Ergebnisse der großen Online-Umfrage „ORF fragt“ 2026

Wien (OTS) – Wie lebt, denkt und fühlt Österreich? Das wollte der ORF
auch heuer
wieder genauer wissen und startete daher eine Landvermessung der
besonderen Art: Bei der dritten Ausgabe von „ORF fragt“ standen
alltagsrelevante Themen im Fokus, die viele Menschen derzeit
beschäftigen – von der anhaltenden Teuerung über den Zustand des
Gesundheitssystems bis zu Herausforderungen am Arbeitsmarkt durch
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI). Ergänzend wurden
dabei auch einige Fragen zum Programmangebot des ORF gestellt. Trotz
Urlaubszeit und Hitzewelle war das Interesse an dem partizipativen
Format auch diesmal groß: Zwischen 24. Juni und 15. Juli 2026 haben
mehr als 60.000 Menschen auf https://ORFfragt.at mitgemacht und damit
die Chance genützt, ihre Meinung kundzutun. Inhaltlich begleitet
wurde das Projekt vom Meinungsforschungsinstitut INTEGRAL, das die
Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewertet hat.
Zentrale Ergebnisse wurden heute Abend, am 28. Juli, um 22.35 Uhr von
Mariella Gittler in „ORF fragt: Wie geht’s Österreich?“ in ORF 2
präsentiert. Ein umfassender Ergebnisbericht steht auf der
Projektwebsite zum Download bereit.

ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher freut sich über die rege
Beteiligung an der Aktion und dankt für das entgegengebrachte
Vertrauen: „Der ORF hat gefragt, und Österreich hat geantwortet! Es
freut mich sehr, dass zehntausende Menschen unserer Einladung gefolgt
sind und bei ,ORF fragt‘ 2026 mitgemacht haben. Mein Dank gilt allen
Bürgerinnen und Bürgern, die sich die Zeit für das Ausfüllen des
Fragebogens genommen und damit zu einer konstruktiven Debatte
beigetragen haben. Gemeinsam ist es gelungen, das Meinungsklima in
Österreich einzufangen und einen Überblick über die Anliegen, Sorgen
und Wünsche der Bevölkerung zu verschaffen. Mit solch partizipativen
Formaten werden wir unserer Rolle als Plattform der Gesellschaft
gerecht. Die Rückmeldungen des Publikums dienen als wichtige Quelle
für die multimediale Berichterstattung im ORF, das Feedback zum ORF-
Programmangebot werden wir in den kommenden Wochen und Monaten auch
in die Diskussion um die Neugestaltung des öffentlich-rechtlichen
Auftrags einbringen.“

Ausgewählte Ergebnisse von „ORF fragt“ 2026:

Zufriedenheit, Zuversicht und Zukunft

Mit 77 % ist der überwiegende Teil jener Personen, die an der
Umfrage teilgenommen haben, aktuell mit der eigenen Lebenssituation
sehr bzw. eher zufrieden. Verhaltener ist man bei der Einschätzung
der Zufriedenheit der Bevölkerung insgesamt: Nur 56 % denken, dass
die Menschen in Österreich derzeit sehr bzw. eher zufrieden sind. In
Bezug auf die eigene Zukunft zeigen sich immerhin 44 % eher
optimistisch als pessimistisch, hinsichtlich der Entwicklung
Österreichs sind es 30 %, in Bezug auf die Welt hingegen nur mehr 15
%. Zuversicht schöpfen viele im privaten Bereich: Für rund vier
Fünftel der Befragten ist es das eigene soziale Umfeld bzw. die
Familie (78 %), die positiv in die Zukunft blicken lässt. Mit 46 %
stimmen fast die Hälfte auch Fortschritte in Wissenschaft, Medizin
und Technik zuversichtlich, über ein Drittel die eigene Gesundheit (
41 %) sowie die eigene finanzielle Situation (37 %).

