Wien (OTS) – In der heutigen Budgetdebatte zum Voranschlag 2026 hat
SPÖ-
Gemeinderätin Luise Däger-Gregori den Schwerpunkt Pflege ins Zentrum
gerückt und damit unterstrichen, wofür der Wien-Plan steht: Wien
schützt Lebensqualität, damit die lebenswerteste Stadt nicht nur ein
Titel bleibt, sondern jeden Tag spürbar ist.
„Wir beraten heute nicht nur Zahlen, sondern die Frage, wie ernst
wir Pflege in dieser Stadt wirklich nehmen“, sagte Däger-Gregori.
„Wer über Pflege spricht, muss auch sagen, was passiert, wenn wir
nicht investieren: Dann entstehen Lücken, die Menschen im Alltag
unmittelbar treffen.“
Däger-Gregori verwies auf drei Säulen, an denen das Wiener
Pflegesystem 2026 stabilisiert und weiterentwickelt wird: den Fonds
Soziales Wien, das KWP beziehungsweise die Häuser zum Leben sowie den
Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen. „Diese drei Bereiche zeigen
sehr klar: Dieses Budget steht für Stabilität, Entlastung und
verantwortungsvolle Weiterentwicklung“, hielt sie fest.
Inhaltlich gehe es um Daseinsvorsorge, nicht um Luxus. „Der
größte Teil des Budgets entfällt auf Pflege und Betreuung: mobile
Dienste, Tageszentren, Betreutes Wohnen sowie Pflegeplätze und
Einrichtungen mit ärztlicher Rund-um-die-Uhr-Betreuung“, erklärte
Däger-Gregori. Besonders hob sie den Schwerpunkt auf ein starkes
ambulantes System hervor: „Pflege zu Hause bedeutet Selbstbestimmung,
Entlastung für Angehörige und eine nachhaltige Nutzung öffentlicher
Mittel. Wer das kleinredet, nimmt in Kauf, dass Menschen früher ins
Heim müssen und dass es am Ende teurer wird.“
Für 2026 nannte Däger-Gregori konkrete Linien, entlang derer Wien
die Pflege absichert und verbessert: Fachkräfte sollen durch
Ausbildung, Bindung und gezielte Anwerbung gestärkt werden, auch aus
Drittstaaten; pflegende An- und Zugehörige sollen mehr Unterstützung
erhalten; Hospiz- und Palliativversorgung werde ausgebaut;
Digitalisierung solle Pflegekräfte spürbar entlasten.
Abschließend fasste Däger-Gregori die Stoßrichtung zusammen:
„Dieser Voranschlag steht nicht für Stillstand, sondern für klare
Entscheidungen: für Pflege nach Bedarf statt nach Schlagworten, für
Entlastung der Mitarbeiter*innen statt für Sonntagsreden, für
Koordination statt Chaos. Wien entscheidet sich mit diesem Budget für
Verlässlichkeit, Würde und soziale Sicherheit.“
Konsolidieren mit Haltung, Wien bleibt sozial stark
SPÖ-Gemeinderätin und Sozialsprecherin Stefanie Vasold stellt
klar: „Dieses Budget ist Ausdruck einer angespannten Lage. Aber es
ist auch ein Beweis, dass Wien sein soziales Netz nicht zerreißt.“
Sie verweist dabei auf die Verantwortung der Bundesebene: „Wir tragen
ein Erbe, das maßgeblich die letzte schwarz-grüne Bundesregierung zu
verantworten hat. Heute nichts mehr davon wissen zu wollen, mag
angenehm sein, bleibt aber ärgerlich.“
Doch Wiens sozialer Kurs bleibe klar sichtbar, sagt sie, weil die
Ausgaben für Soziales im Vergleich zum Voranschlag 2025 um 23 Prozent
steigen. „Zahlen sind notwendig, damit wir wegkommen von Polemik und
bei den Fakten landen.“
Der Fonds Soziales Wien bleibt dabei ein zentraler Motor mit
einem Budget von über 3 Milliarden Euro, davon rund 2 Milliarden Euro
direkt aus dem städtischen Budget. Über 140.000 Menschen werden
unterstützt. „Das ist kein abstrakter Posten. Das ist Hilfe, die im
Alltag ankommt, in den Grätzln, bei den Familien, bei Menschen in
Krisen“, betont Vasold.
Inklusion ist eine Alltagspflicht
In der Behindertenhilfe fließen mehr als 500 Millionen Euro, rund
16.000 Menschen mit Behinderungen erhalten Unterstützung. „Wir prüfen
Effizienz, aber wir handeln nach höchsten sozialen Standards“, so die
SPÖ-Gemeinderätin. Ausgebaut werden Angebote für Menschen mit
psychischen Erkrankungen, Wohnformen für selbstbestimmtes Leben sowie
barrierearme Kommunikation. „Inklusion ist kein Schlagwort. Inklusion
ist eine Alltagspflicht“, pflichtet die SPÖ-Sozialsprecherin bei.
In der Obdach- und Wohnungslosenhilfe investiert Wien fast 180
Millionen Euro und hält die Versorgung stabil, inklusive Winterpaket
und 24-Stunden-Öffnung in Notquartieren. „Wien bleibt best practice,
weil wir nicht wegschauen, wenn Menschen Schutz brauchen“, so Vasold.
Housing First wird als nachhaltige Perspektive weiter gestärkt.
Trotz Einsparungen bleibt die Wiener Mindestsicherung mit knapp 1
Milliarde Euro ein Schutzschirm gegen Armut. Der Mindeststandard wird
2026 um 2,7 Prozent erhöht. „Jedes Kind ist gleich viel wert, daher
bleiben wir bei Kindersätzen im Spitzenfeld“, betont die SPÖ-
Sozialsprecherin.
Zum Schluss fasst Vasold den Anspruch zusammen: „Dieses Budget
erlaubt keine großen Sprünge. Aber es hält die soziale Versorgung
stabil und baut dort aus, wo es notwendig ist. Genau so bleibt Wien
lebenswert und wird Schritt für Schritt noch lebenswerter.“