St. Pölten (OTS) – Von 28. März bis 8. November 2026 findet am Areal
des Landesklinikums
Mauer die Niederösterreichische Landesausstellung unter dem Titel
„Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“ statt.
Heute, Freitag, nahm Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die
offizielle Eröffnung vor rund 600 Gästen aus Politik, Wirtschaft,
Kultur und Gesundheitsorganisationen vor. Moderiert wurde die
Veranstaltung von Christa Kummer, musikalisch gestaltet wurde der
Festakt von Gansch & Breinschmid. Die Niederösterreichische
Landeshymne wurde vom Bewohnerchor des Pflege- und Betreuungszentrums
gesungen.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sagte in ihrem
Eröffnungsworten, dass sie unglaublich stolz sei, denn man spüre,
„welche Begeisterung hinter dieser Landesausstellung steckt“ und das
schon seit mehr als sechs Jahrzehnten. 41 Landesausstellungen seien
bisher umgesetzt worden und hätten rund elf Millionen Besucherinnen
und Besucher nach Niederösterreich gebracht. „Jede Landesausstellung
hat unser Niederösterreich lebens- und liebenswerter gemacht“,
betonte die Landeshauptfrau, dass es bei den Landesausstellungen um
Aufbruch gehe und Regionen nachhaltig zu stärken.
„Wir werden mit dieser Landesausstellung die gesamte Region zum
Blühen bringen“, betonte Mikl-Leitner, dass die Landesausstellung ein
wichtiges und sensibles Thema behandle und bei laufendem Betrieb
stattfinde und drückte mit „einem großen Danke“ ihre „Wertschätzung
und Respekt dem gesamten Klinikpersonal und den Patientinnen und
Patienten“ gegenüber aus.
„Rund 43 Millionen Euro wurden nur hier an diesem Standort
investiert“, informierte die Landeshauptfrau, dass man damit ein
Jugendstil-Ensemble renoviert habe und nachhaltige Standortsicherheit
schaffe. „Das ist Regionalpolitik, Gesundheitspolitik und
Kulturpolitik der Marke Niederösterreich“, so Mikl-Leitner. Die
Landeshauptfrau sprach auch die vielen Umfeldprojekte an: „Das macht
die Landesausstellung zu einem Motor des gesamten Mostviertels.“ Mikl
-Leitner sagte „Danke“ an die Bürgermeister der 31 Gemeinden und der
Partner von 130 Einrichtungen aus Tourismus, Landwirtschaft, Kultur
und Gastronomie.
„Psychische Gesundheit ist genauso wichtig wie körperliche
Gesundheit“, führte Mikl-Leitner aus, dass man Gott sei Dank „vom
Wegschauen zum Hinschauen“ gekommen sei. „Es ist mutig, dass wir uns
diesem Thema stellen, aber es ist eine Notwendigkeit“, betonte die
Landeshauptfrau die Wichtigkeit des vertrauens-, respekt- und
wertvollen Umgangs mit psychisch Erkrankten. „All das, was wir an
Anforderungen an diese Landesausstellung gestellt haben, ist erfüllt
worden“, führte die Landeshauptfrau aus, dass man sich im Sinne der
Erinnerungskultur „Nie wieder“ auch mit der Vergangenheit,
insbesondere der NS-Zeit, beschäftigt habe.
„Ich hab das Gefühl, diese Region brennt für diese
Landesausstellung“, sagte Mikl-Leitner, dass sie sich wünsche, dass
es gelinge viele Menschen mit diesem Feuer zu entfachen und, dass
diese das so wichtige Thema „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch.
Psyche. Gesundheit.“ hinaustragen.
Landesrat Anton Kasser sagte zu den Herausforderungen, eine
Landesausstellung bei laufendem Betrieb durchzuführen: „Es war und
ist ein Experiment.“ Er betonte in diesem Zusammenhang aber auch die
Chance, Psyche und Gesundheit in den Mittelpunkt zu stellen und
führte aus: „Die Stigmatisierung ist immer noch ein Thema. Wenn die
Seele gebrochen ist, merkt das keiner.“ Die Landesausstellung sei die
richtige Antwort, dass man diese Krankheit in den Mittelpunkt stelle,
bedankte er sich für die tolle Arbeit der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter im Gesundheitsbereich.
Armin Laussegger, wissenschaftlicher Leiter der NÖ
Landesausstellungen, nannte als Besonderheit der Landesausstellungen,
dass die Ausstellungsthemen aus dem Standort heraus entwickelt
werden. „Das hilft uns bei der Ausstellungserzählung, weil man an
einem authentischen Ort ist.“ Mit Niko Wahl und Michael Resch als
Kuratoren habe man zwei Experten, die die Ausstellung umgesetzt
haben.
