Wien (OTS) – Die heute von Klimaminister Norbert Totschnig
angekündigte
Entscheidung, die in der Sanierungsoffensive noch für 2026
verfügbaren Mittel gezielt dem Heizungstausch zuzuweisen, ist ein
wichtiger und richtiger Schritt. Damit reagiert der Minister auf ein
zentrales Problem der bisherigen Förderlogik: der gemeinsamen
Fördertopf für Sanierungen und Heizungstausch, der nach dem Prinzip
„First Come, First Served“ vergeben wurde, hat zu wachsender
Unsicherheit bei den Kund:innen geführt.
„Seit Auslobung der Förderung ist ein Großteil der Mittel in
Sanierungsprojekte geflossen. Nach drei Monaten waren bereits rund
Zwei Drittel des verfügbaren Kontingents ausgeschöpft. Die
Heizungsbranche musste daher befürchten, dass bereits wenige Monate
nach Förderstart abermals ein Stopp für den Heizungstausch droht. Der
gemeinsame Topf wirkte dabei zusätzlich ungünstig auf die Planbarkeit
für Konsument:innen und die Heizungswirtschaft“ , sagt Martina
Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin von Erneuerbare Energie
Österreich (EEÖ).
Die Zweckwidmung der noch verfügbaren Mittel für den
Heizungstausch bringt die Sanierungsoffensive 2026 der angekündigten
Umstellung von 30.000 fossile Heizkessel auf erneuerbare Heizsysteme
wieder näher. „Das ist zweifellos eine gute Nachricht und ein
wichtiges Signal für die Wärmewende“, so Prechtl-Grundnig.
„Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass zur Erreichung der
Klimaneutralität bis 2040 jährlich rund 80.000 Heizkesseltausche
notwendig wären. Davon sind wir mit dieser Maßnahme noch deutlich
entfernt.“
Der EEÖ hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Wärmewende
einen politischen Rahmen braucht, der Kontinuität und Zielerreichung
gewährleistet. „Wir müssen weg von der Situation, in der ständig das
Damoklesschwert ausgeschöpfter Fördertöpfe über dem Heizungstausch
schwebt“ , betont Prechtl-Grundnig. „Die heute veröffentlichte
Ankündigung ist daher kein Anlass, sich zurückzulehnen. Vielmehr muss
der politisch-finanzielle Rahmen konsequent weiterentwickelt werden,
um langfristige Planungssicherheit und die notwendige Anzahl an
Umstellungen zu gewährleisten.“
Aus Sicht des EEÖ braucht es dafür einen langfristig angelegten
Mix aus Förderungen und ordnungspolitischen Maßnahmen. Gleichzeitig
darf die Bedeutung der Gebäudesanierung für die Wärmewende nicht aus
dem Blick geraten. „Energetische Sanierungen sind ein zentraler
Baustein der Wärmewende. Auch die Bauwirtschaft braucht hier
Kontinuität und langfristige Anreize“ , so Prechtl-Grundnig. „Aus der
heutigen Ankündigung von Minister Totschnig geht jedoch noch nicht
klar hervor, wie diese notwendige Planungssicherheit für den
Sanierungsbereich künftig sichergestellt werden soll.“
Der EEÖ fordert daher, die nun gesetzte Maßnahme als Startpunkt
für eine umfassende, langfristige Strategie zu verstehen, die sowohl
den Heizungstausch als auch die Gebäudesanierung verlässlich und
ausreichend absichert.