St. Pölten (OTS) – Mit Bestürzung reagiert der Grüne
Landtagsabgeordnete und Gemeinderat
aus Amstetten Dominic Hörlezeder auf die Nachricht, dass das
traditionsreiche Don-Bosco-Jugendheim in Amstetten nach 60 Jahren
schließen muss, weil FPÖ-Landesrat Martin Antauer die NÖ-
Landesfördermittel gestrichen hat. „Was hier passiert, ist ein
Anschlag auf die soziale Infrastruktur unserer Region. Sechs
Jahrzehnte Jugendarbeit, Integration und Chancengerechtigkeit werden
blindlings geopfert – das ist nicht nur kurzsichtig, sondern zutiefst
unsozial“, so Dominic Hörlezeder.
Einrichtung leistet, was der Staat schuldet
Das Don-Bosco-Heim ist weit mehr als ein Jugendhort. Es ist ein
offener Ort für Kinder und Jugendliche aus finanziell benachteiligten
Verhältnissen, für junge Menschen mit Migrationshintergrund, die dort
Orientierung, Gemeinschaft und Unterstützung gefunden haben.
Niederschwellige Freizeitangebote, Einzelfallberatung, Mädchenarbeit,
Workshops zu Fairness und Verantwortung – diese Angebote sind nicht
ersetzbar durch einen Markt, der Gewinne erwartet, oder durch eine
Verwaltung, die nur reagiert, wenn es zu spät ist. „Solche
Einrichtungen übernehmen gesellschaftliche Aufgaben, die wir als
Gemeinschaft schulden. Sie fangen auf, was in Familien, Schulen und
Behörden nicht aufgefangen werden kann. Wer das kaputtspart, zahlt
später ein Vielfaches an Kriseninterventionen, Sozialleistungen und
an verpassten Lebenschancen“, erklärt Dominic Hörlezeder.
Förderung gestrichen, Begründung fadenscheinig
Dominic Hörlezeder kontert FPÖ-Landesrat Martin Antauer: „LR
Antauer entscheidet, wo in seinem Ressort gespart wird – er trägt
damit die politische Verantwortung für die Schließung des Don-Bosco-
Heims in Amstetten – und damit für jedes betroffene Kind, das um eine
Zukunftschance beraubt wird“. Dass der Jugendhort bereits im Februar
per drohendem Brief aus der Abteilung Integration informiert wurde
und seither im Krisenmodus arbeitet – auf drei Tage pro Woche
heruntergefahren –, zeigt, wie rücksichtslos diese Entscheidung
getroffen wurde.
Amstetten braucht dieses Angebot
Amstetten ist eine wachsende Stadt mit vielfältiger
Bevölkerungsstruktur. Gerade hier, wo Jugendliche mit
unterschiedlichen Voraussetzungen aufeinandertreffen, braucht es
niederschwellige, verlässliche Orte der Begegnung und Unterstützung.
Das Don-Bosco-Heim war genau das: ein Ort, der ohne großes
Bürokratiegeflecht funktionierte und Kindern, Jugendlichen und ihren
Angehörigen direkt dort half, wo Unterstützung notwendig war.
„Ich fordere Landesrat Antauer auf, diese Entscheidung
zurückzunehmen und die Fördermittel wieder bereitzustellen. 50.000
EUR Landesförderung stehen hier im Verhältnis zu 60 Jahren
Aufbauarbeit und dem sozialen Wohl von Hunderten Jugendlichen in
unserer Stadt „, so Dominic Hörlezeder abschließend.