Wien (OTS) – Oktober 2025 – Die heute gestarteten
Kollektivvertragsverhandlungen
in der Sozialwirtschaft stehen in diesem Jahr unter extrem
schwierigen Vorzeichen: Bundesweit sind tausende Arbeitsplätze und
essenzielle Angebote in Gefahr. Von der Pflege über Behindertenhilfe
bis zur Kinder- und Jugendbetreuung drohen Einbußen, die direkt auf
die Menschen in Österreich zurückfallen.
„Unser gemeinsames Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern und die
hohe Attraktivität sozialer Berufe zu bewahren – auch wenn die
finanziellen Spielräume von der Politik massiv eingeschränkt
werden.“, fasst Chefverhandlerin und SWÖ-Geschäftsführerin Yvonne
Hochsteiner die SWÖ-Position zusammen. Vor dem Hintergrund dieser
schwierigen Rahmenbedingungen ist es am ersten Verhandlungstag nicht
gelungen, zu einer Einigung zu kommen.
Keine Nulllohnrunde.
Für Hochsteiner ist allerdings klar, dass die Arbeitgeber
trotzdem eine Nulllohnrunde ausschließen. Am Dienstag konnte den
Gewerkschaften VIDA und GPA allerdings noch kein konkretes Angebot
unterbreitet werden. Die finanzielle Situation seitens des Bundes und
der Länder ist dramatisch.
Massive Kürzungen.
Derzeit werden in allen Bundesländern drastische Kürzungen
vorbereitet oder bereits umgesetzt. Gefährdet sind zentrale soziale
Einrichtungen und Projekte, die täglich tausende Menschen betreuen,
pflegen und begleiten. Konkrete Beispiele sind unter anderen:
· Steiermark: Förderungen für Sozialarbeit, Aidshilfe,
Streetwork, Kinderbüro und Integrationsprojekte wurden kurzfristig
gestrichen. Mehrere Träger stehen vor dem Aus, zahlreiche Kündigungen
laufen bereits.
· Kärnten: Das Budget wird um 9 % gekürzt.
· Salzburg: Pflegeleistungen werden reduziert, Seniorenheime sind
unterfinanziert, einige stehen vor der Schließung. Die
Landesregierung denkt eine Null-Lohnrunde für 2026 an.
· Wien: Kürzungen von rund 500 Mio. Euro treffen
Betreuungsangebote, mobile Dienste und Assistenzleistungen. Projekte
werden gestoppt, Investitionen eingefroren, neue Förderungen fehlen
bislang.
Konstruktive Zusammenarbeit
Zahlreiche Träger können ihre Leistungen unter diesen Bedingungen
nicht mehr aufrechterhalten. Die Versorgungssicherheit ist massiv
gefährdet! Angesichts dieser Situation unterstreicht SWÖ-Vorsitzender
Erich Fenninger : „Unsere Stärke liegt in der Zusammenarbeit. Die
Sozialwirtschaft und die Gewerkschaften kämpfen gemeinsam dafür, dass
soziale Arbeit in Österreich Zukunft hat – mit sicheren Jobs, guten
Arbeitsbedingungen und einer funktionierenden Versorgung für alle
Generationen.“