Dobratal: Wichtiger Schritt auf dem Weg zum Naturschutzgebiet am Kamp beschlossen

St. Pölten (OTS) – Die Region rund um den nördlichen Kampwald zählt
zu den besonderen
Landschaftsräumen unseres Landes. Alte Wälder, klare Bäche, stille
Schluchten und eine gewachsene Kulturlandschaft prägen dieses Gebiet
seit Jahrhunderten. Neue naturschutzfachliche Erkenntnisse im
Dobratal, dem Herzstück eines möglichen zukünftigen Nationalpark
Kampwald, haben vor kurzem viele geschützte Arten lokalisiert. Der
nächste große Schritt wurde heute gesetzt: Die betroffenen 280 Hektar
Flächen werden außer Nutzung gestellt und damit dauerhaft geschützt.
Möglich macht das eine Übereinkunft zwischen dem Land
Niederösterreich und der Windhag-Stipendienstiftung, die heute in der
Landesregierung einstimmig von ÖVP, FPÖ und SPÖ beschlossen wurde.
Für diese Außernutzungstellung stehen 6.459.600 Euro zur Verfügung –
vollständig finanziert aus dem Biodiversitätsfonds des Bundes. Damit
ist klar: Die Flächen sind abgesichert, und die Grundlage für das
Naturschutzgebiet im Dobratal ist gelegt.

„Mit dem heutigen Beschluss zeigt Niederösterreich einmal mehr:
Wir übernehmen Verantwortung für unsere Natur und gestalten bewusst
die Zukunft unserer Heimat. Wir sichern ein Gebiet, das über
Jahrhunderte gewachsen ist und eröffnen neue Chancen für die Region.
Das Dobratal ist ein Juwel Niederösterreichs. Indem wir es schützen
und behutsam weiterentwickeln, stärken wir Natur, Menschen und
Lebensqualität. Naturschutz und Lebensqualität gehören bei uns
zusammen und damit bleibt Niederösterreich auch in Zukunft so schön,
wie wir es lieben“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

„Der Kampwald ist ein Schatz unserer Heimat – ein Ort voller
Geschichte, voller Natur und voller Zukunft. Wir wollen bewahren, was
wertvoll ist, und gleichzeitig neue Chancen öffnen. Der Nationalpark
Kampwald soll nicht nur die Vielfalt der Natur stärken, sondern auch
die wirtschaftliche Kraft der Region. Gäste kommen wegen der Natur,
bleiben wegen der Angebote, und bringen Wertschöpfung in die
Gasthäuser, Unterkünfte und zu den regionalen Betrieben. Aus Liebe
zum Land verbinden wir Naturschutz und Regionalentwicklung – und
gestalten damit die Zukunft unserer Heimat“, so LH-Stellvertreter
Stephan Pernkopf.

„Wer durch das Dobratal geht, versteht sofort, warum wir uns um
den Schutz dieses Gebietes so bemühen. Diese Landschaft ist nicht nur
schön, sie ist einzigartig. Wir schützen sie, damit auch kommende
Generationen den Wert unserer Natur erleben können. Es geht um ein
wertvolles Ökosystem, in dem wir noch ein wirklich intaktes
Waldgebiet finden – mit Lichtungen, Wiesenflächen und lebendigen,
dynamischen Bächen. Diese Vielfalt an Lebensräumen schafft
Rückzugsorte und typische Lebensbedingungen für viele gefährdete Tier
– und Pflanzenarten“, unterstreicht Landesrätin Susanne Rosenkranz.

Erste Ergebnisse zeigen die hohe Bedeutung des Gebiets. Besonders
wertvolle Buchen- und Mischwälder prägen das Dobratal. Nachgewiesen
wurden bereits mehrere geschützte Arten – darunter der
Weißrückenspecht, der Schwarzspecht und der Neuntöter. Der
Weißrückenspecht steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten und gilt
als Zeiger für naturnahe, totholzreiche Wälder. Auch bei den
Amphibien und Reptilien finden sich Arten der Roten Liste, etwa die
Gelbbauchunke, sowie Zauneidechse und Ringelnatter. Die Erhebungen
bei Fledermäusen – darunter streng geschützte Arten wie die Kleine
Hufeisennase – werden im Frühjahr fortgesetzt. Insgesamt zeigt sich
schon jetzt ein Gebiet von außergewöhnlichem naturschutzfachlichem
Wert.

Der geplante Nationalpark ist weit mehr als ein
Naturschutzprojekt. Er ist ein Zukunftsprojekt für die ganze Region.
Bereits heute zählen die Kampseen, die Ruine Dobra, Schloss
Waldreichs oder die Wälder rund um Zwettl zu beliebten
Ausflugszielen. Ein Nationalpark hebt diese Orte auf eine neue Ebene:
Mehr Gäste, die Natur erleben wollen, mehr Wertschöpfung für
Gastronomie, Unterkünfte, Freizeitbetriebe und regionale Produkte
sowie neue Angebote, etwa Lehrpfade, Aussichtspunkte, Führungen oder
Familienprogramme. Erfahrungen aus dem Nationalpark Thayatal zeigen,
wie gut diese Verbindung von Naturschutz und wirtschaftlicher
Entwicklung funktionieren kann.

Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stv.
Dr. Stephan Pernkopf, Telefon +43 2742 9005 – 12704, Mobiltelefon +43
676 812 15283, E-Mail: [email protected]