Deutschland handelt, Österreich schaut weg: Zuckersteuer bei unseren Nachbarn auf dem Weg – heimische Getränke bleiben Zuckerbomben

Wien (OTS) – Deutschland macht vor, was längst überfällig ist: Das
deutsche
Bundeskabinett hat heute den Weg für die Einführung einer
Zuckersteuer geebnet und einen entsprechenden Gesetzentwurf
beschlossen. Damit setzt unser Nachbarsland einen entscheidenden
Schritt für den Gesundheitsschutz.

Ein aktueller Getränke-Vergleich von foodwatch Österreich zeigt
jedoch: Ein und dasselbe Produkt enthält in Österreich oft deutlich
mehr Zucker als in Deutschland.

Zwtl.: Mehr Zucker in Österreich – gleiche Marke, ungesündere
Rezeptur

Die Ergebnisse sind eindeutig: Die gleichen Produkte enthalten in
Österreich teils deutlich mehr Zucker als in Deutschland.

– Fanta: +2,7 g Zucker pro 100 ml

– Mezzo Mix: +2,6 g pro 100 ml

– Pepsi Cola: +2,4 g pro 100 ml

– Hofer/Aldi Eistee Zitrone: +0,5 g pro 100 ml

– REWE/BILLA Latte Macchiato: +3,2 g pro 100 ml

– REWE/BILLA Kakao: +1,6 g pro 100 ml

“Diese Ergebnisse zeigen, dass der Handlungsbedarf in Österreich
besonders groß ist. Während in Deutschland nun endlich gehandelt
wird, wird hierzulande nichts unternommen, um die Menschen vor den
negativen Folgen von zu hohem Zuckerkonsum zu schützen“, empört sich
Miriam Maurer von foodwatch Österreich.

Zwtl.: Folgen von hohem Zuckerkonsum trifft besonders junge Menschen

Zuckerhaltige Getränke zählen zu den Hauptquellen für die
Zuckeraufnahme bei Kindern und Jugendlichen. In Österreich trinken 15
Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Burschen täglich Softdrinks.

Die Folgen sind dramatisch: 34 Prozent der Buben und 26 Prozent
der Mädchen im Volksschulalter sind übergewichtig, 16 Prozent bzw. 8
Prozent bereits adipös. Neben körperlichen Beschwerden leiden viele
Kinder auch unter psychischen Belastungen wie Mobbing und
Ausgrenzung.

Auch insgesamt ist die Lage alarmierend: 2025 lag der
Zuckerkonsum pro Kop in Österreich über süße Getränke bei 22,8 g,
also knapp sechs Zuckerwürfel. Die Folge: Millionen Menschen in
Österreich sind von Übergewicht betroffen – mit gravierenden
gesundheitlichen Folgen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zwtl.: „Kracherl-Steuer“ wirkt und würde doppelt helfen

Internationale Erfahrungen zeigen klar: Eine Steuer auf
zuckerhaltige Getränke reduziert den Zuckergehalt in Produkten und
senkt den Konsum. Mehr als 50 Länder weltweit haben solche Maßnahmen
bereits umgesetzt.

Eine „Kracherl-Steuer“ setzt genau dort an, wo es am effektivsten
ist: Sie verändert die Rahmenbedingungen so, dass stark gesüßte
Getränke automatisch unattraktiver werden – für Hersteller und
Konsument:innen gleichermaßen. Ohne zusätzlichen Aufwand erreicht sie
damit besonders viele Menschen.

Gleichzeitig würde eine solche Maßnahme auch das Budget
entlasten: Ungesunde Ernährung verursacht in Österreich jährlich
volkswirtschaftliche Kosten von bis zu 12,2 Milliarden Euro. Eine
Steuer könnte nicht nur gesundheitliche Schäden reduzieren, sondern
auch zusätzliche Mittel für dringend notwendige Gesundheitsmaßnahmen
schaffen.

Auch eine Studie im Auftrag des Gesundheitsministeriums von 2025
bestätigt: Eine Kracherl-Steuer wäre eine sinnvolle Maßnahme für
Österreich.

„Selbst führende Wirtschaftsexpert:innen sehen dringenden
Handlungsbedarf im Gesundheitssystem. Fiskalratspräsident Christoph
Badelt betonte zuletzt, dass die wirklich großen Reformen außerhalb
des Budgets liegen und insbesondere im Gesundheitsbereich ansetzen
müssen. Eine Kracherl-Steuer wäre genau eine solche Maßnahme:
wirksam, evidenzbasiert und budgetrelevant. Doch während Deutschland
handelt, fehlt in Österreich weiterhin jeder konkrete politische
Schritt. Das ist eine gesundheitspolitische Bankrotterklärung“, so
Maurer weiter.

Zwtl.: foodwatch fordert: „Kracherl-Steuer“ jetzt umsetzen

Die Konsument:innenorganisation fordert die Bundesregierung auf,
endlich Verantwortung zu übernehmen und eine „Kracherl-Steuer“
einzuführen, die sowohl für Zucker als auch Süßstoff gilt. Mit einer
Petition ruft foodwatch alle Konsument:innen dazu auf, den Druck auf
die Politik zu erhöhen.

Weiterführende Informationen:

Petition „Jetzt Steuer auf süße Getränke fordern!“

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