Sorgen, Sicherheit und Integration

Sorge bereiten den Menschen derzeit vor allem Kriege und
Konflikte in der Welt (77 %), der Zustand der Demokratie weltweit (60
%) sowie der Klimawandel und der fehlende Zusammenhalt in der
Gesellschaft (je 56 %), gefolgt von den Bereichen Inflation (53 %),
Gesundheitsversorgung in Österreich, soziale Ungleichheit und Armut (
je 51 %) und Extremwetterereignisse (50 %). 60 % sind der Meinung,
dass die Kriminalität in den letzten Jahren zugenommen hat, weiterhin
aber wird Österreich im Vergleich zu anderen Ländern mit großer
Mehrheit (91 %) als eher sicheres Land empfunden. Kritisch zeigt man
sich hinsichtlich der Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern:
Nur 24 % der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer glauben, dass
diese in Österreich sehr bzw. eher gut funktioniert, 49 % finden das
eher nicht, 27 % gar nicht. Als wichtigste Voraussetzungen für
gelungene Integration werden Sprach- bzw. Deutschkenntnisse (77 %),
das Kennen und Einhalten der österreichischen Gesetze (61 %) sowie
Arbeit oder Ausbildung (58 %) gesehen. Unter 30-Jährige sehen
häufiger auch die Akzeptanz und Offenheit der einheimischen
Bevölkerung als diesbezüglich wesentlichen Faktor.

Wirtschaftliche Situation und Teuerung

Die steigenden Preise beschäftigen die Menschen weiterhin: Von
höheren Lebenshaltungskosten fühlen sich aktuell 63 % sehr bzw. eher
betroffen, wobei dies auf Jüngere stärker als auf Ältere zutrifft. 32
% geben an, dass ihr Einkommen problemlos ausreicht, um laufende
Kosten zu decken, für weitere 47 % trifft dies zumindest weitgehend
zu, für ein Fünftel (20 %) allerdings eher nicht bis gar nicht. Mit
einem raschen Wirtschaftsaufschwung rechnen derzeit nur wenige:
Lediglich 11 % gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in
Österreich im kommenden Jahr verbessern wird, 50 % sehen keine
Veränderung und 38 % erwarten eine Verschlechterung der Situation.
Auch beim Thema Digitalisierung ist man eher skeptisch: Der
zunehmende Einsatz von KI wird sich nach Meinung von nur 19 % der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer eher positiv auf die Arbeitswelt bzw.
die Arbeitsbedingungen in Österreich auswirken, für 49 % eher
negativ, für 31 % weder noch.

Gesundheit und Klimaschutz

Mit dem österreichischen Gesundheitssystem sind 61 % sehr bzw.
eher zufrieden, 65 % sind allerdings der Meinung, dass es sich in den
letzten Jahren verschlechtert hat. Was die medizinische Versorgung im
eigenen Bundesland betrifft, fühlen sich drei Viertel zumindest eher
gut versorgt (24 % sehr, 51 % eher gut), 20 % finden die Versorgung
eher nicht, 4 % überhaupt nicht gut, wobei sich insbesondere in
dieser Frage regionale Unterschiede zeigen. Auch das Klima bewegt
viele Menschen: Von den Folgen der Umweltveränderungen wie
Hitzewellen oder Starkregen fühlen sich 59 % der
Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer sehr bzw. eher persönlich
betroffen, 34 % wenig, 7 % gar nicht. 59 % versuchen selbst, aktiv
einen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. 50 % denken,
dass mit den richtigen Maßnahmen die Klimaveränderungen noch gestoppt
werden könnten, und nur 18 % sind der Meinung, dass die Folgen der
Klimaveränderungen in der Öffentlichkeit übertrieben dargestellt
werden.

