Wien (OTS) – Die mehr als 360.000 heimischen Ein-Personen-Unternehmen
(EPU) bilden
einen zentralen Pfeiler des österreichischen Wirtschaftslebens. Das
neue EPU-Stimmungsbarometer der Wirtschaftskammer präsentiert ein
aktuelles Lagebild der heimischen EPU-Landschaft. Dabei zeigt sich:
Für 63 % der EPU stellt die Steuer- und Abgabenbelastung die größte
Herausforderung der nächsten 12 Monate dar, gefolgt von Inflation und
Bürokratie (48 %). Rund die Hälfte (45 %) der EPU fühlen sich von
bürokratischen Aufgaben stark belastet. Im Durchschnitt werden fast
zehn Stunden pro Monat für administrative und bürokratische
Erfordernisse aufgewendet.
Konkrete steuerliche Entlastung notwendig
Die wichtigsten konkreten Maßnahmen für Entlastung sind aus EPU-
Sicht klar: Gefordert werden die Erhöhung des Gewinnfreibetrags auf
15 % bis 50.000 Euro (65 %), die Erhöhung der Kleinunternehmergrenze
in der Umsatzsteuer und Einkommensteuer auf 85.000 Euro (56 %) sowie
die Erhöhung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von 1.000
auf 2.500 Euro (49 %).
EPU fordern wirksame Wachstumspolitik
Österreichs EPU brauchen bestmögliche Rahmenbedingungen für
Wachstum. Kurzfristig sind für mehr Wachstum aus Sicht der EPU fünf
Maßnahmen besonders wichtig: Der rasche Abbau bürokratischer Hürden (
74 %), die Sicherstellung wettbewerbsfähiger Energiepreise (68 %) und
Investitionsanreize, z. B. durch steuerliche Anreize oder
beschleunigte Abschreibungen (66 %). Mit Blick auf die nächsten drei
bis fünf Jahre mahnen die befragten EPU vor allem eine nachhaltige
Senkung der Steuer- und Abgabenquote ein (87 %). Weitere Anliegen
sind tiefgreifende Strukturreformen (Pensions-, Bildungs-,
Gesundheits- und Föderalismusreform) (66 %), die Sicherung einer
wettbewerbsfähigen Energieversorgung (65 %), der Ausbau von
Infrastruktur und Digitalisierung (56 %) sowie die Nutzung von
Digitalisierungspotenzialen und KI (53 %).
„EPU wollen gestalten und bringen neben ihrem unternehmerischen
Engagement auch Innovationskraft und Kreativität mit. Leider stehen
dem im Alltag oft hohe steuerliche Belastungen und bürokratischer
Aufwand entgegen. Das EPU-Barometer macht diese Herausforderungen
deutlich. Es gilt, praxistaugliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die
Unternehmertum in Österreich fördern, statt es auszubremsen“, betont
Claudia Huber, Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik in der WKÖ.
Österreich ist zu wenig EPU-freundlich
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist aus EPU-Sicht auch die
Stimmung im Land. Dass Österreich unternehmerfreundlicher werden
muss, bestätigen die EPU klar: Für 54 % ist Österreich kein EPU-
freundliches Land, während 39 % der Befragten Österreich
diesbezüglich positiver einschätzen. Absolut erfreulich für den EPU-
Standort: Der Unternehmergeist der EPU selbst ist ungebrochen. Zwei
Drittel der EPU (68 %) würden sich wieder selbstständig machen.
Hohe Zufriedenheit mit Wirtschaftskammer-Services
Die Nutzung der Wirtschaftskammer-Services durch EPU ist hoch:
Jedes zweite EPU (50 %) nutzt die vielfältigen Services. Zur
Einordnung: In Österreich waren 2024 362.000 Wirtschaftstreibende als
EPU tätig. Die Zufriedenheit mit den Services ist ausgesprochen hoch:
83 % sind sehr oder eher mit den Wirtschaftskammer-Services
zufrieden. „Unsere Services orientieren sich am Alltag der
Unternehmerinnen und Unternehmer. Die hohe Zufriedenheit zeigt, dass
wir mit unserem Angebot auf dem richtigen Weg sind und konkreten
Nutzen stiften. Gleichzeitig wissen EPU am besten, was im Alltag
zählt. Darum entwickeln wir unsere Leistungen laufend gemeinsam mit
ihnen weiter“, erklärt Lukas Sprenger, Leiter der Abteilung
Zielgruppenmanagement in der WKÖ. (PWK524/EK)