Eisenstadt (OTS) – „Der Bund erhöht weiter die Energierechnungen,
obwohl das Versprechen
eine Strompreis-runter-Garantie war. Seit letztem Jahr wurden die
Strompreisbremse abgeschafft, die Abgaben erhöht und jetzt zum
zweiten Mal in Serie die Netzkosten erhöht“, so Landeshauptmann Hans
Peter Doskozil. „Während andere Staaten wie Deutschland sämtliche
Abgaben auf der Energierechnung reduzieren – hier fallen durch
staatliche Unterstützungen die Netzkosten um rund 50 Prozent -,
werden die Kosten für die Österreicherinnen und Österreicher weiter
erhöht. Es wäre deshalb jetzt richtig, wenn der zuständige
Wirtschaftsminister, die Erhöhung der Netzentgelte aussetzt.
Mittelfristig müssen strukturelle Maßnahmen gegen die steigenden
Netzkosten gesetzt und ein einheitlicher Netztarif für ganz
Österreich geschaffen werden.“
„Das Burgenland hat im europäischen und österreichischen
Vergleich die höchste Stromversorgungssicherheit. Diese hohe
Versorgungssicherheit und die Vermeidung von Black Outs im Burgenland
ist die oberste Priorität der Netz Burgenland und der Burgenland
Energie. Daher werden im Unterschied zu anderen Netzgebieten in
Österreich seit einigen Jahren intensive Investitionen in die sichere
Energieversorgung vorgenommen. Allein im letzten Jahr wurden 134
Millionen Euro in die Sicherheit des burgenländischen Energienetzes
investiert. Derzeit befindet sich das größte Netzinfrastrukturprojekt
in der Geschichte Burgenlands mit der Verbindung von Nord-, Mittel-
und Südburgenland, sowie die Verstärkung aller 19 Umspannwerke in
Umsetzung. Damit wird die Energieunabhängigkeit des Burgenlands vom
Ausland und die Versorgungssicherheit in unserer Heimat weiter
gestärkt“, so Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie.
Die Netzkosten sind die zweitgrößte Komponente der Stromrechnung
in Österreich. Sie werden von der Bundesbehörde E-Control jährlich
festgelegt und per Bescheid an die Netzbetreiber zur
Weiterverrechnung an die Kunden festgelegt. „Die Bundesbehörde hat
der Netz Burgenland auf Basis der für die Versorgungssicherheit
notwendigen Netzinvestitionen einen Kostenbescheid zur
Weiterverrechnung an die Kunden vorgeschrieben. Nur durch das
Ersuchen der Netz Burgenland zur Glättung der Kostenweiterverrechnung
konnte eine Dämpfung um rund ein Drittel erreicht werden. Damit
steigen durch die Bundesbehörde verordnet die Netzkosten mit 1.
Jänner 2026 für einen durchschnittlichen burgenländischen Haushalt um
rund 4,80 Euro pro Monat“, so Stephan Sharma. „Diese verordnete
Kostenerhöhung für die Endkunden ist in der aktuellen Phase der hohen
Inflation nicht sinnvoll und entspricht auch nicht dem Grundgedanken
der Netzkostenverteilung in Österreich.“
Schon im Rahmen der Begutachtung zum ELWG im Sommer hat das
Burgenland und die Burgenland Energie vor einer Netzkostenerhöhung
gewarnt und konkrete Lösungen zur Senkung der Netzkosten
vorgeschlagen. „Damals war leider von den Oppositionsparteien im
Burgenland keine Unterstützung zu hören. Und auch weiterhin sagt die
ÖVP Burgenland nichts zum Gesetzesentwurf ihres eigenen Ministers,
der von Strompreis-runter-Garantien spricht und Gesetzesvorschläge
erarbeitet, die nur zu steigenden Strompreisen für die Kunden führen
werden“, kritisiert der Landeshauptmann. „Es ist deshalb ein Gebot
der Stunde, die Netzkostenerhöhung auszusetzen. Das kann die
Bundesregierung sofort machen.“
„Um nachhaltig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, die
Netzinvestitionen zu ermöglichen und gleichzeitig die
Kostenentwicklung für die Kunden zu dämpfen, schlagen wir vier
konkrete Maßnahmen vor:
1. Ein einheitlicher Netztarif für ganz Österreich, wie
beispielsweise in Frankreich (anstatt über 100 unterschiedliche
Netztarife in ganz Österreich)
2. Die Verlängerung der Abschreibungsdauer für Netzinvestitionen
3. Eine Senkung des Eigenkapitalanteils von aktuell 40 Prozent auf
zukünftig 20 Prozent
4. Eine Ausfallsgarantie des Staates für Netzinvestitionen. (Diese
würde die Refinanzierung für Netzinvestitionen deutlich verbilligen
und damit den Netzausbau vergünstigen)“,
so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Stephan Sharma, CEO
der Burgenland Energie abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Christian Stiller
Büroleiter Landeshauptmann Mag. Hans Peter DOSKOZIL
Amt der Burgenländischen Landesregierung
A-7000 Eisenstadt, Landhaus, Europaplatz 1
t. +43 5 7600-2471
[email protected]