Wien (OTS) – Die PeaceTech Alliance, AIT und SBA Research brachten
die
Friedensnobelpreisträgerin mit jungen österreichischen
Technologieentwickler:innen zusammen, um über Verantwortung, Ethik
und Menschlichkeit im technologischen Zeitalter zu diskutieren.
Am 16. Juni 2026 empfing die von der PeaceTech Alliance gemeinsam
mit dem AIT Austrian Institute of Technology und SBA Research
organisierte Veranstaltung in Wien die Hiroshima-Überlebende und
Friedensnobelpreisträgerin Setsuko Thurlow. Unter dem Titel
„Hiroshima’s Message for Tech Students and Innovators Today“
vermittelte die Veranstaltung der nächsten Generation von
Führungskräften und Talenten im Technologiebereich eine wichtige
Perspektive.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Heather Wokusch, die sich
für Menschenrechte und Nuklearabrüstung einsetzt und international
digitale Lernlösungen entwickelt. Das Treffen brachte Studierende,
Nachwuchsforscher:innen, Innovator:innen und Mitglieder der
wachsenden österreichischen PeaceTech-Community zusammen und schuf so
einen einzigartigen Raum für den generations- und fachübergreifenden
Dialog. Die Teilnehmenden wurden dazu angeregt, über die
Verantwortung nachzudenken, die mit der Gestaltung neuer Technologien
einhergeht. Zusätzlich zur persönlichen Rede von Setsuko Thurlow
wurde in einer österreichischen Premiere der Dokumentarfilm „The Vow
from Hiroshima“ gezeigt. Der Film bot dem Publikum eine
eindrucksvolle Reflexion über das Lebenswerk und das jahrzehntelange
weltweite Engagement von Setsuko Thurlow für die nukleare Abrüstung.
Durch Erfahrungsberichte, Film und offene Diskussionen verband die
Veranstaltung Fragen der Innovation, Ethik, des Friedens und der
Sicherheit mit gelebter menschlicher Erfahrung.
Als eine der letzten Hibakusha und Überlebende des
Atombombenabwurfs auf Hiroshima berichtete Thurlow von ihren
Erfahrungen, wie sie im Alter von dreizehn Jahren den
Atombombenabwurf auf Hiroshima überlebte, und blickte auf achtzig
Jahre Engagement für eine Welt ohne Atomwaffen zurück. Ihre Botschaft
konzentrierte sich zwar auf die nukleare Abrüstung, enthielt jedoch
auch eine weiterreichende Lehre, die bei den Teilnehmenden aus
Österreichs wachsender PeaceTech-Community großen Anklang fand: die
Notwendigkeit, sich unserer gemeinsamen Menschlichkeit bewusst zu
sein, wenn wir uns den Herausforderungen von Frieden und Sicherheit
stellen. In ihrer Rede forderte Thurlow das Publikum auf, Sicherheit
nicht als Herrschaft durch Angst, sondern als gemeinsames
menschliches Bestreben zu betrachten, das auf Zusammenarbeit,
Gerechtigkeit, Völkerrecht und Menschenwürde gründet.
Für die PeaceTech Alliance spiegelt diese Botschaft ein zentrales
Prinzip ihrer Arbeit wider. „PeaceTech ist nichts ohne gelebte
Erfahrung. Wenn die Technologie nicht die Friedensstifter:innen
widerspiegelt, ist sie sinnlos“, sagt Nathan Coyle, Leiter der
PeaceTech-Initiative am AIT Austrian Institute of Technology und
Mitbegründer der PeaceTech Alliance. „Setsuko Thurlow ist eine
Galionsfigur in diesem Bereich. Sie ist eine erfahrene Aktivistin,
die sich dafür einsetzt, dass Atomwaffen der Vergangenheit angehören.
Daher konnte ich nicht widerstehen, sie zu fragen, welche Botschaft
sie an diejenigen richten würde, die PeaceTech aufbauen wollen. Bei
der PeaceTech Alliance sagen wir immer: ‚Menschen zuerst, Technik an
zweiter Stelle.‘ Es ist eine Sache, davon zu sprechen, gelebte
Erfahrungen in den Mittelpunkt des Designs zu stellen, aber bei
Veranstaltungen wie dieser setzen wir dies in die Praxis um. Wir
wollen die Friedensstifter:innen in den Vordergrund stellen, nicht
die Technologieentwickler:innen, und ihnen eine Plattform bieten, um
zu gestalten, wie PeaceTech in Zukunft aussehen soll.“
Im Anschluss an Nathan Coyles Ausführungen fügte Michael Mürling,
Mitbegründer der PeaceTech Alliance am AIT Center for Digital Safety
& Security, hinzu: „Am AIT sind wir Mitbegründer der PeaceTech
Alliance geworden, weil wir davon überzeugt sind, dass
technologischer Fortschritt und gesellschaftliche Verantwortung Hand
in Hand gehen müssen. Allzu oft werden Diskussionen über neue
Technologien ohne ausreichende Einbeziehung von Menschen und
Gemeinschaften geführt, die Konflikte am eigenen Leib erlebt haben,
oder von denen, die direkt in der Friedensförderung tätig sind. Indem
wir Forschung, Diplomatie, Gesellschaft und zukünftige Generationen
zusammenbringen, wollen wir dazu beitragen, dass Innovation den
Menschen dient und zu einer friedlicheren und widerstandsfähigeren
Zukunft beiträgt.“
Auf die Frage, welche Botschaft sie der nächsten Generation von
Entwickler:innen und Innovator:innen in Österreich für zukünftige
PeaceTech-Ökosysteme mit auf den Weg geben möchte, war Setsuko
Thurlows Antwort einfach und direkt: „Remember your own humanity“ (
„Vergesst eure eigene Menschlichkeit nicht“).