Digitalisierung, Social Media und KI

Mit den Entwicklungen im digitalen Bereich fühlen sich 43 %
überfordert, eine Einschätzung, die mit dem Alter zunimmt. 27 %
nutzen bereits regelmäßig KI-Anwendungen im Alltag, 38 % ab und zu –
ein gutes Drittel der Befragten (35 %) aber praktisch nie. Das
Smartphone ist aus dem Leben der Österreicherinnen und Österreicher
hingegen nicht mehr wegzudenken: 32 % der Teilnehmerinnen und
Teilnehmer verbringen regelmäßig mehr Zeit mit dem Handy als geplant
– bei den unter 30-Jährigen sogar 59 % –, weiteren 48 % passiert dies
ab und zu. Gegenüber Social Media ist man kritisch eingestellt: 55 %
meinen, dass soziale Medien die Gesellschaft spalten, 68 %, dass
Kinder möglichst lange davon ferngehalten werden sollten, und 78 %,
dass die Menschen stattdessen wieder öfter direkt miteinander
sprechen sollten. Nur 11 % empfinden soziale Medien als Bereicherung
für das eigene Leben, 14 % sehen darin mehr Vor- als Nachteile für
die Gesellschaft.

Medienkompetenz, Fake News und Vertrauen

Fake News im Internet sind laut 83 % für die Mehrheit der
Österreicherinnen und Österreicher eher schwer zu erkennen. 65 %
geben an, dass sie selbst schon zumindest einmal Falschinformationen
geglaubt haben, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 80 %. Im
Kampf gegen Fake News sehen 30 % vor allem die Nutzerinnen und Nutzer
selbst gefordert, 28 % die Medien und 26 % die sozialen Netzwerke, am
vergleichsweise seltensten wird hier mit 16 % die Politik bzw. der
Staat in der Verantwortung gesehen. Demgegenüber genießen heimische
Medien einen hohen Stellenwert: Mit 80 % vertraut eine deutliche
Mehrheit der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer den Nachrichten
und Informationen in österreichischen Medien (22 % sehr, 58 % eher),
15 % eher nicht und 5 % gar nicht.

Rückmeldungen zum ORF-Programmangebot

Am ORF-Programm interessiert die Umfrageteilnehmerinnen und –
teilnehmer besonders der Bereich Information (74 %), gefolgt von
Wissenschaft und Bildung (50 %), Sport (42 %), Unterhaltung (40 %)
und Kultur (29 %). Auf Formatebene wünschen sich 64 % mehr
Dokumentationen und Reportagen vom ORF, 48 % mehr ausführliche
Berichte und Analysen, 34 % mehr Filme und Serien, 32 % mehr Live-
Sportübertragungen, 30 % mehr Interviews oder Diskussionssendungen,
26 % mehr Kurzinformationen, 22 % mehr Comedy- und Kabarettprogramme
und 19 % mehr Live-Kulturübertragungen. Junge Menschen wünschen sich
außerdem mehr ORF-Inhalte auf Social Media (29 %). Generell werden
vom ORF vor allem der Ausbau lokaler und regionaler Inhalte (48 %),
die vermehrte Produktion und Förderung österreichischer Filme und
Serien (41 %) sowie weitere Angebote für junge Zielgruppen (36 %)
gewünscht. Als die drei wichtigsten Aspekte der ORF-Berichterstattung
im News-Bereich werden eine genaue Recherchearbeit und die
Überprüfung von Fakten (67 %), Neutralität und Sachlichkeit (54 %)
sowie kompetente Journalistinnen und Journalisten (45 %) genannt.

Aufgrund der besonderen Konzeption der Umfrage, an der sich alle
Interessierten beteiligen konnten, wurde bei „ORF fragt“ keine
Stichprobe nach strengen wissenschaftlichen Kriterien gezogen,
weshalb die Ergebnisse auch nicht repräsentativ für die gesamte
österreichische Bevölkerung sind und von direkten Vergleichen mit dem
Vorjahr abgesehen wird. Die Ergebnisse wurden jedoch nach
soziodemografischen Merkmalen gewichtet, um sie an die tatsächliche
Verteilung in der österreichischen Bevölkerung anzupassen. Als
aktuelles Stimmungsbild im Sommer 2026 wurden sie allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ORF zur Verfügung gestellt und
im Detail mit Führungskräften und den Programmverantwortlichen des
Hauses diskutiert.