Eindrucksvolle „Universum“-Reise in Vietnams tropischen Süden

Wien (OTS) – Im Süden Vietnams herrscht tropische Leichtigkeit,
begleitet von
ungleich üppigerer Vegetation als im Norden. Doch das war lange Zeit
nicht so. Der Vietnam-Krieg forderte nicht nur Millionen Opfer in der
Bevölkerung, auch weite Teile der Naturlandschaften im Süden wurden
zerstört. Pflanzen und Tiere haben sich ihr Reich jedoch
zurückerobert. Dort, wo es die Zivilisation zugelassen hat. „Vietnams
tropischer Süden – Im Reich des Wassers“, der zweite Teil des
„Universum“-Vietnam-Zweiteilers von Heike Grebe, erzählt am Dienstag,
dem 10. Februar 2026, um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON
einzigartige Erfolgsgeschichten aus der Fauna und Flora dieses
exotischen Landes. Der „Universum“-Zweiteiler entstand als
Koproduktion von Skyland Productions, Catkin Media und Flying
Pangolin Film mit dem ORF in Zusammenarbeit mit ARTE, DocLights/NDR
Naturfilm und ORF-Enterprise.

Überquert man den Wolkenpass in der Mitte Vietnams, ist es, als
betrete man ein anderes Land. Während im Norden ein raues, kühles
Klima herrscht, ist der Süden ganzjährig tropisch warm. Hier am
Wolkenpass, genau gesagt in der an seinem Fuße liegenden Stadt D̵à
Nẵng, gingen im Vietnamkrieg die ersten amerikanischen Truppen an
Land. Weite Teile Südvietnams wurden von den amerikanischen Truppen
mit dem Entlaubungsmittel „Agent Orange“ besprüht, um dem Vietcong
die Tarnung durch den dichten Dschungel zu nehmen und um Nutzpflanzen
zur Nahrungsversorgung zu zerstören. Aber die Natur zeigt ihre
Widerstandsfähigkeit. Heute ist davon kaum noch etwas zu sehen.
Unweit der Millionenmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt liegt ein letztes
kleines Paradies. Umringt von Kulturland bildet der Nationalpark Cát
Tiên den letzten intakten Flachlandregenwald Vietnams. Hier traf das
Filmteam auf die letzten Südlichen Gelbwangen-Schopfgibbon-Familien
in Vietnam. „Ein Weibchen wurde in einer Auswilderungsstation für
Primaten aufgezogen und dann frei gelassen. Es kehrt jedoch
regelmäßig in die Nähe der Station zurück. Diese Gelegenheit mussten
wir natürlich ergreifen“, berichtet Kameramann Johannes Berger. Sein
Kollege Stephan Krasser ergänzt: „Ein Tier, das die Anwesenheit von
Menschen gewohnt ist, aber trotzdem in der Wildnis lebt, ist
natürlich ein unglaublicher Glücksfall. Wir staunten nicht schlecht,
als das Weibchen nach einigen Tagen seinen Partner und die gemeinsame
Tochter mitbrachte. Über den Zeitraum von zwei Jahren hatten wir
dadurch Gelegenheit, die Entwicklung dieser kleinen Familie zu
dokumentieren.“ Dabei gelangen faszinierende Verhaltensstudien dieser
seltenen Primaten, die zu den Leitfiguren des Films wurden.

Reist man vom Cát-Tiên-Regenwald noch tiefer in den Süden, trifft
man auf Wasser. Sehr viel Wasser. Der Mekong ist die Lebensader
Südvietnams. Alles fließt, gleitet und tuckert mit dem Mekong, der
schließlich im Südchinesischen Meer mündet. Das Delta mit seinen neun
Armen heißt bei den Einheimischen der Legende nach „Delta der neun
Drachen“. Das Mekong-Delta war einst eine endlose Wasserwildnis.
Heute wird hier mehrmals im Jahr Reis geerntet und auf den unzähligen
Wasserwegen treiben die Vietnamesinnen und Vietnamesen regen Handel.
Naturbelassene, ursprüngliche Gebiete gibt es kaum noch. Dorthin, wo
es sie gibt, reiste das „Universum“-Team um Autorin und Regisseurin
Heike Grebe. So durften die Kameramänner zwei junge verspielte
Zwergotter auf der Jagd im Wald beobachten und bald darauf die
erfreuliche Geschichte der seltenen Siam-Krokodile erzählen. Sie
galten bereits als ausgestorben und schwimmen nun wieder in großer
Zahl im weit verzweigten Mekong-Delta.

Doch nicht immer gibt es nur schöne Geschichten zu erzählen. „In
einer Schutzstation, in der vor allem Tiere, die aus den Händen von
Wilderern gerettet werden, gepflegt werden, trafen wir auf einen
Kragenbären“, erinnert sich Kameramann Michael Riegler. „Er war
jahrelang in einem engen Käfig eingesperrt, nur damit ihm
Gallenflüssigkeit abgezapft werden konnte. Sie soll zur Heilung von
Augen- und Leberbeschwerden dienen. Dies ist zwar inzwischen in
Vietnam verboten, aber hält nach wie vor nicht jeden davon ab, diese
begehrte Flüssigkeit für den chinesischen Markt zu gewinnen.“ Der Bär
wird nicht in die Freiheit zurückkehren können. Der illegale
Wildtierhandel ist wie in vielen anderen asiatischen Ländern ein
großes Problem in Vietnam. Und damit nicht genug. Der Tourismus
meldet Jahr für Jahr Übernachtungsrekorde. Hotels und Straßen
verdrängen die Naturräume fast überall im Land. Selbst in den
Nationalparks werden die Tiere illegal bejagt. So steht die Wildnis
im tropischen Süden Vietnams vor großen Herausforderungen. Wie sie
diese meistert, welche Arten den Kampf verlieren könnten und welche
Erfolgsgeschichten sich im Reich des Wassers abspielen, erzählt der
zweite Teil des „Universum“-Vietnam-Zweiteilers.