Zwtl.: Von gelebter Erfahrung zu verantwortungsvoller Innovation
Die Vorführung des Dokumentarfilms „The Vow from Hiroshima“
bildete einen zentralen Bestandteil der Veranstaltung. Dieser Film
begleitet Setsuko Thurlows jahrzehntelanges Engagement für die
nukleare Abrüstung und ihren Beitrag zur Verabschiedung des Vertrags
über das Verbot von Kernwaffen. Die Vorführung bot bei der
Veranstaltung eine zusätzliche Gelegenheit zum Nachdenken und Dialog
und unterstrich, wie wichtig es ist, gelebte Erfahrungen in
Diskussionen über die Zukunft von Technologie und globaler Sicherheit
zu berücksichtigen.
Die PeaceTech Alliance wurde gegründet, um die Entwicklung
menschenzentrierter Ansätze für Technologie und Innovation im Dienste
des Friedens zu unterstützen. Die Allianz bringt Akteure aus
Diplomatie, Forschung, Zivilgesellschaft, Politik und Technologie
zusammen und setzt sich dafür ein, dass Innovation den Menschen und
Gemeinschaften dient und nicht umgekehrt. Für die Allianz sind
Ereignisse wie der Besuch von Setsuko Thurlow mehr als nur
Gedenkmomente. Sie bieten jüngeren Generationen von Forschenden und
Innovator:innen einzigartige Gelegenheiten, mit Menschen in Kontakt
zu treten, deren Lebenswege von den Folgen von Konflikten geprägt
sind. So können sie darüber nachdenken, wie technologischer
Fortschritt mit menschlichen Werten, Verantwortung und langfristigen
gesellschaftlichen Auswirkungen in Einklang gebracht werden kann.
Während Österreich seine Rolle im Bereich ethischer und
menschenzentrierter PeaceTech weiter auslotet, ist die Allianz der
Überzeugung, dass Geschichten wie jene von Thurlow für
Innovationsdiskussionen unverzichtbar sind und nicht am Rande stehen
dürfen. Die humanitären Folgen von Konflikten lassen sich nicht
allein anhand von Daten erfassen. Sie werden durch die Stimmen von
Menschen und Gemeinschaften verständlich, die diese Folgen am eigenen
Leib erfahren haben. Die PeaceTech Alliance setzt sich daher dafür
ein, Möglichkeiten zu schaffen, damit diese Stimmen Gehör finden.
Zudem möchte sie sicherstellen, dass die Entwicklung neuer Ansätze
zur Friedenskonsolidierung auf gelebten Erfahrungen, den Bedürfnissen
der Gemeinschaften und einem tiefen Respekt vor der Menschenwürde
basiert.
Im Rückblick auf Thurlows Besuch stellten die Mitglieder der
PeaceTech Alliance fest, dass die wichtigste Erkenntnis aus der
Veranstaltung nichts mit Technologie zu tun hatte. Es ging um
Menschlichkeit. Angesichts wachsender Unsicherheit, Konflikte und
geopolitischer Spannungen in der internationalen Gemeinschaft
erinnert Thurlows Botschaft daran, dass Frieden letztlich durch
unsere Beziehungen zueinander, unsere Bereitschaft zum Zuhören und
unser Engagement für den Schutz der Menschenwürde entsteht. Für die
PeaceTech Alliance werden diese Werte auch weiterhin als Leitfaden
dafür dienen, wie Innovationen für den Frieden konzipiert, entwickelt
und angewendet werden.
Über die PeaceTech Alliance
Die 2025 vom AIT Austrian Institute of Technology ins Leben
gerufene und mitbegründete PeaceTech Alliance ist eine Multi-
Stakeholder-Initiative, die Organisationen aus den Bereichen
Friedensförderung, Diplomatie, Forschung, Zivilgesellschaft,
internationale Organisationen und Technologie zusammenbringt. Die
Allianz fördert menschenzentrierte Ansätze in den Bereichen
PeaceTech, ethische Innovation und verantwortungsvolle
Datenverwaltung. Sie orientiert sich dabei am Grundsatz „Do No Harm“
(keinen Schaden anrichten). Sie erkennt an, dass Technologien so
konzipiert, entwickelt und eingesetzt werden sollten, dass
unbeabsichtigte Folgen minimiert und aktiv zur Menschenwürde, zur
gesellschaftlichen Resilienz und zum Frieden beigetragen wird. Durch
Dialog, Zusammenarbeit und praktisches Handeln setzt sich die Allianz
dafür ein, dass Innovationen Gemeinschaften dienen und zu
friedlicheren, gerechteren und widerstandsfähigeren Gesellschaften
beitragen.
Weitere Informationen: https://www.peacetech-alliance.com/
Über das AIT
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at