eFuel Alliance Österreich: EU lenkt beim Verbrenner ein, aber die Änderungen reichen nicht aus

Wien (OTS) – Die EU-Kommission setzt mit ihren aktuellen Vorschlägen
zwar ein
überfälliges Signal zur Kurskorrektur in der Automobilpolitik, bleibt
jedoch deutlich hinter den Ankündigungen und den Erfordernissen
zurück. Statt echter Technologieoffenheit dominieren weiterhin
kleinliche Detailvorgaben. Ohne eine konsequente Gleichstellung
klimaneutraler Kraftstoffe sind weder wirksamer Klimaschutz noch die
Sicherung von Arbeitsplätzen möglich.

Die Europäische Kommission erkennt endlich, dass ihre bisherige
Verkehrspolitik in eine Sackgasse geführt hat. „Es war höchste Zeit,
die Notbremse zu ziehen. Das ideologisch motivierte generelle
Verbrennerverbot hat Arbeitsplätze gekostet und dem Klimaschutz mehr
geschadet als genutzt“, erklärt der Wirtschaftsverband eFuel Alliance
Österreich. Der Kurswechsel kommt jedoch viel zu zaghaft. Von echter
Technologieoffenheit und von Pragmatismus ist die EU weiterhin weit
entfernt.

Zwtl.: CO2 ist nicht gleich CO2

Der zentrale Fehler bleibt der CO2-Flottengrenzwert. Dieser
müsste konsequent zwischen fossilem und klimaneutralem CO2
unterscheiden, doch das tut er weiterhin nicht. „CO2 im Kreislauf ist
kein Klimaproblem. Klimaschädlich ist ausschließlich fossiles CO2“,
stellt der Verband klar. Die Flexibilisierung mit Fuels und grünem
Stahl müsste gleich und nicht erst 2035 greifen. Neue Quoten für
gewerbliche Flotten müssten von Anfang an alle Technologien
berücksichtigen. Dass die EK sogar neue Verbote vorschlägt, die
betriebliche Flotten betreffen, zeigt, dass sie trotz aller
Deregulierungs-Omnibusse, die sie heuer auf den Weg gebracht hat,
noch immer nicht verstanden hat, dass die Wirtschaft Luft zum Atmen
braucht und neue Verpflichtungssysteme völlig deplatziert sind.

Zwtl.: Electric-only ist realitätsfremd

Elektromobilität ist wichtig – aber sie ist zu langsam und allein
völlig unzureichend. 95 Prozent der PKW fahren heute mit
Verbrennungsmotor. Wer diese Realität ignoriert, meint es nicht gut
mit dem Klimaschutz. „Ohne alternative Treibstoffe lassen sich die
Emissionen des Straßenverkehrs nicht senken“, so die eFuel Alliance.
Dennoch will die EK synthetische Fuels bei Neuwagen nur 3% beitragen
lassen. „Diese Deckelung ist genauso planwirtschaftlich wie zuvor das
Dogma von 100 Prozent Electric-only.“

Zwtl.: Regulierungswut macht eFuels künstlich teuer

Jetzt ist das Europäische Parlament am Zug. Die Vorschläge der
Kommission müssen substanziell nachgeschärft werden. Vor allem das
regulatorische Mikromanagement gehört beendet. Tausende Seiten an
Durchführungsvorschriften treiben die Kosten der eFuel-Produktion
unnötig in die Höhe. „Ohne Freiräume und faire Rahmenbedingungen
können eFuels in der Markteinführung nicht mit billigem Erdöl
konkurrieren – und genau das verhindert Brüssel derzeit selbst.“

Zwtl.: eFuels sind kein Nischenprodukt

eFuels sind keine Speziallösung nur für Flugzeuge und Schiffe,
sondern ein zentraler Hebel für den Klimaschutz. Bauwirtschaft,
Landwirtschaft, Einsatzfahrzeuge, Militär, Notstromaggregate und der
gesamte bestehende Fahrzeugbestand sind auf flüssige Energieträger
angewiesen.

„Wer eFuels klein hält, bremst Klimaschutz, Innovation und
Wertschöpfung in Europa“, betont die eFuel Alliance. Innovative
eFuels sichern Arbeitsplätze und eröffnen neue Exportmärkte. „Die
Zukunft der Mobilität ist technologieoffen. eFuels und E-Antrieb sind
keine Gegner – sie sind gemeinsam die Lösung“, so die eFuel Alliance.