ekkon Konferenz: Porsche Consulting betont zentrale Rolle von eFuels für Klimaschutz – Entstehungskosten von 1,25 €/Liter realistisch

Wien (OTS) – Im Rahmen der diesjährigen ekkon Konferenz, die am 25.
und 26.
September in Wien stattfindet, diskutieren Vertreter aus Politik und
Wirtschaft mit internationalen Expert:innen über die zukünftige Rolle
synthetischer Energieträger (Elektrokraftstoffe oder eFuels) für eine
klimafreundliche Mobilität. Offiziell wurde das hochkarätige Treffen
von Bundeskanzler Christian Stocker, Klima- und Umweltschutzminister
Norbert Totschnig, Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sowie
Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich,
und Jürgen Roth, Vorstandsvorsitzender der eFuel Alliance Österreich,
eröffnet. Bereits im Rahmen der Begrüßung ging es um die Kernthemen
Versorgungssicherheit und Energieresilienz, Technologievielfalt und
Standortsicherung.

Corentin Prié vom Beratungsunternehmen Porsche Consulting betonte
in der einleitenden Keynote die zentrale Beteutung von eFuels für
eine rasche Transformation des Verkehrs: “ Trotz
Elektrifizierungsambitionen bleiben Verbrennungsmotoren (ICE) in
allen Segmenten relevant. Auch im Jahr 2040 werden noch rund 37
Prozent aller PKWs mit Verbrennungsmotoren unterwegs sein. “ Bei LKW
und Bussen werden es sogar rund 62 Prozent, bei Schiffen rund 83
Prozent und bei Flugzeugen rund 99 Prozent sein. Corentin Prié: „
Damit sind eFuels insbesondere für die Bestandsflotte von
Verbrennerfahrzeugen unverzichtbar, um weltweit signifikante CO₂-
Reduktionen zu erzielen .“

Zwtl.: Elektrokraftstoffe als wichtige Ergänzung zu E-Mobilität

Nach Einschätzung von Porsche Consulting werden
Elektrokraftstoffe künftig dort eine entscheidende Rolle spielen, wo
Elektromobilität an ihre Grenzen stößt. Dazu zählen insbesondere
Bestandsfahrzeuge, Teile des Schwerlastverkehrs sowie Luft- und
Schifffahrt. Als Brückentechnologie können Elektrokraftstoffe dazu
beitragen, die Klimaziele schneller zu erreichen, indem sie
bestehende Infrastruktur nutzen und zugleich die Abhängigkeit von
fossilen Kraftstoffen reduzieren. Bei Porsche Consulting geht man
davon aus, dass der Bedarf an flüssigen Kraftstoffen auch 2040 noch
bei rund 55 Prozent des aktuellen Bedarfs liegt – trotz massiver
Förderung der E-Mobilität. Und dieser Kraftstoff muss decarbonisiert
werden.

Um den steigenden Bedarf zu decken, sind Investitionen in
Produktion und Skalierung notwendig. Porsche Consulting verwies in
Wien auf Projekte wie die Pilotanlage „Haru Oni“ in Chile, die zeigt,
dass die Herstellung von eFuels technisch machbar ist und bei Nutzung
günstiger Standortfaktoren – wie Windkraft – wirtschaftlich attraktiv
werden kann. Entscheidend ist die industrielle Skalierung, um Angebot
und Nachfrage in Einklang zu bringen. Aber auch hier ist man
optimistisch. Corentin Prié: „ Ein ehrgeiziger Ausbau der
Elektrokraftstoffe ist möglich und könnte bis 2040 etwa 80 % des
Kraftstoffbedarfs im Mobilitätsbereich decken. Bis 2030 könnten
eFuels eine Multi-Milliarden-Euro-Industrie sein, dafür sind
Investitionen von über 500 Milliarden Euro erforderlich. “ Aktuell
befinden sich weltweit rund 300 Projekte mit einer
Produktionskapazität von rund 20 Milliarden Liter in der Umsetzung –
im Fokus der Produzenten steht derzeit eMethanol.

In Europa bieten vor allem zwei Regionen günstige
Produktionsbedingungen für eFuels: Der Norden mit Norwegen und
Schweden sowie der Süden mit Spanien und Portugal. Die meisten
durchfinanzierten eFuels-Projekte gibt es derzeit in China, da dort
die Regulatorik bereits tragfähige Rahmenbedingungen bietet.

Zwtl.: Politik muss strategische Weichen setzen

Die Experten von Porsche Consulting räumten aber auch ein, dass
eFuels aktuell noch vergleichsweise teuer sind und die
Stückkostensenkung (Kosten pro Liter) ein wichtiger Hebel zur
Steigerung der Profitabilität und Verbesserung der Finanzierung ist.
Daher haben die Experten strategische Hebel entlang der
Wertschöpfungskette identifiziert, die zur raschen Schließung von
Finanzierungslücken beitragen können: Die Liste reicht von einer
Anpassung der politischen Rahmenbedingungen bis hin zu
Förderinstrumenten, um den Markthochlauf zu beschleunigen und die
Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Nützt man alle verfügbaren
Potenziale, seien Stückkosten von 1,25 pro Liter eFuel absolut
realistisch.

Auch Jürgen Roth unterstreicht den politischen Handlungsbedarf: „
Damit Österreich und Europa beim Thema eFuels nicht den Anschluss
verlieren, müssen wir jetzt die Weichen stellen, denn wir haben noch
die Chance, bei eFuels eine Vorreiterrolle einzunehmen. Wenn wir
Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Europa sichern wollen, braucht es
Investitionsanreize, internationale Partnerschaften und einen klaren
regulatorischen Rahmen. Eine verlässliche industriepolitische
Strategie muss Investitionen in Produktion und Infrastruktur fördern,
anstatt durch regulatorische Unsicherheit zu bremsen. Nur dann werden
die geplanten Milliardeninvestitionen tatsächlich realisiert und
können Versorgungssicherheit und Energieunabhängigkeit garantiert
werden .“

Stephan Schwarzer, Generalsekretär der eFuel Alliance Österreich,
ergänzt: „ eFuels sind kein Nischenprodukt, sondern ein zentraler
Baustein für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit. Für die
Bestandsflotte von fünf Millionen Fahrzeugen gibt es kurzfristig
keine Alternative. Wer Klimaneutralität ernst meint, darf sich nicht
allein auf E-Mobilität verlassen. eFuels verbinden Klimaschutz,
Arbeitsplatzerhaltung und Versorgungssicherheit – wenn wir mutig
genug sind, sie jetzt groß zu denken. “