Wien (OTS) – Die mexikanisch-österreichische Künstlerin Angélica
Castelló, die mit
ihrem vielfältigen Werk einen eigenen, kreativen Weg beschreitet,
wird mit dem diesjährigen Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien
ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen von
Wien Modern am 1. November in der Ottakringer Brauerei statt.
Nominiert wurde die Komponistin, Blockflötistin, Improvisatorin und
Klangkünstlerin von einer unabhängigen Fachjury bestehend aus Rainer
Elstner, Susanna Gartmayer, Maria Sommer und Philip Yaeger.
Zwtl.: Veronica Kaup-Hasler: „Angélica Castelló – eine vielfältige
Persönlichkeit und facettenreiche Künstlerin“
„Angélica Castelló ist Musikerin und Performerin mit
internationalem Netzwerk, Universitätslehrende mit Strahlkraft,
Entwicklerin von innovativen Konzertformaten und international
gefragte Komponistin. Mit ihrer Kreativität und ihrem mutigen,
experimentellen Ansatz – etwa durch Kombinationen, Überlagerungen,
Verwebungen und interdisziplinären Anleihen – schafft die Künstlerin
vielschichtige und wegweisende Arbeiten, die das Publikum einladen,
in ihr Werk einzutauchen. Ich gratuliere Angélica Castelló sehr
herzlich zu diesem verdienten Preis und bin überzeugt, dass sie mit
ihrer unverwechselbaren künstlerischen Handschrift auch künftig die
zeitgenössische Musiklandschaft prägen wird“, so die Wiener
Stadträtin für Kultur und Wissenschaft Veronica Kaup-Hasler.
Zwtl.: Jurybegründung: „Castellós mitreißende künstlerische Energie
erschließt musikalische Vielfalt“
„Die Überzeugungskraft, mit der Angélica Castelló eine Fülle an
musikalischen Feldern urbar macht, ist von mitreißender artistischer
Energie gespeist. Die in Mexiko City geborene und seit 1999 in Wien
lebende Künstlerin sammelt schon in ihrer Ausbildungszeit eine große
Breite an Einflüssen: Sie studiert am Conservatorio Nacional de
México, in Montréal, Amsterdam, Wien und Linz. Ihre musikalischen
Performances sind geprägt von der Hinwendung zu Klängen historischer
Instrumente, Stimmen, Field Recordings und ‚sonischen objets trouves‘
sowie von Kontinente-umspannenden Kollaborationen. Sie bewegt sich
dabei an der Schnittstelle von Musik, Performance und bildender
Kunst. Auch mit Radio- und Klangkunst verzeichnet sie internationale
Erfolge. Von nachhaltiger Wirkung sind nicht nur ihre Aktivitäten in
zahlreichen kollaborativen Ensembles, sondern auch ihre Lehrtätigkeit
und nicht zuletzt ihr Gründerinnengeist: 2004 startet sie die Reihe
„Neue Musik in St. Ruprecht”. Castello bringt damit experimentelle
Klänge in Wiens älteste Kirche. Sie organisiert hunderte Konzerte und
Events (2015 übergibt sie die Veranstaltungsreihe an ein neues
Kurator*innenteam). Elektroakustische Experimente bilden den
klangästhetischen Kern ihrer kompositorischen Arbeit, die auch
gewichtige Aufträge großer internationaler Ensembles, Orchester und
Solist*innen umfasst.“
Zwtl.: Zur Biografie von Angélica Castelló
Angélica Castelló (Mexico 1972) ist eine mexikanisch-
österreichische Komponistin, Blockflötistin, Improvisatorin,
Klangkünstlerin und Magnetbandweberin – eine Tätigkeit, die
metaphorisch und praktisch ihre gesamte Praxis umfasst. Sie studierte
Musik in Mexiko-Stadt, Montreal, Amsterdam, Linz und Wien, wo sie
seit 1999 lebt. Sie hat einen Master-Abschluss in Komposition. Seit
2019 ist Castelló Mitglied des mexikanischen Sistema Nacional de
Creadores de Arte. Außerdem erhielt sie dreimal das Stipendium des
österreichischen Bundesministeriums für Kunst und Kultur (2011, 2016,
2021) und wurde 2014 mit dem österreichischen Staatspreis
„Outstanding Artist Award“ ausgezeichnet.
Angélica Castelló tritt sowohl als Solistin wie auch in
verschiedenen internationalen Kooperationen auf. Als Komponistin
arbeitete sie unter anderem mit dem ORF Radio-Symphonieorchester
Wien, dem Baltimore Symphony Orchestra, PHACE, dem Ictus Ensemble,
dem Ensemble Reconsil, dem Koehne Quartett und dem Cikada Ensemble
zusammen. Ihre Faszination für sogenannte veraltete Geräte –
Tonbänder, Kassetten, Radios, Tonbandgeräte – entfaltet sich in der
Erforschung digitaler Bereiche: Lo-Fi- und Hi-Fi-Texturen,
synthetische und aufgezeichnete Klänge, Feldaufnahmen und die
Verwendung ihrer Paetzold-Blockflöten sowie ihrer eigenen Stimme –
Aufnehmen als Akt des Verflechtens von Erinnerungen (lat. recordare).
Diese elektronischen Welten übersetzt sie wiederum in eine
instrumentale Ebene.
Als Lehrende ist sie an der Universität für Musik und
darstellende Kunst Wien tätig.
Zwtl.: Der Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien
Der Ernst-Krenek-Preis ist eine der höchsten Auszeichnungen der
Stadt Wien im Bereich der Musik. Anlässlich des 85. Geburtstags des
Wiener Komponisten Ernst Krenek gestiftet, wird der Preis biennal als
Würdigung für Komponist*innen oder Musikschriftsteller*innen
verliehen – seit dem Jahr 2024 alternierend mit dem Arnold Schönberg-
Preis der Stadt Wien, der anlässlich des 150. Geburtstags der
bedeutenden Musikerpersönlichkeit Arnold Schönberg ins Leben gerufen
wurde. Beide Auszeichnungen würdigen das bisherige künstlerische
Lebenswerk, sind mit jeweils Ꞓ 10.000 datiert und werden aufgrund des
Vorschlags einer unabhängigen Fachjury zuerkannt und von der
amtsführenden Stadträtin/dem amtsführenden Stadtrat verliehen.
Den Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien wurde u. a. an Matthias
Kranebitter (2022), Thomas Wally (2020), Pia Palme (2016), Olga
Neuwirth (2000) und Georg Friedrich Haas (1998) verliehen.