„Erforschen, testen und bewerten“ – Mirko Lorenz von der Deutschen Welle über Strategie und Ziele von ChatEurope (FOTO)

Hamburg/Paris (OTS) – Mirko Lorenz, Innovationsmanager bei der
Deutschen Welle, gehört zu
den Experten, die die neue Verbindung von News und KI-
Zusammenfassungen evaluieren. Er gibt Einblicke in die Ziele und die
technologische Ausrichtung der neuen europäischen
Informationsplattform. ChatEurope vereint eine Nachrichtenplattform,
einen KI-gestützten Chatbot und Social-Media-Kanäle, um Bürgerinnen
und Bürgern in ganz Europa fundierte Antworten auf ihre Fragen zu
europäischen Themen zu bieten.

Künstliche Intelligenz trifft Qualitätsjournalismus

Im Zentrum von ChatEurope steht ein moderner KI-Chatbot, der
ausschließlich auf eine geprüfte Bibliothek europäischer Nachrichten
zugreift. „Wir wollen herausfinden, wie KI Bürgerinnen und Bürgern
helfen kann, sich einfach und sicher über europäische Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft zu informieren“, erklärt Mirko Lorenz und
ergänzt: „Unser Fokus liegt dabei auf Transparenz und
Verlässlichkeit.“ Jede Antwort des Chatbots verweist klar auf die
jeweiligen journalistischen Quellen, sodass Nutzer die Informationen
nachvollziehen können.

Klare Grenzen für Qualität und Sicherheit

Um Fehlinformationen und sogenannte „Halluzinationen“ der KI zu
vermeiden, konzentriert sich ChatEurope bewusst auf europäische
Themen. Fragen außerhalb dieses Bereichs beantwortet der Chatbot
nicht. Die technische Basis – eine sogenannte Retrieval Augmented
Generation (RAG) – sorgt dafür, dass der Chatbot nur auf geprüfte
Inhalte der Medienpartner zugreifen kann und das offene Internet
außen vor bleibt.

Europäische Technologiepartner treiben ChatEurope an

Die technische Umsetzung von ChatEurope erfolgt in enger
Zusammenarbeit mehrerer europäischer Technologiepartner. Die
französische Firma XWiki hat die Nachrichtenplattform chateurope.eu
entwickelt. Der in die Plattform integrierte KI-Chatbot wurde vom
rumänischen Unternehmen Druid AI bereitgestellt und basiert auf dem
Sprachmodell des französischen Unternehmens Mistral. Für die
mehrsprachige Bereitstellung der Inhalte kommt die von dem
Unternehmen Priberam gemeinsam mit der Deutschen Welle entwickelte
Plattform plain X zum Einsatz. Sie wird zur Übersetzung von Artikeln,
zur Erstellung übersetzter Video-Untertitel sowie künftig auch für
die Live-Übersetzung von Videostreams eingesetzt. Die Deutsche Welle
ist zudem für die technologische Evaluation des Chatbots
verantwortlich.

Mehrsprachig, nutzerfreundlich und noch schneller

Der ChatEurope Chatbot ist in der Lage, Fragen in allen EU-
Sprachen zu beantworten. Grundlage sind Inhalte, die aktuell in
sieben europäischen Sprachen vorliegen. Die Übersetzungen erfolgen
mithilfe moderner KI-Systeme, die in den letzten Jahren enorme
Fortschritte gemacht haben. Auch die Geschwindigkeit wird
kontinuierlich optimiert: „Wir arbeiten ständig daran, die Technik zu
verbessern und die Antworten noch schneller zur Verfügung zu
stellen“, so Mirko Lorenz. In der Anfangsphase konnten Antwortzeiten
– je nach Fragestellung – bis zu 30 Sekunden betragen. Durch gezielte
Optimierungen der technischen Backend-Prozesse wurde die
durchschnittliche Reaktionszeit inzwischen auf etwa 10 bis 15
Sekunden reduziert. „Das ist Teil unseres Lernprozesses: Wie
konfiguriert man KI-Systeme für maximale Leistungsfähigkeit, und
welche Vorteile und Kosten sind damit verbunden?“

Projekt mit Perspektive

ChatEurope ist ein frühes, öffentliches Forschungsprojekt mit
langfristiger Perspektive. Künftig sollen weitere Nachrichtenquellen
und neue Funktionen hinzukommen. „Dabei gehen wir Schritt für Schritt
vor – jede neue Quelle wird zunächst getestet, bevor sie Teil der
öffentlichen Plattform wird“, erklärt Lorenz.

Ein neues Informationsangebot für Europa

Mit ChatEurope entsteht ein neuartiger, vertrauenswürdiger Zugang
zu europäischen Nachrichten: Nutzer erhalten schnell und transparent
Antworten auf ihre Fragen zu Europa – geprüft, verständlich und
mehrsprachig. Das Projekt setzt damit einen wichtigen Impuls für die
digitale Nachrichtenlandschaft Europas. Trotz der EU-Förderung
betonen die Initiatoren die vollständige redaktionelle Unabhängigkeit
aller beteiligten Medienhäuser.

In dem Video erläutert Mirko Lorenz (Deutsche Welle) die Ziele
sowie die technologische Ausrichtung von ChatEurope:

chateurope.eu

Über ChatEurope

ChatEurope ist der erste Chatbot für europäische Nachrichten. Das
von 15 europäischen Partnern ins Leben gerufene Projekt umfasst eine
Nachrichtenplattform, einen integrierten Chatbot und Kanäle für
soziale Medien. Unter der Leitung von Agence France-Presse vereint
das Medienkonsortium große Marken des europäischen Journalismus: die
deutschen und französischen Rundfunkanstalten Deutsche Welle und
France Médias Monde, den rumänischen Radiosender RFI Romania, die
deutschen und italienischen Nachrichtenagenturen dpa und Ansa, die
polnische Pressegruppe Agora, die spanische gemeinnützige Stiftung
zur Bekämpfung von Desinformation Maldita.es, die spanische
Tageszeitung El Pais und das auf Südosteuropa spezialisierte Online-
Medienhaus OBCT. ChatEurope erhält Fördermittel von der EU-
Kommission. Das Projekt arbeitet unter vollständiger redaktioneller
Unabhängigkeit.

Partner von ChatEurope:

Agence France-Presse (AFP) / Frankreich

Agenzia Nazionale Stampa Associata (ANSA) / Italien

Agora Mediengruppe / Polen

Deutsche Presse-Agentur (dpa) / Deutschland

Deutsche Welle (DW) / Deutschland

Druid AI / Rumänien

El Pais / Spanien

France Médias Monde / Frankreich

Maldita.es / Spanien

MediaConnect (AFP) / Frankreich

news aktuell (dpa) / Deutschland

Osservatorio Balcani e Caucaso Transeuropa (OBCT) / Italien

RFI Romania / Rumänien

XWIKI SAS / Frankreich

XWIKI SOFTWARE / Rumänien

Social Media:

Instagram: www.instagram.com/chateurope

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/chateurope