Paulus Hochgatterer, Psychiater, Autor und Leiter des
wissenschaftlichen Beirats der Landesausstellung, sagte, dass die
Psyche in ihrer Vielfalt, Originalität und Verletzlichkeit die
Menschen immer schon fasziniert habe. „Dort, wo es um schwer
Begreifliches und Bedrohliches geht, waren psychische Phänomene über
Jahrhunderte hinweg Argument für Ausgrenzung und Absonderung“,
betonte Hochgatterer, dass ein zentrales Anliegen dieser
Landesausstellung sei, zu zeigen, dass sich Letzteres inzwischen
fundamental geändert hat.
Die Inhalte für das Vermittlungsprogramm „Familienspur“, das sich
an Kinder bis zwölf Jahre und ihre Begleitpersonen richtet, wurden
zum Teil gemeinsam mit Lehrenden und Volksschülerinnen und
Volksschülern aus der Gemeinde Haag entwickelt. Barbara Kunerth,
Schulleiterin der Volksschule Haag, sagte, dass es viel Spaß gemacht
habe, es sei schön, dass die Zusammenarbeit so gewachsen sei. Kunerth
betonte auch die Wichtigkeit, den Kindern schon in den Schulen und
Kindergärten „Werkzeuge“ mitzugeben.
Keynote-Speakerin Verena Titze nahm die Eröffnungsgäste mit auf
eine Zeitreise ins Jahr 2020. Am 5. Februar 2020 ist sie ausgebrannt,
seit 18. September 2020 trocken und lebt jetzt ihre Berufung. „Ich
kriege Gänsehaut“, freute sich Titze, dass das Land Niederösterreich,
diesen Mut hatte, das Thema aufzugreifen. Es sei unglaublich, was für
Arbeit hier geschaffen worden sei, hob Titze die Aufarbeitung der NS-
Zeit und was hier mit den Menschen passiert sei, aber auch die tollen
interaktiven Projekte hervor.
Ergänzt wird die Ausstellung im Haus 21 durch einen neuen Lernort
zur Geschichte der NS Medizinverbrechen im Landesklinikum Mauer. Die
neuesten Forschungsergebnisse zur Heil- und Pflegeanstalt während der
NS-Zeit werden vermittelt, eine Erinnerungskultur wird geschaffen.
Der Lernort steht Besucherinnen und Besuchern auch nach der
Landesausstellung bei freiem Eintritt zur Verfügung. Um diese Orte am
Gelände des Landesklinikums Mauer miteinander zu verbinden, wurde ein
kuratierter Rundweg geschaffen, der Besucherinnen und Besucher über
historische und ausstellungsrelevante Themen sowie die
außergewöhnliche Jugendstil-Architektur informiert.
Außerdem lädt die Region Moststraße dazu ein, das Mostviertel als
Kultur- und Gesundheitsregion mit vielfältigen (kultur-)touristischen
Angeboten zu erleben. Christian Haberhauer, Bürgermeister von
Amstetten, sagte, er sei stolz auf Amstetten, die Region und unser
Land: „Es ist ein Meilenstein gelungen.“ Michaela Hinterholzer,
Bürgermeisterin von Oed-Öhling und Obfrau der LEADER-Region
Moststraße, erzählte von der Idee, die Landesausstellung an die
Moststraße zu holen und das Landesklinikum Mauer einer größeren
Besuchergruppe zu zeigen. Die Landesausstellungen seien immer auch
ein großes Regionalentwicklungsprojekt: „Da bereitet sich nicht nur
ein Ort auf die Landesausstellung vor, da rückt die Region zusammen.“
Und weiter: „Die Moststraße freut sich auf viele Besucher.“ „Die
Landesausstellung ist nicht nur in Mauer, sondern im gesamten Bezirk
Amstetten“, betonte Lukas Michlmayer, Landtagsabgeordneter und
Bürgermeister von Haag, die sieben Umfeldprojekte, unter anderem die
Indoor-Spielewelt und die Birnerlebniswelt im Tierpark Haag.
Die NÖ Landesausstellung 2026 im Landesklinikum Mauer hat von 28.
März bis 8. November 2026 täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet (Einlass
bis 17 Uhr). Eintrittspreise: Erwachsene 12 Euro, Kinder und
Jugendliche von 6 bis 18 Jahren 4 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei,
Familienkarte 24 Euro (zwei Erwachsene und mindestens ein Kind) bzw.
12 Euro (ein Erwachsener plus mindestens ein Kind), Führungen 5 Euro
pro Person. Einmalig freier Eintritt mit der NÖ-Card (ab 1. April
2026).
Nähere Informationen: NÖ Landesausstellung 2026, Mag. Cornelia
Ritzer, Presse & Öffentlichkeitsarbeit, Mobil 0664/604 99 240, E-Mail
[email protected] , www.noe-
landesausstellung.at