Drei Defizite bremsen Österreichs Innovationstransfer: FORWIT-Analyse zeigt, was Industriestrategie zum Erfolg braucht

Wien (OTS) – Österreich investiert viel in Forschung, doch die
wirtschaftliche
Verwertung hinkt bisher hinterher. Eine neue Analyse des Rates für
Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (
FORWIT) zeigt nun deutlich, was den erfolgreichen Innovationstransfer
in der Praxis bremst – und was getan werden muss, damit die kürzlich
präsentierte Industriestrategie der Bundesregierung durch eine kluge
Innovationspolitk in ihrer Wirkung verstärkt wird.

„ Wir beschäftigen uns im Rat schon länger intensiv mit der
Frage, wie wir die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs wieder steigern
können. Forschung und Innovation sind die Schlüssel, um die
österreichische Industrie wieder nach vorne zu bringen. Das gelingt
aber nur, wenn wir die systemischen Defizite im Transferprozess von
der Forschung über die Anwendung in den Markt und dessen Impact
beheben “, appelliert Ratsmitglied Georg Kopetz.

Zwtl.: Drei zentrale Defizite identifiziert

Die Analyse „ From Science to Business. Geschwindigkeit,
Marktwirkung und Nachhaltigkeit “ identifiziert die Ursachen des
österreichischen Transfer Gaps in drei entscheidenden Dimensionen:

– Fehlender Product-Market Fit : Technologisch hervorragende
Entwicklungen laufen an realen Marktbedarfen vorbei, weil
Markterfordernisse zu spät in den Innovationsprozess einbezogen
werden.

– Geringe Speed-to-Product : Förder-, Governance- und
Entscheidungszyklen sind nicht mit globalen Technologie- und
Marktzyklen synchronisiert. Österreich verliert dadurch im
internationalen Wettbewerb an Tempo.

– Fehlende Nachhaltigkeit in Finanzierung und Technologiepfaden :
Besonders beim Übergang zu hohen Technologiereifegraden (TRL), bei
Skalierung und Markteintritt fehlt verlässliche Finanzierung (
geduldiges Eigenkapital).

Zwtl.: Von der Diagnose zur Umsetzung

Die FORWIT-Analyse schließt eine entscheidende Lücke : Während
der Produktivitätsbericht 2025 die Makrodiagnose liefert –
Österreichs Schwäche liegt weniger in Forschungsexzellenz als in
Technologiediffusion und wirtschaftlicher Verwertung – und die
Industriestrategie den politischen und umsetzungsorientierten Rahmen
für den Transfer in die industrielle Anwendung liefern soll, fehlte
bisher die empirisch fundierte operative Logik für die Umsetzung.

„ Unsere Analyse liefert nun eine solche operative
Implementierungslogik für Innovationen und das, was
Produktivitätsbericht und Industriestrategie politisch verlangen. Die
neue Industriestrategie wird dann besonders erfolgreich sein, wenn
die Defizite im Transfer von Forschungsergebnissen in erfolgreiche
Produkte konsequent und rasch abgebaut werden “, bekräftigt
Ratsmitglied Georg Kopetz.