Wien (OTS) – Tirol hat im Jahr 2024 einen Rekordanteil von 60 %
erneuerbarer
Energien am Endenergieverbrauch erzielt und damit den Bundesschnitt
von 43 % deutlich übertroffen, stellt der Österreichische Biomasse-
Verband in seinem Energiewende-Check der Bundesländer fest. Um das in
der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie festgelegte Ziel der
Energieautonomie 2050 zu erreichen, sollen vor allem Wasserkraft und
Photovoltaik kräftig ausgebaut werden. Das Land Tirol strebt an, den
Anteil von Strom am Endenergieeinsatz von 24 % auf 47 % zu steigern.
Auch der Bioenergie soll im angestrebten künftigen fossilfreien
Energiesystem eine große Rolle zukommen, sie soll im Jahr 2050 etwa
18 % des Energiebedarfs decken. Tirol ist das einzige Bundesland in
Österreich, dessen Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 nicht
abgenommen haben.
Zwtl.: Hoher CO 2 -Ausstoß in Gebäuden durch Erdgaseinsatz in
Tourismusgemeinden
Die Sektoren Mobilität (37 %), Industrie (22 %) und Gebäude (19 %
) verursachen in Tirol die höchsten Anteile am Treibhausgasausstoß.
Auffällig ist der hohe Beitrag des Gebäudesektors an den
Treibhausgasemissionen, denn im Bundesschnitt macht dieser nur 8,8 %
auch. Während die Gebäudeemissionen im Bund seit 1990 um 54 %
gesunken sind, beträgt der Rückgang in Tirol nur 7,7 %. Für diesen
hohen Beitrag des Tiroler Gebäudesektors an den Emissionen ist
einerseits die starke Verbreitung von Ölheizungen bei den Haushalten
und andererseits der hohe Gaseinsatz im Dienstleistungssektor, zu dem
auch die Tiroler Tourismusbetriebe gehören, verantwortlich. So zeigt
sich gerade in touristisch stark geprägten Gemeinden, wie z. B. im
hinteren Ötztal, hinteren Zillertal oder hinteren Paznaun ein
besonders hoher Erdgasverbrauch. Der Bereich Dienstleistungen deckt
seinen Energiebedarf an Raumklima und Warmwasser zu 58 % aus Erdgas,
bei den Haushalten sind dies nur 9 %, dafür sind hier Ölheizungen
weitaus stärker vertreten.
Zwtl.: Holzenergie vom Energieeinsatz her knapp vor Heizöl
Energieholz hat sich in den letzten Jahren ein spannendes Duell
mit Heizöl als bedeutendste Wärmequelle in den Tiroler Haushalten
geliefert. In der jüngsten Statistik liegen Scheitholz, Pellets,
Hackgut und Holzbriketts in Einzelfeuerungen einen Prozentpunkt vorne
und decken gut 31 % des Tiroler Raumwärmebedarfs, zusammen mit der
biogenen Fernwärme kommt die Biomasse auf fast 44 %. Die Anzahl der
Holzheizer ist seit 2003/04 um 18 % auf 61.500 Haushalte (18 % der
Hauptwohnsitze) gestiegen.
Zwtl.: Tiroler Fernwärme zu 89 % aus Biomasse – zwölf Heizwerke der
Größe Imst geplant
‚Die Anzahl von Fernwärmeanschlüssen ist in den letzten 20 Jahren
um mehr als das 2,5-fache gestiegen. Tirol erreicht beim Anteil
erneuerbarer Fernwärme fast 89 % und liegt damit deutlich über dem
Bundesschnitt von 57 %. Mit Ausnahme von 0,2 % Solarwärme handelt es
sich bei erneuerbarer um biogene Fernwärme. Infolge der Stilllegung
von Ökostromanlagen nach Auslaufen der Fördertarife ging die
Fernwärmeerzeugung aus Holzkraftwerken 2018 um rund 40 % zurück und
verharrt seitdem auf diesem Level. Der damit verbundene Rückgang des
Holzeinsatzes konnte durch eine gesteigerte Wärmeproduktion der
Heizwerke und eine stärkere Nutzung für Prozesswärme bei der
Holzindustrie zum Teil ausgeglichen werden. Laut Energieziel-Szenario
Tirol 2050 soll Energieholz künftig vermehrt in Heizwerken und KWK-
Anlagen eingesetzt werden. Der Anteil der Fernwärme am
Endenergieverbrauch soll sich bis 2050 auf 8 % etwa verdoppeln. Um
künftig eine Fernwärmeerzeugung von 1.583 GWh (2024: 900 GWh) zu
ermöglichen, sind laut Land Tirol z. B. zwölf neue Biomasseheizwerke
der Größenordnung Imst (ca. 22 MW), also immerhin des zweitgrößten
Tiroler Biomasseheizwerkes erforderlich.
Die komplette Presseaussendung und Abbildungen finden Sie untere
folgendem Link:
https://www.biomasseverband.at/energieautonomie-2050-tirol-setzt-auf-
oekostrom-und-bioenergie/