöhen. “
Abschließend betont Wank: „Das derzeitige Weltgeschehen ist ein
schriller Weckruf! Wenn die Bundesregierung an einer friedlicheren,
gerechten und stabileren Welt mitwirken und auch die Sicherheit und
das Wohlergehen der österreichischen Bevölkerung gewährleisten will,
dann muss sie die Humanitäre Hilfe und die langfristig wirkende
internationale Entwicklung in ihrem nächsten Budget substanziell
stärken.“