ElWG: Positive Ansätze, zusätzlicher Druck durch Klimaneutralität 2040

Wien, 18.Dezember 2025 (OTS) – Austropapier, die Vereinigung der
österreichischen Papier- und
Zellstoffindustrie, begrüßt das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG)
grundsätzlich. Das Gesetz setzt wichtige Impulse für die
Modernisierung des Stromsystems. Positiv sind vor allem Regelungen,
die Direktleitungen erleichtern und mehr Flexibilität für
Energieverbraucher ermöglichen. Gleichzeitig zeigt sich, dass das
Gesetz dem Ziel eines „Billigstromgesetzes“ zuwiderlaufen könnte: Die
gesetzliche Festschreibung der Klimaneutralität bis 2040 erfordert
massive Investitionen, die zu steigenden Netzentgelten und
Strompreisen führen.

„Mehr Direktleitungen und flexible Energieoptionen sind ein
Schritt in die richtige Richtung. Ein „Billigstromgesetz“ wird seinem
Namen jedoch nur gerecht, wenn es Strompreise und Netzentgelte
tatsächlich spürbar senkt und so die Wettbewerbsfähigkeit
österreichischer Unternehmen stärkt“, so Enzo Zadra, Energiesprecher
von Austropapier.

Zwtl.: Klimaneutralität 2040: Umsetzung erfordert Investitionen und
belastet Unternehmen

Austropapier betrachtet die Zielsetzung der Klimaneutralität bis
2040 in der praktischen Umsetzung als eine erhebliche Herausforderung
ohne einen nachvollziehbaren Mehrwert. Ein vorgezogenes nationales
Ziel erfordert einen deutlich schnelleren Ausbau der Netze sowie der
Systeminfrastruktur. Die damit verbundenen Investitionen erhöhen den
Kostendruck im Bereich des Stromsystems, was für energieintensive
Branchen angesichts der aktuell wirtschaftlich schwierigen
Rahmenbedingungen eine spürbare Belastung darstellen wird.

Zwtl.: EU-Ziel 2050: Orientierung an gemeinsamen Standards statt
nationaler Übererfüllung

Die EU strebt Klimaneutralität bis 2050 an. Austropapier
befürwortet eine harmonisierte Umsetzung der europäischen Vorgaben
und appelliert daran, nationale Verschärfungen zu vermeiden, um
unnötige Mehrbelastungen für Unternehmen zu verhindern.

Zwtl.: Österreichische Papier- und Zellstoffindustrie leistet bereits
substanzielle Beiträge

Die österreichische Papier- und Zellstoffindustrie hat als erste
Branche ein Klimaziel definiert: Bis 2030 sollen die fossilen CO₂-
Emissionen um 43,5 Prozent (gegenüber 2021) gesenkt werden.
Langfristig unterstützt die Branche den europäischen Kurs.
„Wir stehen hinter dem EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 und
setzen mit unserem Branchenklimaziel konkrete, messbare Schritte um.
Die Übererfüllung des Klimaziels durch ein vorgezogenes nationales
Ziel bis 2040 wird den Standort Österreich zusätzlich unter
erheblichen Druck setzen“, erklärt Sigrid Eckhardt, Geschäftsführerin
von Austropapier.