Graz/Salzburg/Wien (OTS) – Der Präsident der Israelitischen
Kultusgemeinde für die Bundesländer
Salzburg, Steiermark und Kärnten, Elie Rosen, hat die jüngsten
Äußerungen des israelischen Ministers für nationale Sicherheit,
Itamar Ben-Gvir, auf das Schärfste verurteilt. Ben-Gvir hatte in
einem Podcast-Gespräch mit Rom Braslavski, der als Geisel im
Gazastreifen festgehalten worden war, gefordert, in Gaza jede Nacht
„30 bis 40“ Personen gezielt zu töten. Dies solle ausdrücklich nicht
nur Personen betreffen, von denen eine unmittelbare Gefahr ausgehe.
Es gebe dort, so Ben-Gvir, Menschen, die es nicht verdienten zu leben
und „nicht einmal Menschen“ seien.
„Itamar Ben-Gvir ist eine Schande für das gesamte jüdische Volk
und eine Schande für den Staat Israel“, erklärte Rosen. Einmal mehr
müsse die israelische Regierung sichtbare Konsequenzen ziehen und Ben
-Gvir aus der Regierung entfernen. Ben-Gvir offenbare mit diesen
Äußerungen erneut seine menschenverachtende Haltung und politische
Gefährlichkeit.
Das Gespräch fand in der ersten Folge von Braslavskis Podcast „8.
Oktober“ statt. Im Gespräch über die Folgen des Hamas-Terrorangriffs
vom 7. Oktober 2023 kritisierte Ben-Gvir die zuletzt erfolgte
Reduzierung israelischer Angriffe im Gazastreifen. Zugleich sprach er
sich für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen sowie für
eine möglichst weitgehende Auswanderung der palästinensischen
Bevölkerung aus dem Gebiet aus. Er stellte ausdrücklich klar, dass er
in dieser Frage eine andere Position als Ministerpräsident Benjamin
Netanyahu vertrete.
Ben-Gvir sei sowohl eine Gefahr für die innere Sicherheit Israels
als auch für die internationale Stellung des jüdischen Staates, so
Rosen. „Es sind auch die jüdischen Gemeinden außerhalb Israels, die
für diese Radikalität einen spürbaren und hohen Preis zu zahlen
haben.“
Zwtl.: Führt Israel Tag für Tag ins Abseits
Rosen bekräftigte, ein Verbleib Ben-Gvirs in der israelischen
Regierung führe Israel Tag für Tag weiter ins Abseits. „Israel steht
für eine jüdisch geprägte liberale Demokratie. Ben-Gvir gefährdet mit
seinen ständigen Provokationen den Einsatz von Sicherheits- sowie
Streitkräften und schadet den mühsamen diplomatischen Bemühungen –
und ja, auch der pluralistischen israelischen Gesellschaft sowie
Juden und Jüdinnen auf der ganzen Welt.“